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Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Blended Learning, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/435569391/blended-learning-v7.html

Blended Learning

Kurzerklärung

Unter Blended Learning versteht man die Kombination von unterschiedlichen Methoden und Medien, etwa aus Präsenzunterricht und E-Learning. Auch die Mischung aus formellem und informellem Lernen und die Anreicherung von Printmedien mit 2D-Codes können unter diesen Begriff fallen.

Ausführliche Erklärung

1. Begriff: Unter Blended Learning ("blended": "gemixt, zusammengemischt") versteht man die Kombination von unterschiedlichen Methoden und Medien, etwa aus Präsenzunterricht und E-Learning. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man auch vom Lernen im Medienverbund oder von hybriden Lernarrangements. Die Mischung aus formellem und informellem Lernen fällt nach verbreiteter Auffassung ebenfalls unter den Begriff. Zudem gibt es Experten, die die Anreicherung von Printmedien mit 2D-Codes (v.a. QR-Codes) als Blended Learning bezeichnen.

2. Vorgehen: Mittels einer geeigneten Zusammenstellung soll das Lehrziel einer Bildungsmaßnahme möglichst effizient und effektiv erreicht werden. Z.B. bauen einzelne Module bzw. verschiedene Methoden und Medien aus Präsenz- und E-Learning-Maßnahmen aufeinander auf und ergänzen sich. So findet häufig am Beginn eines Kurses eine Präsenzveranstaltung statt, bei der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenlernen, wodurch man eine wichtige Voraussetzung für das gemeinschaftliche Lernen und Arbeiten schafft. Alternativ werden Web-based-Trainings (WBTs) und virtuelle Klassenzimmer eingesetzt, wenn man Lernende in Vorbereitung auf den Präsenzunterricht auf einen einheitlichen Wissensstand bringen will. Durch die Stärkung des informellen Lernens kann im Arbeitsprozess und im Selbststudium in flexibler Weise gelernt werden, und das formelle Lernen wird "entlastet", z.B. von begrifflicher Arbeit und zugunsten von (vor Ort oder über das Netz geführten) Dialogen und Diskussionen. Mithilfe von QR-Codes werden physische und virtuelle Medien und Materialien miteinander verbunden. Man liest ein Buch bzw. einen Artikel, und wenn man will, "springt" man mithilfe des Smartphones oder eines Tablets über den 2D-Code zu einer online verfügbaren Ressource, einem Glossareintrag, einem Lehrvideo oder einem webbasierten Test (Mobile Tagging). Kurze Texte lassen sich direkt im Code vorhalten, sodass man offline bleiben kann.

3. Verbreitung: Blended Learning ist die übliche Lehr- und Lernform an modernen Hochschulen und in großen Unternehmen. Über Lernplattformen und Lern- und Wissensportale werden nicht nur Informationen und Materialien bereitgestellt und verwaltet, sondern auch die im Regelfall komplexen Blended-Learning-Kurse organisiert. Über Smartphones und Tablets werden Studierende benachrichtigt und versorgt und Außendienstmitarbeiter angebunden (Mobile Learning). Sogar Schulen setzen mehr und mehr auf Blended Learning. Der Einsatz von Open-Source-Lernplattformen und von sozialen Medien (Social Media) ist in vielen Gymnasien und Berufsschulen selbstverständlich. Während sich reines E-Learning nur im Ausnahmefall durchgesetzt hat, ist Blended Learning in den Industriestaaten und Informationsgesellschaften zum Normalfall geworden. Der digitale Graben zwischen und in den Staaten und Gesellschaften ist ein Thema der Informationsethik.

Literaturhinweise
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