| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Jan Fürwentsches würdigt die geltenden IFRS-Normen als inkonsistent und unzureichend und zeigt auf, dass das Schuldrecht für eine zutreffende Bilanzierung ... Vorschau
59.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Abschreibungen in Deutschland
Abschreibungen in der gesamten deutschen Volkswirtschaft von 2001 bis 2010 (in Milliarden Euro)
Statistik: Abschreibungen in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
I. Ausgangslage und Ziele Die Energiewende, die Realisierung eines Konzepts für ein Energieversorgungssystem in der Bundesrepublik Deutschland, das auf erneuerbaren Energien basiert, sieht vor, den Anteil dieser erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von knapp 20 Prozent im Jahr 2011 auf ... mehr
von  Prof. Dr. Claudia Kemfert
I. Charakterisierung Die Neukeynesianische Makroökonomik oder Neue Keynesianische Makroökonomik ist eine vollständig mikrofundierte makroökonomische Theorie. Sie steht in der Tradition der Theorie des dynamischen allgemeinen Gleichgewichts und ist aus der realen Konjunkturtheorie (Real Business Cycle Theory) durch Berücksichtigung nominaler Rigiditäten ... mehr
von  Prof. Dr. Hans-Werner Wohltmann

Bilanzierung von Software

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Während für entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände ein Aktivierungsgebot besteht, wird für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ein Aktivierungswahlrecht eingeräumt.

Ausführliche Erklärung:

I. Grundlagen:

Während für entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände ein Aktivierungsgebot besteht, wird für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ein Aktivierungswahlrecht eingeräumt. Gemäß § 248 II HGB können immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nicht entgeltlich erworben wurden, aktiviert werden. Folglich ist zunächst zu beurteilen, ob es sich bei der Software um einen materiellen oder immateriellen Vermögensgegenstand handelt. Handelt es sich um einen immateriellen Vermögensgegenstand, ist festzustellen, ob dieser Vermögensgegenstand entgeltlich erworben wurde oder selbst geschaffen ist.

Grundsätzlich ist im Rahmen der Klassifizierung von Software für bilanzielle Zwecke zu unterscheiden zwischen
(a) Firmware (mit dem Computer verbundene Programmbausteine, die Hardware und Software miteinander verbinden und die Elementarfunktionen des Computers steuern): ist als unselbstständiger Teil der Hardware im Sachanlagevermögen zu aktivieren.
(b) Systemsoftware (Gesamtheit der im Betriebssystem zusammengefassten Programme): ist als immaterieller Vermögensgegenstand zu aktivieren.
(c) Anwendungssoftware (Oberbegriff für alle Programme, die die Datenverarbeitungsaufgaben des Anwenders lösen. Hier wird zwischen Standard- und Individualsoftware unterschieden).

II. Bilanzierung von Standardsoftware:

1. Für den Eigenbedarf selbsterstellte Software: Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 II HGB.

2. Für den Eigenbedarf entgeltlich erworbene Standardsoftware: Erwirbt der Käufer eine Lizenz zur Nutzung bestimmter Standardsoftware, ist diese mit ihren Anschaffungskosten im Anlagevermögen unter der Position „Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte” zu aktivieren. Handelt es sich hingegen um ein mietähnliches Vertragsverhältnis (z.B. zeitlich begrenzte Nutzung gegen laufendes Entgelt), ist eine Aktivierung unzulässig. Das laufend zu entrichtende Entgelt ist bei Leistung als Aufwand zu verrechnen.

3. Für den Fremdbedarf selbsterstellte oder erworbene Software: Grundsätzlich erfolgt eine Aktivierung im Umlaufvermögen unabhängig davon, ob die Software anonym vermarktet wird oder ob es sich um eine individuelle Auftragsfertigung handelt.

III. Bilanzierung von Individualsoftware:

1. Für den Eigenbedarf selbsterstellte Software: Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 II HGB.

2. Für den Eigenbedarf von einem Dritten erstellte Software: Hier ist zwischen Software, die im Rahmen eines vom Software-Anwender mit einem Software-Anbieter geschlossenen Dienstvertrags, und Software, die im Rahmen eines Werkvertrags erstellt wurde, zu unterscheiden. Wird die Software im Rahmen eines Dienstvertrags erstellt, liegt eine Eigenherstellung vor. Herstellungskosten dürfen folglich aktiviert werden. Kennzeichnend für den Dienstvertrag ist, dass der Software-Anwender das wirtschaftliche Risiko einer nicht erfolgreichen Realisierung des Projekts trägt. Individualsoftware, die aufgrund eines Werkvertrags erstellt wurde, ist im Anlagevermögen zu Anschaffungskosten zu aktivieren. Zu den Anschaffungskosten zählen neben dem Entgelt für die Lieferung auch die Kosten der Implementierung, falls diese vom Hersteller oder einem anderen Software-Provider vorgenommen wurde.




3. Für den Fremdbedarf erstellte Individualsoftware: Sie ist entsprechend den oben genannten Kriterien für Standardsoftware, die für den Fremdbedarf entwickelt wurde, zu behandeln.

IV. Umfang der Anschaffungskosten:

Zu den Anschaffungskosten von Software gehören neben dem Kaufpreis auch Aufwendungen zur Realisierung der Betriebsbereitschaft.

V. Folgebewertung von Software:

Software ist aufgrund der begrenzten zeitlichen Nutzbarkeit planmäßig abzuschreiben. Die planmäßige Abschreibung beginnt im Zeitpunkt der Herstellung der Betriebsbereitschaft. Der Zeitpunkt der tatsächlichen Ingebrauchnahme ist nicht relevant. Eine außerplanmäßige Abschreibung kommt in Betracht, wenn von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen ist.

VI. Einzelprobleme:

1. Maßnahmen zur Erweiterung oder Verbesserung von Software: Liegt das wirtschaftliche Risiko der Realisierung der Erweiterungs- oder Verbesserungsmaßnahmen beim Software-Anwender, dürfen die hierfür angefallenen nachträglichen Herstellungskosten nicht aktiviert werden. Verbleibt das Herstellungsrisiko jedoch bei einem Dritten, liegen aktivierungspflichtige (nachträgliche) Anschaffungskosten vor.

2. Customizing: Customizing umfasst die Parametrisierung und weitere Maßnahmen zur Einbettung der Software in das konkrete betriebliche Umfeld. Zu unterscheiden ist zwischen Aufwendungen für Maßnahmen, die dazu dienen, Standardsoftware in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, und Aufwendungen, die für eine umfangreiche Bearbeitung und Ergänzung der in der Standardkonfiguration ausgelieferten Software geleistet werden. Erstere sind als Anschaffungskosten zu aktivieren; letztere gehören nicht zu den Anschaffungskosten, solange es sich nicht um eine Erweiterung oder wesentliche Verbesserung handelt, für die ein Dritter das Herstellungsrisiko trägt.

3. Release-Wechsel und Updates: Aufwendungen für Release-Wechsel und Updates, d.h. die verbilligte Überlassung der neuesten Programmversion für Anwender der Altversion, sind als laufender Erhaltungsaufwand zu erfassen, sofern die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit im Vordergrund steht. Führen Release-Wechsel und Updates hingegen zu einer tief greifenden Überarbeitung der bisherigen Programmversion, wird ein neuer Vermögensgegenstand erworben, der bei Vorliegen der Voraussetzungen mit seinen Anschaffungskosten zu aktivieren ist. Das alte Programm ist außerplanmäßig abzuschreiben.

VII. Bilanzierung von Software nach US-GAAP und IAS/IFRS:

Entsprechend den Vorschriften des HGB wird nach US-GAAP und IAS/IFRS ebenfalls zwischen entgeltlich erworbener und selbsterstellter Software sowie zwischen Software, die dem Unternehmen dauerhaft dienen soll und folglich im Anlagevermögen zu aktivieren ist, und Software, die für den Verkauf bestimmt ist und folglich im Umlaufvermögen aktiviert wird, unterschieden.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Bilanzierung von Software
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Sozioökonomie steht für ein Forschungsprogramm, das wirtschaftliches Handeln sowie die Kerninstitutionen und Strukturen der modernen Wirtschaft nicht allein unter „ökonomischen“ Gesichtspunkten (Effizienz) und unter ausschließlicher Berücksichtigung ökonomischer Faktoren (Nutzen- und Gewinnorientierung der Akteure auf der einen Seite und die ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Andrea Maurer
I. Zwecke der Konzernrechnungslegung Gehört ein Unternehmen als Mutter- oder Tochterunternehmen einem Konzern an, so ist die Aussagefähigkeit seines Jahresabschlusses aufgrund konzerninterner Beziehungen sowie der Möglichkeit konzerninterner Sachverhaltsgestaltungen eingeschränkt. D.h., die dem Jahresabschluss zugedachten Funktionen (Dokumentationsfunktion, Ausschüttungsbemessungsfunktion und Informationsfunktion) können nur ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Professor Dr. Dr. h.c. Ralf Michael Ebeling
I. Begriff und Einordnung Unter Internet Business wird die Abwicklung von Geschäftsprozessen jedweder Art über das Internet verstanden. Darunter fallen sowohl interne Prozesse, die sich nur auf Kommunikationspartner innerhalb eines Unternehmens beziehen, als auch solche Prozesse, die zwischen zwei Geschäftspartnern außerhalb ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Markus Siepermann