Zitierfähige URL des Gabler Wirtschaftslexikons:

Version:
 
Unter dieser URL finden Sie dauerhaft die unten aufgeführte Version Ihres Stichworts.

Formal korrekte Angabe für Ihr Literaturverzeichnis:

Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Nonprofit Governance, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/11523/nonprofit-governance-v7.html

Nonprofit Governance

Kurzerklärung

Nonprofit Governance ist die Führung von Non-Profit-Organisationen (NPO) unter Berücksichtigung eines Interessensausgleiches aller Anspruchsgruppen. Durch Nonprofit-Governance soll die Missionserfüllung sowie die Legitimität und Verantwortlichkeit einer NPO sichergestellt werden.

Ausführliche Erklärung
1. Begriff: allg. versteht man unter Nonprofit Governance in Anlehnung an den Begriff Corporate Governance in profitorientierten Organisationen (PO) eine über Managementfunktionen hinausgehende Globalsteuerung von Non-Profit-Organisationen (NPO). Es handelt sich dabei um Maßnahmen, Instrumente und Mechanismen, die den Vorstand bei der wirksamen Wahrnehmung seiner Aufgaben unterstützt sowie Zweckerfüllung, Legitimität und Verantwortlichkeit der Organisation und die Wahrung der Interessen der Anspruchsgruppen sicherstellt.

2. Unterscheidung zum Begriff Corporate Governance: Während Corporate Governance in erster Linie Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen in Kapitalgesellschaften bezeichnet, schließt Nonprofit Governance multiple nichtgewinnorientierte Organisationsformen (u.a. Unternehmen, Verbände, Vereine) mit ein. Zudem sind im Rahmen der Nonprofit Governance verschiedene Formen der Institutionalisierung der sog. Nonprofit Boards denkbar (z.B. kirchliche Stiftungsaufsicht, Verwaltungsrat), während in PO die Corporate Governance i.d.R. durch einen Aufsichtsrat institutionalisiert wird. Im Bereich der Nonprofit Governance existiert darüber hinaus eine hohe Bedeutung von ehrenamtlichen Mitarbeitern in Leitungs- und Überwachungsfunktionen. Die Nonprofit Governance ist außerdem auf multidimensionale Zielsysteme und die Berücksichtigung Dritter ausgelegt, wohingegen die Corporate Governance überwiegend finanzwirtschaftliche Zielsetzungen im Sinne von Eigentümer-/Anlegerschutz verfolgt.

3. Modelle: Nonprofit Governance und Nonprofit Boards haben in den neunziger Jahren einen breiten Raum in der NPO-Forschung eingenommen. In dieser Zeit entstanden diverse idealtypische Governance-Modelle. Hierzu gehören v.a. das „New Work Model“, die „Total Activity Analysis (TAA)“ sowie das „Policy Governance Model“.

4. Aktuelle Forschungsfelder: Verantwortlichkeit des Vorstandes eine NPO („The Legal Context“), „Board Composition“ und ihr Einfluss auf Zweckorientierung, Machtkonstellation, Erfolg („Board Effectiveness“) sowie „Board Staff-Relation“.
Literaturhinweise
Bücher

ANZEIGE

Buch zum Thema
Frank Wernitz entwickelt auf der Grundlage des Stakeholderansatzes ein holistisches Marketingkonzept, das die Berücksichtigung und Priorisierung der Stakeholderansprüche in einem ... mehr
Autor(en): Frank Wernitz
Springer Fachmedien Wiesbaden2015. Book. XXIV, 365 S. Soft cover
Preis 59.99 €
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche

ANZEIGE