| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Erster deutscher Praxisleitfaden zum reformierten italienischen Arbeitsrecht mit den aktuellen Bestimmungen: Von der Personalsuche über die Einstellung bis zur Beendigung ... Vorschau
26.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Anzahl der Betriebe in Deutschland mit Kurzarbeit
Anzahl der Betriebe in Deutschland mit Kurzarbeit im Jahresdurchschnitt von 1991 bis 2011
Statistik: Anzahl der Betriebe in Deutschland mit Kurzarbeit Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Funktion des Marketingcontrollings besteht darin, die Effektivität und Effizienz einer marktorientierten Unternehmensführung sicherzustellen. Effektivität bezeichnet im weiteren Sinne die Wirksamkeit und somit den Output der Leistungserstellung: Werden vorgegebene Ziele erreicht? Effektivität im engeren Sinne definiert den Wirksamkeitsgrad: Liegt die ... mehr
von  Prof. Dr. Sven Reinecke
Mit der Plankostenrechnung lassen sich einerseits zukünftige Kosten für das Unternehmen, die Unternehmensbereiche, Prozesse und Produkte bestimmen. Plankosten erlauben andererseits im nachhinein Soll-Ist-Vergleiche für Kostenstellen und Kosten für erbrachte Leistungen. Sie dienen damit der Steuerung von Ergebnissen, Gemeinkostenbereichen und Projekten ... mehr
von  Prof. Dr. Jochen R. Pampel, Prof. Dr. Kurt Vikas

Elternzeit

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Arbeitsrechtlicher Anspruch des Arbeitnehmers auf Freistellung von der Arbeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz (BerzGG) i.d.F. vom 9.2.2004 (BGBl. I 206) im Anschluss an die nachgeburtliche Schutzfrist (Sicherung der Familie und von Kindern).

Ausführliche Erklärung:

früher: Erziehungsurlaub. Arbeitsrechtlicher Anspruch des Arbeitnehmers auf Freistellung von der Arbeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) vom 5.7.2007 (BGBl. l 2748) m.spät.Änd. im Anschluss an die nachgeburtliche Schutzfrist (Sicherung der Familie und von Kindern).

1. Rechtsnatur: Sonderurlaub privatrechtlicher Natur ohne den üblichen urlaubsrechtlichen Charakter; die Vorschriften des Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) sind auf Elternzeit nicht ohne weiteres anwendbar.

2. Anspruchsberechtigte: Arbeitnehmer einschließlich zur Berufsbildung Beschäftigte und Heimarbeiter, die mit einem eigenem Kind oder dem des Ehegatten oder Lebenspartners in einem Haushalt leben und dieses selbst betreuen und erziehen (§§ 15 ff. BEEG).

3. Lage und Dauer: Höchstens bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Ein Anteil bis zu zwölf Monaten ist mit Zustimmung des Arbeitgebers bis zu Vollendung des achten Lebensjahres übertragbar. Die Elternzeit kann, auch anteilig, von jedem Elternteil allein oder gemeinsam genommen werden. Sie ist aber auf insgesamt drei Jahre pro Kind begrenzt. Sie darf auf insgesamt vier Zeitabschnitte verteilt werden. Die Elternzeit kann vorzeitig beendet oder verlängert werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt.

4. Erwerbstätigkeit: Während der Elternzeit ist Erwerbstätigkeit bis zu 30 Stunden wöchentlich zulässig. Bei einem anderen Arbeitgeber oder als Selbstständiger bedarf sie der Zustimmung des Arbeitgebers. Diese kann innerhalb von vier Wochen schriftlich aus dringenden betrieblichen Erfordernissen abgelehnt werden (§ 15 IV BEEG).

5. Verringerung der Arbeitszeit (Teilzeitarbeit): Der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber während der Elternzeit zweimal eine Verringerung der Arbeitszeit beanspruchen unter folgenden Voraussetzungen: a) Der Arbeitgeber beschäftigt i.d.R. mehr als 15 Arbeitnehmer; b) das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate; c) die Arbeitszeit soll für mind. drei Monate auf 15 bis 30 Wochenstunden verringert werden; d) dem Anspruch stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen und e) er wurde dem Arbeitgeber acht Wochen vorher schriftlich mitgeteilt. Eine Ablehnung muss innerhalb von vier Wochen mit schriftlicher Begründung erfolgen. Der Arbeitnehmer kann seine Anspruch vor dem Arbeitsgericht einklagen (§ 15 VII BEEG).

6. Inanspruchnahme: Die Elternzeit muss bei Beginn unmittelbar nach Geburt oder Mutterschutzfrist spätestens sechs Wochen, sonst acht Wochen vor Beginn schriftlich vom Arbeitgeber verlangt werden. Der Anspruch kann nicht vertraglich eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.

7. Arbeitsrechtliche Wirkung: Unbefristetes Arbeitsverhältnis bleibt während der Elternzeit unverändert bestehen; befristetes läuft zum vereinbarten Termin aus und wird durch Elternzeit nicht verlängert. Arbeitgeber kann den Erholungsurlaub kürzen (1/12) je vollen Kalendermonat. Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit nicht kündigen; in bes. Fällen nur mit Zustimmung der zuständigen obersten Landesbehörde im Rahmen der zu § 18 BEEG ergangenen allg. Verwaltungsvorschriften vom 2.1.1986 (Bundesanzeiger 1986 Nr. 1 S. 4). Der Erziehungsurlaubsberechtigte kann das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Ende der Elternzeit kündigen.

Vgl. auch Elterngeld, Mutterschutz.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Elternzeit
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das moderne Arbeitsrecht als eigenständiges Rechtsgebiet entstand, als sich im Zuge der Industrialisierung die Situation der Arbeitnehmer zunehmend verschlechterte und sich deren Abhängigkeit vergrößerte.––Alleine konnte der einzelne Arbeitnehmer seine Arbeitsrechte nicht mehr durchsetzen und so schlossen sich die Arbeitnehmer zu ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff und Motivation Unter Data Mining versteht man die Anwendung von Methoden und Algorithmen zur möglichst automatischen Extraktion empirischer Zusammenhänge zwischen Planungsobjekten, deren Daten in einer hierfür aufgebauten Datenbasis bereitgestellt werden. Bspw. kann so ermittelt werden, welche Produkte häufig zusammen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Richard Lackes
Die Neue Politische Ökonomie (NPÖ) stellt eine Ausweitung der ökonomischen Analyse auf den Bereich der Politik dar. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen politische Institutionen und das Handeln politischer Akteure. Die Vertreter der NPÖ bedienen sich verschiedener ökonomischer Methoden, bspw. der ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. rer. pol. Enrico Schöbel
I. Historische Entwicklung In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden in den USA erste Modelle zu Managed Care entwickelt. Pionierarbeit leistete hierbei die unter dem Namen „Kaiser Permanente“ bekannte Organisation. „Kaiser Permanente“ ist mit über acht Mio. Mitgliedern die größte gemeinnützige Organisation, ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Volker Eric Amelung, Prof. Dr. Axel Mühlbacher, PD Dr. Christian Krauth