| 
 | 
 | 

Asset Liability Management (ALM)

Kurzerklärung
1. Begriff: Managementansatz, bei dem die Risiken aus dem leistungswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Bereich unternehmenszielbezogen aufeinander abgestimmt werden. ALM beinhaltet im Kern die zielgerichtete Koordination der Steuerung der Aktiva und Passiva, der Abstimmung der Anlageportfolios (Assets) mit den durch die Versicherungsprodukte induzierten versicherungstechnischen Verpflichtungen (Liabilities). 2. Basisziele: Ein ALM verfolgt zwei wesentliche Ziele: a) das Management der finanziellen Stabilität durch Kontrolle der eingegangenen Risikopositionen; b) auf das erste Ziel ... Ausführliche Erklärung
Fachautoren für dieses Stichwort
Buch zum Thema
Dieses Handbuch bietet erstmals einen klaren und vollständigen Überblick über den komplexen Markt der Vermögensanlage von Versicherungs- und Investmentgesellschaften, Banken ... mehr
Ausführliche Erklärung

1. Begriff: Managementansatz, bei dem die Risiken aus dem leistungswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Bereich unternehmenszielbezogen aufeinander abgestimmt werden. ALM beinhaltet im Kern die zielgerichtete Koordination der Steuerung der Aktiva und Passiva, der Abstimmung der Anlageportfolios (Assets) mit den durch die Versicherungsprodukte induzierten versicherungstechnischen Verpflichtungen (Liabilities).

2. Basisziele: Ein ALM verfolgt zwei wesentliche Ziele: a) das Management der finanziellen Stabilität durch Kontrolle der eingegangenen Risikopositionen;
b) auf das erste Ziel aufbauend das Management der Profitabilität, ggf. in Form eines Abgleichs bzw. einer Optimierung von eingegangenem Risiko und resultierender Rendite. Die evaluierten und gesteuerten Rendite-/Risiko-Positionen betreffen dabei die Produkt- bzw. Investmentebene sowie die Ebene des Gesamtunternehmens.

3. Interdependenzen zwischen Assets und Liabilities: Interdependenzen bestehen auf der Produktebene. Im Bereich der Lebensversicherung impliziert insbesondere die Produktgestaltung (z.B. Art und Umfang des Garantiezinses, Höhe und Form der Überschussbeteiligung) entsprechende Anforderungen an das Rendite-/Risiko-Profil der zu tätigenden Kapitalanlagen. Auf der anderen Seite haben Rendite-/Risiko-Verhältnisse auf den Kapitalmärkten, die einzuhaltenden Kapitalanlagerestriktionen sowie die Kapitalanlagestrategie Rückwirkungen auf die Finanzierbarkeit und Profitabilität der Produkte. Im Bereich der Schadenversicherung generieren die Produkte in unterschiedlichem Ausmaß Anlagekapital, das als Zinsträger zur Kapitalanlage zur Verfügung steht. Auch in der Schadenversicherung haben die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten und die Investmentstrategie Rückwirkungen auf die Profitabilität der Produkte, daneben treten weitere Interdependenzen durch die Preispolitik (Cash Flow Underwriting) oder gesetzliche Vorschriften (z.B. Abzinsungsgebot für Rückstellungen).

4. Determinanten: Für das ALM existieren drei Hauptdeterminanten, die für die sich in praxi ergebende Ausgestaltung wesentlich sind: a) Spartenabhängigkeit des ALM, b) Produktabhängigkeit des ALM und c) Länderabhängigkeit des ALM.

5. Steuerungsgrößen: Steuerungsgrößen eines ALM-Modells sind regelmäßig zentrale finanzielle Kenngrößen (Performancekennzahlen) des Versicherungsunternehmens, entweder als Relativgrößen (Renditegrößen, wie z.B. Return on Equity und Return on Risk Adjusted Capital) oder als absolute Größen (Gewinn- bzw. Erfolgsgrößen oder Bar- bzw. Endwerte).

6. Analyseoptionen: Hinsichtlich der Analyseoptionen einer ALM-Untersuchung können unterschieden werden: a) Szenario-Testing (inkl. Stress-Testing), b) Evaluation von Rendite-/Risiko-Profilen und c) Optimierung.

Version:
Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
Sachgebiete
Asset Liability Management (ALM)
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Suche
 
Aktuelle Statistik zur Definition (von statista.com)
Größte Versicherungsschäden weltweit
Die teuersten Versicherungsschäden von 1970 bis 2010 (in Millionen US-Dollar)
Statistik: Größte Versicherungsschäden weltweit Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Akademische Arbeiten zur Definition (von grin.com)
Zum Thema eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Bachelorarbeit, Seminararbeit oder Referat versandkostenfrei herunterladen (pdf-Datei):
Weitere akademische Arbeiten zur Definition "Asset Liability Management (ALM)"
Schwerpunktbeiträge des Tages
Unter der risikoorientierten Bepreisung wird die Festlegung eines Preises für eine unternehmerische Leistung verstanden, bei der neben den Kosten der Leistung und einem i.d.R. prozentualen Aufschlag als Abgeltung des Unternehmerwagnisses auch mögliche Risiken mit einbezogen werden.
von  Dr. Markus Siepermann
Electronic Business nutzt digitale Informationstechnologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen mit dem Ziel der Generierung eines elektronischen Mehrwerts. Information, Kommunikation und Transaktion als die zentralen Bausteine des Electronic Business werden dabei über digitale Netzwerke transferiert bzw. abgewickelt. In der Konsequenz sind ... mehr
von  Prof. Dr. Tobias Kollmann
Anzeige