| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das Lexikon für Beruf und Studium definiert mehr als 2.000 Stichwörter zu Buchführung, Bilanzierung, Kostenrechnung und Controlling. Einfach und verständlich ... Vorschau
22.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Arbeitskosten in Ländern der EU
Arbeitskosten pro Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft in Ländern der EU im Jahr 2010
Statistik: Arbeitskosten in Ländern der EU Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Im Rahmen der experimentellen Wirtschaftsforschung werden kontrollierte Laborexperimente, Feldexperimente und Simulationen durchgeführt. Diese dienen vorrangig dazu, wirtschaftswissenschaftliche Theorien einer strengen Überprüfung zu unterziehen oder wirtschaftsbezogene Verhaltensmuster unter kontrollierten Rahmenbedingungen aufzudecken. Typischerweise haben die Teilnehmer an Experimenten nach vorgegebenen Spielregeln Entscheidungen ... mehr
von  Prof. Dr. Mathias Erlei
I. Begriff Ethno-Marketing ist die Ausgestaltung aller Beziehungen einer Unternehmung auf eine Zielgruppe, die sich aufgrund von historischen, kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten von der Bevölkerungsmehrheit in einem Land unterscheidet. Die Unterschiede können Einfluss auf psychographische Kriterien wie bspw. andersartige Einstellungen, ... mehr
von  Prof. Dr. Tanju Aygün

Einzelkostenrechnung

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Bei der Einzelkostenrechnung handelt es sich um ein Teilkostenrechnungssystem (Teilkostenrechnung), das durch das Bestreben gekennzeichnet ist, die Realität des Kostenanfalls möglichst wirklichkeitsnah abzubilden.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Teilkostenrechnungssystem (Teilkostenrechnung), das durch das Bestreben gekennzeichnet ist, die Realität des Kostenanfalls möglichst wirklichkeitsnah abzubilden.

2. Charakterisierung: a) Kosten und Erlöse werden in der Einzelkostenrechnung nur dann erfasst, wenn sie mit Auszahlungen bzw. Einzahlungen verbunden sind. Die Einzelkostenrechnung verwendet damit den entscheidungsorientierten Kostenbegriff.

b) Als entscheidungsorientiertes Kostenrechnungssystem soll die Einzelkostenrechnung die auf das Durchführen bzw. Unterlassen bestimmter Handlungen zurückzuführenden kosten- und erlösmäßigen Konsequenzen bestimmen. Hieraus folgt unmittelbar die Notwendigkeit, alle Kosten und Erlöse als Einzelkosten bzw. Einzelerlöse zu erfassen. Zugleich führt die Vielzahl, Heterogenität und Interdependenz betrieblicher Entscheidungen zu einem Nebeneinander mehrerer Bezugsgrößenhierarchien, z.B. lassen sich Kosten der Versandpackung eines bestimmten Produkts parallel zumindest dem betreffenden Produkt, dem gewählten Vertriebsweg, dem belieferten Kunden und dem entsprechenden Absatzgebiet als Einzelkosten zurechnen. Nimmt man alle derartigen Zurechnungen gleichzeitig vor (Mehrfachzuordnung von Kosten), erhält man eine von den verschiedensten Fragestellungen her auswertbare Datenbasis.

c) Die mit der multidimensionalen Erfassung von Einzelkosten verbundenen Abbildungs- und Speicherungsprobleme lassen sich am besten lösen, indem man die zweckneutrale Kosten- und Erlöserfassung von den zweckbezogenen Auswertungen trennt. Dies führt zur Unterscheidung von Grundrechnungen und Auswertungsrechnungen. Mit dieser Trennung weicht der Aufbau der Einzelkostenrechnung vom Aufbau aller sonstigen gebräuchlichen Kostenrechnungssysteme stark ab. Das andere Teilkostenrechnungssysteme (Direct Costing, Fixkostendeckungsrechnung, Plankostenrechnung) wie auch die Vollkostenrechnung kennzeichnende Neben- und Nacheinander einer Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung wird ersetzt durch eine nicht weiter strukturierte Sammlung von Kosten- und Erlösdaten, für die man neben dem entsprechenden Betrag noch eine Vielzahl von Merkmalen (v.a. ihre jeweilige Einordnung in die unterschiedenen Bezugsgrößenhierarchien) festhält sowie durch die auf dieser Sammlung aufbauenden Auswertungen, zu denen z.B. auch eine traditionelle Kostenstellenrechnung zählt.

d) Auch in Auswertungsrechnungen werden keinerlei Kosten und Erlöse geschlüsselt (Gemeinkostenschlüsselung). Hieraus folgt häufig ein retrograder, von Erlösen ausgehender und schichtenweise Kosten abziehender Aufbau der Auswertungsrechnungen.

Daher bezeichnet man die Einzelkostenrechnung häufig auch als Deckungsbeitragsrechnung.

3. Realisierung: Das Bemühen um eine möglichst wirklichkeitsnahe Abbildung des Kostenanfalls führt zu einem sehr komplexen Rechenwerk, das hohe Anforderungen stellt:

a) Hinsichtlich der Genauigkeit der Kostenerfassung, die im Vergleich zu traditionellen Kostenrechnungssystemen mitunter erheblich höhere Erfassungskosten nach sich zieht, und

b) hinsichtlich der Speicherung der Kosten- und Erlösdaten, die eine universelle Auswertung, d.h. Kombination und/oder Verdichtung, zulässt. Operational kann diese Anforderung nur unter Verwendung von (relationalen) Datenbanken (Relationenmodell) erfüllt werden. Derzeit findet sich diese Datenorganisation jedoch nur ansatzweise in gebräuchlichen Kostenrechnungs-Softwaresystemen (Kostenrechnungssoftware) verwirklicht. Schließlich muss gewährleistet sein, die gespeicherten Kosten- und Erlösdaten in akzeptabler Zeit für beliebige Rechnungszwecke auswerten zu können. Auch diese Anforderung lässt sich umfassend nur mithilfe (relationaler) Datenbanken realisieren.

4. Anwendungsprobleme: Angesichts der skizzierten hohen Anforderungen verwundert es nicht, dass das Konzept einer Einzelkostenrechnung bislang in der Praxis nicht weit verbreitet ist und nur ausschnittweise, z.T. sehr vereinfacht verwirklicht wurde. Hinzu kommt, dass durch die möglichst wirklichkeitsnahe Abbildung der Realität auch die Auswertungsrechnungen vergleichsweise komplexe Lösungen liefern. Hieraus resultieren erhebliche Anwendungsgefahren.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Einzelkostenrechnung
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das interne Rechnungswesen ist wie die externe Rechnungslegung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Planungsrechnung Teil des betrieblichen Rechnungswesens und somit ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.––Die Adressaten des internen Rechnungswesens sind primär die Unternehmensleitung und andere unternehmensinterne Personen oder Stellen, nur in ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff PM umfasst die Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mittel zur erfolgreichen Abwicklung eines Projekts. Die DIN 69901 definiert Projektmanagement als Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mittel für die Abwicklung eines Projekts. Allgemeiner definiert das Project Management Institute (PMI) im ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Bernhard Hobel, Silke Schütte
I. Begriff und Interpretation Die Bezeichnung „moralische Qualität der Marktwirtschaft“ drückt aus, dass das marktwirtschaftliche System prinzipiell im Dienste gesamtgesellschaftlicher Interessen steht und damit mit moralischen Idealen wie Solidarität oder Gerechtigkeit vereinbar ist. Den Referenzpunkt für die normative Bewertung der Marktwirtschaft ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Nick Lin-Hi
Die Frage, was unter internationalem Management zu verstehen sei und unter welchen Bedingungen dieses in der Unternehmenspraxis vorzufinden ist, wird in der Literatur bis heute nicht übereinstimmend beantwortet. So bleibt z.B. umstritten, ob bei einem gelegentlich in geografisch nahe Auslandsmärkte ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Johann Engelhard