| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Controllingsysteme können heute nicht mehr losgelöst von der eingesetzten IT betrachtet werden. Dieses Lehrbuch führt in die IT-gestützte Kostenrechnung als ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Abschreibungen in Deutschland
Abschreibungen in der gesamten deutschen Volkswirtschaft von 2001 bis 2010 (in Milliarden Euro)
Statistik: Abschreibungen in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Werbung ist die Beeinflussung („Meinungsbeeinflussung“ Kroeber-Riel 1988, 29) von verhaltensrelevanten Einstellungen mittels spezifischer Kommunikationsmittel, die über Kommunikationsmedien verbreitet werden. Werbung zählt zu den Instrumenten der Kommunikationspolitik im Marketing-Mix. Durch die kostenintensive Belegung von Werbeträgermedien ist es das auffälligste und bedeutendste ... mehr
von  Prof. Dr. Jürgen Schulz
I. Position und Wesen der Eigenverantwortlichkeit Die Berufspflichten des Wirtschaftsprüfers (WP) sind umfangreich und bedeutend. Folgt man der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) und dem Katalog des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen Wirtschaftsprüferhandbuches (WPH), der sich an der WPO orientiert, dann gehören ... mehr
von  WP Dr. Werner Krommes

Bilanzierung von Software

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Während für entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände ein Aktivierungsgebot besteht, wird für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ein Aktivierungswahlrecht eingeräumt.

Ausführliche Erklärung:

I. Grundlagen:

Während für entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände ein Aktivierungsgebot besteht, wird für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ein Aktivierungswahlrecht eingeräumt. Gemäß § 248 II HGB können immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nicht entgeltlich erworben wurden, aktiviert werden. Folglich ist zunächst zu beurteilen, ob es sich bei der Software um einen materiellen oder immateriellen Vermögensgegenstand handelt. Handelt es sich um einen immateriellen Vermögensgegenstand, ist festzustellen, ob dieser Vermögensgegenstand entgeltlich erworben wurde oder selbst geschaffen ist.

Grundsätzlich ist im Rahmen der Klassifizierung von Software für bilanzielle Zwecke zu unterscheiden zwischen
(a) Firmware (mit dem Computer verbundene Programmbausteine, die Hardware und Software miteinander verbinden und die Elementarfunktionen des Computers steuern): ist als unselbstständiger Teil der Hardware im Sachanlagevermögen zu aktivieren.
(b) Systemsoftware (Gesamtheit der im Betriebssystem zusammengefassten Programme): ist als immaterieller Vermögensgegenstand zu aktivieren.
(c) Anwendungssoftware (Oberbegriff für alle Programme, die die Datenverarbeitungsaufgaben des Anwenders lösen. Hier wird zwischen Standard- und Individualsoftware unterschieden).

II. Bilanzierung von Standardsoftware:

1. Für den Eigenbedarf selbsterstellte Software: Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 II HGB.

2. Für den Eigenbedarf entgeltlich erworbene Standardsoftware: Erwirbt der Käufer eine Lizenz zur Nutzung bestimmter Standardsoftware, ist diese mit ihren Anschaffungskosten im Anlagevermögen unter der Position „Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte” zu aktivieren. Handelt es sich hingegen um ein mietähnliches Vertragsverhältnis (z.B. zeitlich begrenzte Nutzung gegen laufendes Entgelt), ist eine Aktivierung unzulässig. Das laufend zu entrichtende Entgelt ist bei Leistung als Aufwand zu verrechnen.

3. Für den Fremdbedarf selbsterstellte oder erworbene Software: Grundsätzlich erfolgt eine Aktivierung im Umlaufvermögen unabhängig davon, ob die Software anonym vermarktet wird oder ob es sich um eine individuelle Auftragsfertigung handelt.

III. Bilanzierung von Individualsoftware:

1. Für den Eigenbedarf selbsterstellte Software: Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 II HGB.

2. Für den Eigenbedarf von einem Dritten erstellte Software: Hier ist zwischen Software, die im Rahmen eines vom Software-Anwender mit einem Software-Anbieter geschlossenen Dienstvertrags, und Software, die im Rahmen eines Werkvertrags erstellt wurde, zu unterscheiden. Wird die Software im Rahmen eines Dienstvertrags erstellt, liegt eine Eigenherstellung vor. Herstellungskosten dürfen folglich aktiviert werden. Kennzeichnend für den Dienstvertrag ist, dass der Software-Anwender das wirtschaftliche Risiko einer nicht erfolgreichen Realisierung des Projekts trägt. Individualsoftware, die aufgrund eines Werkvertrags erstellt wurde, ist im Anlagevermögen zu Anschaffungskosten zu aktivieren. Zu den Anschaffungskosten zählen neben dem Entgelt für die Lieferung auch die Kosten der Implementierung, falls diese vom Hersteller oder einem anderen Software-Provider vorgenommen wurde.




3. Für den Fremdbedarf erstellte Individualsoftware: Sie ist entsprechend den oben genannten Kriterien für Standardsoftware, die für den Fremdbedarf entwickelt wurde, zu behandeln.

IV. Umfang der Anschaffungskosten:

Zu den Anschaffungskosten von Software gehören neben dem Kaufpreis auch Aufwendungen zur Realisierung der Betriebsbereitschaft.

V. Folgebewertung von Software:

Software ist aufgrund der begrenzten zeitlichen Nutzbarkeit planmäßig abzuschreiben. Die planmäßige Abschreibung beginnt im Zeitpunkt der Herstellung der Betriebsbereitschaft. Der Zeitpunkt der tatsächlichen Ingebrauchnahme ist nicht relevant. Eine außerplanmäßige Abschreibung kommt in Betracht, wenn von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen ist.

VI. Einzelprobleme:

1. Maßnahmen zur Erweiterung oder Verbesserung von Software: Liegt das wirtschaftliche Risiko der Realisierung der Erweiterungs- oder Verbesserungsmaßnahmen beim Software-Anwender, dürfen die hierfür angefallenen nachträglichen Herstellungskosten nicht aktiviert werden. Verbleibt das Herstellungsrisiko jedoch bei einem Dritten, liegen aktivierungspflichtige (nachträgliche) Anschaffungskosten vor.

2. Customizing: Customizing umfasst die Parametrisierung und weitere Maßnahmen zur Einbettung der Software in das konkrete betriebliche Umfeld. Zu unterscheiden ist zwischen Aufwendungen für Maßnahmen, die dazu dienen, Standardsoftware in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, und Aufwendungen, die für eine umfangreiche Bearbeitung und Ergänzung der in der Standardkonfiguration ausgelieferten Software geleistet werden. Erstere sind als Anschaffungskosten zu aktivieren; letztere gehören nicht zu den Anschaffungskosten, solange es sich nicht um eine Erweiterung oder wesentliche Verbesserung handelt, für die ein Dritter das Herstellungsrisiko trägt.

3. Release-Wechsel und Updates: Aufwendungen für Release-Wechsel und Updates, d.h. die verbilligte Überlassung der neuesten Programmversion für Anwender der Altversion, sind als laufender Erhaltungsaufwand zu erfassen, sofern die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit im Vordergrund steht. Führen Release-Wechsel und Updates hingegen zu einer tief greifenden Überarbeitung der bisherigen Programmversion, wird ein neuer Vermögensgegenstand erworben, der bei Vorliegen der Voraussetzungen mit seinen Anschaffungskosten zu aktivieren ist. Das alte Programm ist außerplanmäßig abzuschreiben.

VII. Bilanzierung von Software nach US-GAAP und IAS/IFRS:

Entsprechend den Vorschriften des HGB wird nach US-GAAP und IAS/IFRS ebenfalls zwischen entgeltlich erworbener und selbsterstellter Software sowie zwischen Software, die dem Unternehmen dauerhaft dienen soll und folglich im Anlagevermögen zu aktivieren ist, und Software, die für den Verkauf bestimmt ist und folglich im Umlaufvermögen aktiviert wird, unterschieden.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Bilanzierung von Software
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff: Das Kunstwort „Ergonomie“ ist griechischen Ursprungs und setzt sich zusammen aus den Begriffen „ergon“, gleichbedeutend mit dem Begriff Arbeit und „nomos“, was mit Gesetz oder Regel übersetzt werden kann. Daraus folgt, dass die Ergonomie die Lehre der Gesetzmäßigkeit der ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Thomas Bartscher
Einem Zwangsversteigerungsantrag sind meist langwierige Bemühungen seitens des Gläubigers und eventuell auch des Schuldners vorangegangen, diese Zwangsmaßnahme zu verhindern. Der Grund hierfür liegt im komplizierten und für Außenstehende und Betroffene nur bedingt kalkulierbaren Verlauf sowie der langwierigen Dauer eines Zwangsversteigerungsverfahrens. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Helmut Keller
I. Allgemeines zur Zinsschranke Im Rahmen der Unternehmensteuerreform 2008 wurde der steuerliche Abzug von Zinsen mit der Einführung der Zinsschranke (§ 4h EStG) beschränkt. Gründe für die Einführung der Zinsschranke waren bspw., dass die Zinsschrankenregelung das inländische Steuersubstrat sichern soll, indem ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  StB Birgitta Dennerlein