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Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Coaching, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/55402/coaching-v12.html

Coaching

Kurzerklärung

Personalentwicklungskonzept oder spezielle Form des Case Managements.

Ausführliche Erklärung

I. Personal:

Personalentwicklungskonzept, bei dem ähnlich wie im Sport die Aufgabe einer Führungskraft u.a. darin gesehen wird, durch individuelle Betreuung der Mitarbeiter auf ihr Leistungsverhalten einzuwirken und einen Ausgleich zwischen Unternehmensanforderungen und Mitarbeiterbedürfnissen zu schaffen und damit Hilfestellung zur Selbstmotivation zu geben.

Vgl. auch Counseling.

II. Health Care Management:

1. Begriff: Coaching ist eine spezielle Form des Case Managements. Beim Coaching-Ansatz wird eher ein breites Behandlungsspektrum vorgehalten, wohingegen das Case Management prinzipiell ein spezielleres, tiefgründigeres Wissen erfordert.

2. Merkmale: Im Coaching sind verschiedenste Berufsfelder vereint und konkretisiert, ohne diese zu ersetzen. Insbesondere in niedrigschwelligen und stärker psychosozialen Gesundheitssituationen erhält dieser Ansatz eine bes. Bedeutung. Im Gegensatz zur klassischen, hierarchisch orientierten Leistungserbringer-Patient-Beziehung, ist die Beziehung des Coachs zum Patienten gleichberechtigter. Das Coaching hat einen stark koordinierenden Charakter. Mittels Coaching soll dem Patienten eine praktikable und transparente Orientierungshilfe im Gesundheitswesen ermöglicht werden. Außerdem sollen Schnittstellen zwischen sämtlichen, an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteuren überwunden und gleichzeitig die Effektivität der Versorgung erhöht werden. Koordination von Terminen und Behandlungen, Suche und Zusammenstellung patientenrelevanter Informationen in laienverständlicher Sprache oder Sicherstellung der Abrechnung und Kostenerstattung von Behandlungen sind nur einige Aufgaben des Coachings. Erfolgsfaktoren des Coachings sind einerseits der Vorzug niedrigschwelliger Ressourcen in Form von speziell qualifizierten Pflegepersonals vor der Höchstressource Arzt und dadurch der Einsatz von Gesprächszeit (im Gegensatz zur hektischen Situation in einer Praxis wird hier gezielt der Zeitdruck aufgehoben) und andererseits die Nutzung moderner Informationstechnologien (elektronische Patientenakte).

3. Formen: Wesentliche Formen des Coachings sind: a) Patientencoaching, umfasst die informationelle, transparente und koordinierende Unterstützung des Patienten im Gesundheitswesen. Von der individuellen Vorsorge (z.B. Ernährung) bis hin zu chronischen Versorgungsmaßnahmen bietet das Coaching eine individuelle Hilfestellung für den Patienten. Gleichermaßen stellt das Coaching durch seine koordinierende Funktion zwischen Patient und Leistungserbringer, aber auch zwischen den einzelnen Leistungserbringern bzw. Sektoren, eine allg. Entlastung für die Versorgungssituation dar. Das umfassende Aufgabengebiet des Coachings bedarf einer fundierten und weitreichenden Ausbildung bez.  rechtlicher, organisatorischer, medizinischer und gesundheitswesenspezifischer Aspekte. Die durchaus enge Beziehung des Coachs zum Patienten bedarf darüber hinaus höchster Integrität auf der Suche nach einer angemessenen Versorgung und nicht zuletzt der Schweigepflicht.–
b) Gesundheitscoaching, ist eine Teilaufgabe des Patientencoachings. Aufgabengebiete beider Formen gehen fließend ineinander über. Im Gegensatz zum Patientencoaching umfasst das Gesundheitscoaching jedoch sämtliche Bereiche des alltäglichen Lebens (z.B. Work-Life Balance, Ernährung, Stressmanagement). Patientencoaching konzentriert sich insbesondere auf Inhalte des medizinischen Leistungsspektrums. Verstärkt ist hier fundiertes Wissen über Krankheiten erforderlich. Demgegenüber kann Gesundheitscoaching quasi überall Anwendung finden. Vorrangig soll das Gesundheitscoaching bereits im Vorfeld einer Krankheit dem Patienten eine Hilfestellung geben, weshalb v.a. Wissen über Prävention und gesundes Leben notwendig sind. Gesundheitsschwächende Faktoren sollen aufgedeckt sowie Strategien zur Vermeidung aufgezeigt und gemeinsam erarbeitet werden.

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