| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Andrea Hafenstein untersucht die Einflussfaktoren auf die Verwendung von Nachhaltigkeitsinformationen und die Entscheidung von Anlegern, in nachhaltige Unternehmen zu investieren. ... Vorschau
49.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Wert aller Aktien weltweit
Gesamtwert des weltweit an den Börsen gehandelten Aktienbestandes von 2000 bis 2011 (in Billionen US-Dollar)
Statistik: Wert aller Aktien weltweit
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Bezeichnung Mergers and Acquisitions (M&A) zu deutsch Fusion von Unternehmen und Erwerb von Unternehmen bzw. Unternehmensanteilen - steht für alle Vorgänge im Zusammenhang mit der Übertragung und Belastung von Eigentumsrechten an Unternehmen einschließlich der Konzernbildung, der Umstrukturierung von Konzernen, ... mehr
von  Jun.-Prof. Dr. Mark Mietzner
Unter dem Begriff Venture-Capital fasst man einen Teilbereich des Private-Equity-Geschäfts. Während Letzteres generell den Handel mit Eigenkapitalanteilen an nicht börsennotierten Unternehmen bezeichnet, handelt es sich beim Venture-Capital um zeitlich begrenzte Mittelüberlassungen in Form von Eigenkapital an das Spezialsegment der jungen ... mehr
von  Prof. Dr. Wolfgang Breuer

Aktie

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Anteil an einer Aktiengesellschaft, der entsprechende Mitgliedschaftsrechte verbrieft. Die Aktie dient der AG zur Beschaffung von Eigenkapital.

Ausführliche Erklärung:

I. Begriff:

Bruchteil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft (AG). Jede Aktie repräsentiert entweder einen auf volle Euro laufenden Nennwert (§ 8 II AktG, Nennwertaktie) oder ist als Stückaktie am Grundkapital beteiligt, ohne einen Nennbetrag auszuweisen (§ 8 III AktG). In diesem Fall sind alle Stückaktien am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt.

Die Aktie ist ein Wertpapier, das der Beteiligungsfinanzierung dient und das Mitgliedschaftsrecht des Aktionärs verbrieft. Im Zeitalter der elektronischen Medien wird zunehmend auf effektive Stücke verzichtet und mit Sammel- oder Globalurkunden gearbeitet. Die Satzung kann die Möglichkeit des Ausschlusses oder der Einschränkung des Aktionärsanspruchs auf Verbriefung vorsehen (§ 10 V AktG). Im Regierungsentwurf zur sog. Aktienrechtsnovelle 2014, die voraussichtlich 2014 bzw. Anfang 2015 verabschiedet wird, sind für Inhaberaktien und für Namensaktien Änderungen vorgesehen, vgl. bei Aktienrechtsnovelle 2014.

II. Arten:

1. Nach der Übertragung unterscheidet man Inhaberaktien als auf den Inhaber lautende Aktien und Namensaktien.

Sonderform: vinkulierte Namensaktie (vinkulierte Aktie): Der Eigentumswechsel (Verkauf) ist genehmigungspflichtig.

2. Nach dem Umfang der verbrieften Rechte gibt es Stammaktien (diese gewähren dem Aktionär alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Aktionärsrechte) und Vorzugsaktien (das sind Aktien mit zusätzlichen Vorrechten, z.B. auf eine Mindestdividende).

3. Nach der Art der Beteiligung am Grundkapital der AG gibt es Nennbetragsaktien auf eine feste Summe (Nennwert) lautende Aktie und Quotenaktien (diese verkörpern einen für alle Aktien gleichen Anteil am Grundkapital in Deutschland in Form der Stückaktie).

4. Sonstige: Auf Besonderheiten weisen die Bezeichnungen von Aktien als Volksaktien oder Belegschaftsaktien sowie junge Aktien und Gratisaktien hin.

III. Rechtsnatur:

1. Rechtsgrundlagen in Deutschland: Aktiengesetz (AktG) vom 6.9.1965 (BGBl. I 1089) m.spät.Änd. und Einführungsgesetz zum Aktiengesetz (EAktG) vom 6.9.1965 (BGBl. I 1185) m.spät.Änd.

2. Das Grundkapital der Aktiengesellschaft und der Kommanditgesellschaft auf Aktien ist in Aktien zerlegt (§ 1 II AktG). Der Mindestnennbetrag von Nennbetragsaktien ist ein Euro, höhere Nennbeträge müssen auf volle Euro lauten (§ 8 II AktG). Der auf die einzelne Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital darf einen Euro nicht unterschreiten (§ 8 III AktG). Aktien sind unteilbar (§ 8 V AktG).

3. Ausgabe: Die Ausgabe von Aktien verschiedener Nennbeträge ist zulässig. Die Ausgabe von Aktien (Emission) mit Disagio (unter dem Nennwert bzw. rechnerischen Nennwert, Unterpari-Emission) ist unzulässig, mit Agio (Überpari-Emission) zulässig (§ 9 AktG). Das Agio ist in die Kapitalrücklage einzustellen.

4. Mitgliedschaft: Die in der Aktie verkörperte Mitgliedschaft umfasst die Rechte und Pflichten des Aktionärs. Rechte des Aktionärs sind das Recht auf Gewinnanteil (Dividende) gemäß §§ 58 IV und 60 II AktG, das Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung sowie das Stimmrecht in der Hauptversammlung, das Bezugsrecht auf junge Aktien (§ 186 I AktG) bei Kapitalerhöhungen bzw. auf Wandelschuldverschreibungen (Wandelanleihe), Optionsschuldverschreibungen (Optionsanleihe), Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechte (§ 221 IV AktG) und das Recht auf quotenmäßigen Anteil am Liquidationserlös. Der Aktionär hat die Pflicht, die Kapitaleinlage zu leisten. Die Satzung kann den Aktionären Nebenverpflichtungen (wiederkehrende, nicht in Geld bestehende Leistungen) auferlegen (§ 55 AktG).

IV. Wirtschaftliche Funktionen:

1. Die Aktie als Finanzierungsinstrument dient der Beschaffung von Eigenkapital.

2. Die Aktie als Anlageinstrument hat vorrangig für Unternehmen und private Haushalte Bedeutung. Anlegergruppen sind ausländische Investoren, Versicherungsunternehmen, Kapitalanlagegesellschaften und Kreditinstitute sowie öffentliche Haushalte. Mit einer Anlage in Aktien können verschiedene Ziele verfolgt werden: dauernde, ertragbringende Kapitalanlage (Anlagemotiv), Sachwertbeteiligung zur Vermeidung von Geldwertverlusten (Sachwertmotiv), Gewinnerzielung über Kauf und Verkauf (Spekulationsmotiv) und (für Großanleger) Einflussnahme auf die Geschäftspolitik der AG bzw. Beherrschung des Unternehmens (Mitsprache- und Beherrschungsmotiv).

V. Steuerrecht:

1. Einkommensteuer: a) Zur Besteuerung des an die Aktionäre ausgeschütteten Gewinnanteils

vgl. Gewinnausschüttung.
b) Ein Veräußerungsgewinn aus der Veräußerung einer Aktie unterliegt generell der Einkommensteuer. Steuerpflichtig ist außerdem die Veräußerung von einbringungsgeborenen Anteilen im Sinn des UmwStG. Ab dem Veranlagungszeitraum 2009 unterliegen Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen im Privatvermögen und wenn die Beteiligungshöhe unter 1 Prozent liegt, unabhängig von der Anlagedauer in vollem Umfang als Kapitaleinkünfte der 25-prozentigen Abgeltungsteuer. Im Gegenzug können damit anfallende Veräußerungsverluste unabhängig vom Zeitraum zwischen Erwerb und Veräußerung steuerliche abgezogen werden. Die Neuregelung gilt für Veräußerungen von Anteilen, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden. Befindet sich die Beteiligung im Betriebsvermögen oder handelt es sich um eine wesentliche Beteiligung i.S.d. § 17 EStG (Beteiliung ab 1 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre), erfolgt die Besteuerung der Veräußerungsgewinne unter Berücksichtigung des Teileinkünfteverfahrens mit einem Steuersatz von 60 Prozent.

2. Körperschaftsteuer: Sowohl laufende Erträge als auch Veräußerungsgewinne aus Aktien sind steuerbefreit (95 Prozent gemäß § 8b KStG), um eine doppelte Belastung der Aktien mit Körperschaftsteuer zu vermeiden.

3. Gewerbesteuer: Erträge aus Aktien sind in vollem Umfang steuerbefreit, wenn die Beteiligung mind. 15 Prozent (bis zum 31.12.2007 zehn Prozent) beträgt; sie sind dagegen voll gewerbesteuerpflichtig, wenn die Beteiligung geringer als 15 Prozent (bis zum 31.12.2007 zehn Prozent) ist. Soweit der einkommen- oder körperschaftsteuerliche Gewinn von diesem gewünschten gewerbesteuerlichen Endergebnis abweicht, sind für gewerbesteuerliche Zwecke entsprechende Hinzurechnungen oder Kürzungen (§§ 8, 9 GewStG) vorzunehmen.

4. Substanzsteuern, bes. Erbschaftsteuer bis zum 31.12.2008: Nach dem für diese Zwecke maßgeblichen Bewertungsgesetz sind: a) Börsennotierte Aktien mit dem Kurswert zu bewerten (§ 11 I BewG; niedrigster Kurswert an einer dt. Börse zum Stichtag).
b) Bei nicht-börsennotierten Aktien wird der gemeine Wert aus Verkäufen des letzten Jahres vor dem Stichtag abgeleitet oder - wenn solche Daten nicht vorliegen, ist der Wert zu schätzen. Ein solches Schätzwertverfahren ist bspw. das so genannte Stuttgarter Verfahren.
c) Für Aktien an ausländischen Kapitalgesellschaften, die nicht an einer dt. Börse zum amtlichen Handel zugelassen sind, kann der gemeine Wert aus den Kursen des Emissionslandes abgeleitet werden.
d) Erbschaftsteuerreform, wirksam nach dem 31.12.2008:Die Bewertung von Unternehmen (Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften) für erbschaftsteuerliche Zwecke wie folgt vorgenommen: Der Unternehmenswert ist vorrangig aus Verkäufen unter fremden Dritten abzuleiten, die weniger als ein Jahr vor dem Besteuerungszeitpunkt zurückliegen. Liegen keine zeitnahen Verkäufe vor, ist der gemeine Wert unter Berücksichtigung der Ertragsaussichten oder einer anderen anerkannten Methode zu schätzen. Bspw. kann dabei die Methode angewendet werden, die ein Erwerber der Bemessung des Kaufpreises zugrunde legen würde. Als Mindestwert gilt jedoch die Summe der gemeinen Werte aller Einzelwirtschaftsgüter abzüglich der Schulden (Substanzwert).

VI. Sonstiges:

Steht die Aktie mehreren Berechtigten zu, so können Rechte daraus nur durch einen gemeinschaftlichen Vertreter ausgeübt werden. Berechtigte haften für Leistungen auf Aktien gesamtschuldnerisch. Willenserklärungen der AG sind gegenüber gemeinschaftlichem Vertreter, ggf. gegenüber einem Berechtigten abzugeben.

Vgl. auch Emission, Sanierung.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
Sachgebiete
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Allgemein Die Erbschaftsteuer besteuert den Übergang von Vermögenswerten. Dies kann im Erbfall der Übergang der Vermögenswerte auf den Erben oder aber im Schenkungsfall unter Lebenden auch die Besteuerung der verschenkten Vermögenswerte sein. Auch die Vermögensübertragung im Falle einer Zweckzuwendung unterliegt ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Hans-Ulrich Dietz
I. Begriff Zweig der Agency-Theorie, dessen Schwerpunkt im Gegensatz zur positiven Agency-Theorie auf der Entwicklung und Analyse mathematischer Prinzipal-Agent-Modelle liegt. II. Merkmal Informationsasymmetrie Wesentliches Merkmal der Prinzipal-Agent-Theorie ist die Annahme, dass Prinzipal und Agent asymmetrisch informiert sind (Informationsasymmetrie). Dabei werden drei Arten asymmetrischer ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Mathias Erlei, Dr. Udo Schmidt-Mohr
I. Position und Wesen der Eigenverantwortlichkeit Die Berufspflichten des Wirtschaftsprüfers (WP) sind umfangreich und bedeutend. Folgt man der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) und dem Katalog des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen Wirtschaftsprüferhandbuches (WPH), der sich an der WPO orientiert, dann gehören hauptsächlich ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  WP Dr. Werner Krommes
Vernetzung