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Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Produkt- und Markenpiraterie, online im Internet:
35/Archiv/1408498/produkt-und-markenpiraterie-v3.html

Produkt- und Markenpiraterie

Kurzerklärung

Als Produktpiraterie (engl. counterfeiting), Produktfälschung oder Markenpiraterie wird das Geschäft mit Nachahmer-Waren bezeichnet, die mit dem Ziel hergestellt werden, einer Originalware möglichst ähnlich zu sein. Dabei werden u.a. Marken-, Urheber- oder Patentrechte verletzt.

Ausführliche Erklärung

1. Begriff: Als Produktpiraterie (engl. counterfeiting), Produktfälschung oder Markenpiraterie wird das Geschäft mit Nachahmer-Waren bezeichnet, die mit dem Ziel hergestellt werden, einer Originalware möglichst ähnlich zu sein. Dabei werden u.a. Marken-, Urheber- oder Patentrechte verletzt.

2. Arten: Man unterscheidet im wesentlichen drei Arten von Piraterie: a) Durch Fälschung wird versucht, ein Original möglichst genau zu kopieren oder es wird eine identische Verpackung und der Name des Herstellers benutzt, wobei aber Inhaltsstoffe, verwendete Materialien bzw. deren Verarbeitung oft minderwertig sind.
b) Ein Plagiat ist Diebstahl einer Produktidee; Plagiate tragen typischerweise einen leicht abgeänderten (Marken-)Namen.
c) Raubkopien (neutraler: Schwarzkopie) sind umgangssprachliche Bezeichnungen für rechtswidrig hergestellte oder verbreitete Kopien von urheberrechtlich geschütztem Material.

3. Abgrenzungsfragen: Bei Produkten, die im Wesen Kopien von Produkten anderer Hersteller unter eigenem Markennamen sind, z.B. bei Kleidung, ist strittig, ob es sich um Produktpiraterie handelt. Grundsätzlich legal sind Nachahmerstrategien und -produkte (Me-Too-Produkte); nur wenn die Ähnlichkeit zu groß ist, liegt zugleich ein Plagiat vor. Bes. problematisch ist es für Hersteller, wenn es dem Kunden gleichgültig ist, ob er ein Plagiat, eine Fälschung oder das Original kauft. Dies ist z.B. der Fall, wenn der Preisvorteil eines Plagiats größer ist als Nachteile des Plagiats in puncto Qualität, Produktsicherheit oder Lebensdauer. Oder der Kunde erwirbt zwar wissentlich ein Plagiat bzw. eine Fälschung mit Markennamen, kann aber damit nach außen ein Statussymbol vorzeigen.

4. Aktuelle Entwicklungen und Schadensausmaß: In den letzten Jahren ist Produkt- und Markenpiraterie zu einem weltweiten Phänomen geworden. Nach Angaben der EU entfallen bereits rund 10 Prozent des Welthandels auf Plagiate und Fälschungen, was einen globalen internationalen Schaden von über 300 Mrd. Euro bedeutet. Die OECD schätzt, dass 2007 mit gefälschten Produkten bis zu 250 Mrd. US-Dollar umgesetzt wurden, das entspricht rund 2 Prozent des gesamten Welthandels.

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