| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das Essential bietet eine umfassende Einführung in die Kommunikation von Compliance aus konzeptioneller, redaktioneller und rechtlicher Perspektive. Annika Schach und ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Wert aller Aktien weltweit
Gesamtwert des weltweit an den Börsen gehandelten Aktienbestandes von 2000 bis 2011 (in Billionen US-Dollar)
Statistik: Wert aller Aktien weltweit
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Fundraising ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten einer steuerbegünstigten Organisation, welche darauf abzielen, alle benötigten Ressourcen (Geld-, Sach- und Dienstleistungen) durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Ressourcenbereitsteller (Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, öffentliche Institutionen) zu möglichst ... mehr
von  Prof. Dr. Michael Urselmann
Im Rahmen der experimentellen Wirtschaftsforschung werden kontrollierte Laborexperimente, Feldexperimente und Simulationen durchgeführt. Diese dienen vorrangig dazu, wirtschaftswissenschaftliche Theorien einer strengen Überprüfung zu unterziehen oder wirtschaftsbezogene Verhaltensmuster unter kontrollierten Rahmenbedingungen aufzudecken. Typischerweise haben die Teilnehmer an Experimenten nach vorgegebenen Spielregeln Entscheidungen ... mehr
von  Prof. Dr. Mathias Erlei

Compliance

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

sinngemäß Einhaltung bestimmter Gesetze, Regeln.

Ausführliche Erklärung:

I. Bankwirtschaft:

Der Begriff stammt aus der amerik. Finanzbranche und betraf früher Bereiche mit hohem Risiko von Insidergeschäften und Interessenkonflikten. In Deutschland entwickelten sich Compliance-Strukturen seit den 1990er-Jahren aufgrund gesetzgeberischer Vorgaben vor allen in den Banken und Versicherungen.

Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind gemäß §§ 31 ff. WpHG verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Börsengeschäfte ihrer Mitarbeiter in Wertpapieren, Derivaten, Devisen oder Edelmetallen nicht gegen die eigenen Interessen und die ihrer Kunden vorgenommen werden. Dieses erfolgt innerhalb der Kreditinstitute durch Arbeitsanweisungen für solche Geschäfte und deren Überwachung durch eine eigens gebildete „Compliance-Abteilung”, vgl. die detaillierten Organisationspflichten des § 33 WpHG. Compliance ist eine vertrauensbildende Maßnahme zugunsten der Kapitalmärkte und deren Marktteilnehmer. Insidergeschäfte sollen damit verhindert werden (vgl. auch Insider-Richtlinien).

Mittlerweile dienen Compliance-Strukturen und -Prozesse zunehmend auch Industrieunternehmen zur Prävention spezieller Unternehmensrisiken im Rahmen des Risikomanagements. Aufgrund der steigenden rechtlichen Anforderungen an börsennotierte Unternehmen richten insbesondere große Industrieunternehmen zunehmend sog. Compliance-Abteilungen ein. I.d.R. sind Compliance-Abteilungen über die Überwachung der Einhaltung des Insiderhandelsverbots und das Führen von Insiderverzeichnissen hinaus z.B. auch die Bereiche Kartellrecht, Korruptionsprävention, Einhaltung umweltrechtlicher Anforderungen zugeordnet. Der Bereich Compliance umfasst dabei auch die Einhaltung eigener ethischer Verhaltenskodizes und anderer nicht-gesetzlicher Regelungen. Überschneidungen und Berührungspunke gibt es zumeist mit den Rechts- und Investor-Relations-Abteilungen (Investor Relations). Vergleichbar detaillierte Vorgaben wie für Kreditinstitute gibt es für Industrieunternehmen nicht. Nach § 91 II AktG hat der Vorstand jedenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.

II. Health Care Management:

1. Begriff: Unter Compliance (oder Adherence) wird die Therapiemitarbeit des Patienten verstanden. Eine gute Compliance liegt vor, wenn ärztlichen Ratschlägen bez. der Einnahme von Medikamenten, Behandlungsstrategien oder Veränderungen des Lebensstils (Bewegung, Ernährung etc.) gefolgt wird. Entsprechend dem modernen Verständnis von Compliance ist damit nicht gemeint, dass Patienten Therapieanordnungen unreflektiert befolgen, sondern dass sie bereit sind, notwendige Therapieerfordernisse mitzugestalten und ihnen nachzukommen. Gerade bei chronischen Erkrankungen wird ein stärkeres Selbstmanagement der Patienten gefordert. Compliance beschreibt eine komplexe, dynamische und kontextabhängige Verhaltensweise des Patienten. Dementsprechend werden drei Grundformen der Non-Compliance (Nichtbeachtung der Therapieempfehlungen) unterschieden:
(1) generelle Therapieverweigerung (z.B. aus religiösen und weltanschaulichen Gründen oder Misstrauen gegenüber der Schulmedizin),
(2) Verweigerung bestimmter Therapieelemente (z.B. aus Angst vor Nebenwirkungen oder Skepsis bez. der Wirksamkeit) und die 
(3) Modifikation der (medikamentösen) Therapie - Veränderung der Dosierung oder Dauer der Medikation (z.B. aus Angst vor Nebenwirkungen oder Skepsis bez. der Wirksamkeit).–
2. Einflussfaktoren auf Compliance und Non-Compliance: Es lassen sich einige Einflussfaktoren identifizieren, die die Therapiemitarbeit der Patienten beinflussen können. Die Compliance des Patienten ist umso besser,
(1) je ausgeprägter die Symptome der Erkrankung und der Leidensdruck sind,
(2) je höher die Effektivität der Behandlung ist (und je deutlicher die Symptome gebessert werden),
(3) je geringer die Nebenwirkungen sind,
(4) je einfacher das (medikamentöse) Therapieschema ist,
(5) je geringer die Anforderungen an die Therapiemitarbeit des Patienten sind (z.B. keine einschneidenden Lebensstiländerungen erforderlich),
(6) je besser der Patient über die Schwere der Erkrankung und die Therapieansätze informiert ist,
(7) je besser die ärztliche Betreuung ist,
(8) und je besser der Patient durch sein soziales Umfeld unterstützt wird.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Charakterisierung: 1. Begriff Der Begriff des Nonprofit Managements (auch als Not-for-Profit Management oder NPO-Management bezeichnet) beinhaltet das Management von Nonprofit-Organisationen (NPO). Als NPO im engeren Sinn werden Organisationen bezeichnet, die einen institutionellen Rahmen besitzen, sich in privater Trägerschaft befinden, selbstbestimmt handeln, ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Bernd Helmig
I. Begriff Der aus dem Amerikanischen entlehnte Begriff „Public Relations (PR)” wird in Deutschland im Wesentlichen mit dem Begriff „Öffentlichkeitsarbeit” assoziiert, wenn auch die Zielrichtung der bezeichneten Gegenstände unterschiedlich ist. Während der Begriff „Öffentlichkeitsarbeit” die reine Tätigkeit benennt, legt der Begriff ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Perry Reisewitz
I. Begriff Die Informationsethik hat die Moral derjenigen zum Gegenstand, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbieten und nutzen. Sie geht der Frage nach, wie sich diese Personen, Gruppen und Organisationen in moralischer bzw. sittlicher Hinsicht verhalten (empirische oder ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Oliver Bendel