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Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Mobile Learning, online im Internet:
35/Archiv/435569393/mobile-learning-v5.html

Mobile Learning

Kurzerklärung

Mobile Learning ist Lehren und Lernen, das "unterwegs" stattfindet und mit mobilen Infrastrukturen, Anwendungen und Geräten unterstützt wird. Es kann dem E-Learning zugerechnet werden und eine Rolle im Blended Learning spielen.

Ausführliche Erklärung

1. Begriff: Mobile Learning ist Lehren und Lernen, das "unterwegs" (etwa auf Reisen und beim Pendeln) stattfindet und mit mobilen Infrastrukturen, Anwendungen und Geräten unterstützt wird. Der Begriff kam um das Jahr 2000 auf, fast zeitgleich mit "E-Learning", womit das Lehren und Lernen über Computer bezeichnet wird. Mobile Learning kann diesem zugerechnet und im Blended Learning eingesetzt werden. Es ist zudem, nicht nur bei kommerzieller Ausrichtung, eine Form des Mobile Business.

2. Mobilität: Die Mobilität der Lernenden ist sozusagen die Ursache von Mobile Learning. Auch im Informationszeitalter ist man häufig physisch unterwegs. In manchen Situationen ergibt sich die Möglichkeit, mehrere Lerneinheiten am Stück zu bearbeiten; andere sind dergestalt, dass man akut Problemlösungswissen und passende Informationen benötigt. Beim Mobile Learning macht man sich (zumindest temporär) unabhängig von zugewiesenen oder eigenen stationären Geräten, von Arbeitsplatz und -zimmer, und bedient sich Kleinst- und Mikrorechner wie Notebooks, Netbooks, Handys, Smartphones und Tablets oder besucht ein Internetcafé. Der Content für mobile Geräte, Mobile Content genannt, ist über SMS und MMS, Applikationen (Apps) und den Browser, bspw. den Handybrowser, abrufbar. Beispiele für Mobile Content sind Wörterbücher und Lexika als Apps, Artikel von Fachzeitschriften als PDF-Files und Lehrbücher im EPUB-Format. Content auf Lernplattformen und in Lern- und Wissensportalen kann zu Mobile Content werden; entsprechende Schnittstellen werden im E-Learning immer wichtiger. Auch eigenständige Lernanwendungen haben zunehmend Verbreitung gefunden.

3. Anforderungen und Ausprägungen: Content und Lehr-Lern-Methoden müssen den spezifischen Anforderungen des Mobile Learning gerecht werden, soll das Lernangebot einen Mehrwert für Lehrende und Lernende bieten. Geeignet sind Podcasts oder audio- und videobasierte Formen der E-Collaboration; durch die größeren Displays sind inzwischen auch komplexe textbasierte und multimediale Anwendungen nutzbar. Content aus Lernplattformen und Lern- und Wissensportalen wird direkt oder speziell aufbereitet auf mobile Geräte übertragen. Mithilfe von Touchscreens und der Einbindung der Außenwelt über die Kamera (im Sinne von Augmented Reality oder über QR-Codes) werden neue, spielerische Formen erprobt; es entstehen mobile Varianten des Game-based Learning bzw. von Edutainment. Freie Lehr- und Lernmaterialien ("Open Educational Resources") spielen im Mobile Learning genauso wie im E-Learning und Blended Learning generell eine Rolle, und Tools, die den Lernalltag besser bewältigen lassen, sind kostenlos zu haben. In bestimmten Kontexten kollidieren Interessen der Experten, Anbieter und Benutzer und Anforderungen von Institutionen. So könnten Kinder und Jugendliche in vielfältiger Weise mit Smartphones lernen; diese sind an Schulen jedoch häufig verboten. Studierende könnten ihre Notebooks und Tablets für Aufzeichnungen und Lerntagebücher einsetzen, sind aber oft in ihren virtuellen Gewohnheiten gefangen. Schwierig kann auch die Abgrenzung zwischen privatem und dienstlichem Gebrauch sein.

Literaturhinweise
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