| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Gesundheitsökonomische Evaluationen dienen dazu, die Kosten und den Nutzen verschiedener medizinischer Maßnahmen in Relation zueinander zu setzen, um dann Prioritäten ... Vorschau
89.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente
Durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2010 (in Euro)
Statistik: Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Unternehmerische Tätigkeiten bedürfen einer Planung, damit ihre möglichen Auswirkungen überschaubar und ihr zukünftiger Erfolg so weit als möglich erkennbar gemacht werden kann. Unter einer Unternehmensplanung i.e.S. versteht man die Institutionalisierung und Formalisierung der Planungsfunktion im Unternehmen. Sie ist ein Managementkonzept ... mehr
von  Prof. Dr. Günter Müller-Stewens
Bankassurance oder Assurancebanking bezeichnet die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Marktauftritt von Kreditinstituten (Banken) und Versicherungsunternehmen, auch allgemein Allfinanz genannt. Ziel dabei ist es, den Kunden ein umfassendes und abgestimmtes Produktangebot an Finanzdienstleistungen zu unterbreiten und so die Kundenbindung zu stärken, ... mehr
von  Prof. Dr. Reinhold Hölscher, Dr. Ulrike Erdmann

Chronic Care Modell

Definition

ANZEIGE

1. Begriff: umfasst die ganzheitlich gesteuerte Versorgung chronisch Kranker über die einzelnen Sektorengrenzen hinweg.

2. Merkmale: Ein Großteil der Kosten im Gesundheitswesen entfällt auf einen lediglich kleinen Teil der Bevölkerung (10 Prozent der Versicherten verursachen 80 Prozent der Kosten). Die Konzentration auf diesen Bevölkerungsteil verspricht ein äußerst hohes Effizienzpotential. Ziel ist es, durch eine koordinierte Versorgung Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Risikofaktoren zu senken, einen effizienten Behandlungsverlauf im Krankheitsfall zu gewährleisten und im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung der Versorgung durchgeführte Maßnahmen zu evaluieren und Verbesserungsmaßnahmen zu implementieren. Durch die gestiegene Lebenserwartung erhöht sich die Rate chronisch Kranker und multimorbider Krankheitsfälle. Im Zuge einer zunehmenden Multimorbidität (Vorliegen mehrerer Erkrankungen gleichzeitig) unter der Bevölkerung gewinnen Chronic Care Modelle an bes. Bedeutung im Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen.

3. Formen: Verschiedene Formen zur gezielten Behandlung chronisch Kranker sind dabei vorstellbar. Exemplarisch seien im Folgenden einige angeführt: a) Disease Management ist die strukturierte, kontinuierliche und sektorenübergreifende Versorgung chronisch kranker Patientengruppen nach wissenschaftlich anerkannten Methoden. Die aktive Einbindung betroffener Patienten ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts.

b) Case Management: Im Gegensatz zum Disease Management liegt der Schwerpunkt nicht in der Betreuung eines Patientenkollektivs durch mehrere Betreuer, sondern in der Einzelfallbetreuung. Zusätzlich wird kein komplettes Krankheitsbild abgedeckt, sondern gezielt ein Behandlungsplan (Care Plan) an den Bedürfnissen des Patienten und den Anforderungen des Auftraggebers ausgerichtet.

c) Gatekeeping umfasst die gezielte Leistungssteuerung durch einen bes. qualifizierten Arzt. Der Arzt (v.a. Allgemeinmediziner oder niedergelassener Internist; im Folgenden als Hausarzt bezeichnet) ist im Krankheitsfall die erste Anlaufstelle für den Patienten und übernimmt eine Art Lotsenfunktion (Gatekeeper) entlang der Versorgungskette. Gemeinsamkeiten zwischen Gatekeeping und Case Management bestehen in der Übernahme eines bestimmten Versorgungsprozesses durch einen Betreuer. Im Gegensatz zum Case Manager führt der Gatekeeper aber Diagnosen sowie Behandlungen durch und verschreibt Medikamente.

4. Grundlegende Gemeinsamkeiten: Chronic Care Modelle bauen im Wesentlichen auf drei Grundsätzen auf. Eine optimale Versorgungssituation ist zu definieren, eine effektive Verbesserungsstrategie zu entwickeln und konkrete Maßnahmen sind daraus abzuleiten und zu implementieren. Dabei dient die Berücksichtigung der in der Abbildung aufgeführten Elemente einer erfolgreichen Verbesserung der Versorgung.

Leistungserbringer sind frühzeitig in die Verbesserungsstrategie mit einzubeziehen. Ein einfacher Zugang zu aktuellem Wissen sollte den Leistungserbringern ermöglicht werden und durch die Einrichtung einrichtungsübergreifender Informationstechnologie eine stets aktuelle Gesamtschau über patientenrelevante Daten zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollte das Selbstmanagement und die Verantwortung des Patienten durch geeignete Maßnahmen gestärkt werden.

5. Risiken: Bei sämtlichen Modellen stehen Kostenvorteile durch die verbesserte Behandlung den Kosten durch einen zumindest anfänglich höheren Ressourcen- und Verwaltungsaufwand gegenüber. Tiefgreifende Veränderungen im Versorgungsprozess erfordern einen aktiv begleiteten Bewusstseinswandel aller Beteiligten. Vor dem Hintergrund zunehmend multimorbider Erkrankungen sollte eine ganzheitliche Versorgung gegenüber einer Aneinanderreihung einzelner Modelle bevorzugt werden.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Chronic Care Modell
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Entrepreneurship bezeichnet zum einen das Ausnutzen unternehmerischer Gelegenheiten sowie den kreativen und gestalterischen unternehmerischen Prozess in einer Organisation, bzw. einer Phase unternehmerischen Wandels, und zum anderen eine wissenschaftliche Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre. Die Entrepreneurship-Forschung (auch Gründungsforschung) präsentiert sich als ein ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Tobias Kollmann
I. Grundbegriffe Das Käuferverhalten umfasst das Verhalten von Nachfragern beim Kauf, Ge- und Verbrauch von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen. Hiervon abzugrenzen und enger gefasst ist das Konsumentenverhalten, welches sich auf das Verhalten von Endverbrauchern beim Kauf und Konsum von wirtschaftlichen Gütern ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Prof. h. c. Bernhard Swoboda, Prof. Dr. Thomas Foscht
Die seit 1988 geltende und seither mehrfach ergänzte Eigenkapitalvereinbarung („Basel I“) wurde zum 1.1.2007 durch die neue Eigenkapitalvereinbarung („Basel II“) ersetzt. Erweiterungen soll die Vereinbarung ab 2013 durch "Basel III" erfahren. Die Empfehlungen des Basler Ausschusses stützen sich auf drei Pfeiler. 1. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dres. h. c. Henner Schierenbeck, Prof. Dr. Michael Pohl