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Ziele, Handlungsmöglichkeiten und Reichweite staatlicher Sozialpolitik im Rahmen marktwirtschaftlicher Ordnungen sind in der Wissenschaft wie in der praktischen Wirtschafts- und Sozialpolitik Gegenstand anhaltender Kontroversen. Dahinter stehen teilweise unterschiedliche Grundhaltungen zum Verhältnis individueller Eigenverantwortung und staatlichen Handelns, teilweise unterschiedliche Schlussfolgerungen aus ... mehr
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Erhard

Definition

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Ludwig, 1897–1977, Ökonom und Politiker (CDU). Er wurde 1924 bei Oppenheimer in Frankfurt a.M. mit einer währungspolitischen Arbeit promoviert. 1928–1942 war er am Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware an der Handelshochschule Nürnberg tätig (Konsumforschung), 1942–1944 Leiter des Instituts für Industrieforschung in Nürnberg. 1943–1944 verfasste er eine Denkschrift über die Beseitigung der zurückgestauten Inflation nach dem Krieg („Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung“, Faksimiledruck 1977). 1945–1946 war er bayerischer Wirtschaftsminister, seit 1947 Honorarprofessor in München, 1947–1948 Leiter der bizonalen Sonderstelle „Geld und Kredit“ in Bad Homburg v.d.H., die im Auftrag der Amerikaner und Briten die Währungsreform vorbereitete. Als Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets in Frankfurt a.M. 1948–1949 setzte er eine Wirtschaftsreform gegen Widerstand der Besatzungsmächte im Anschluss an die Währungsreform durch: das „Leitsätzegesetz“ vom 24.6.1948 beseitigte die öffentliche Warenbewirtschaftung weitgehend. Dies war die grundlegende Weichenstellung zur Sozialen Marktwirtschaft. Als Bundeswirtschaftsminister 1949–1963 (MdB 1949–1977) prägte er die Soziale Marktwirtschaft durch wirtschaftliche Liberalisierung und die Wettbewerbsgesetzgebung. Seit Beginn der 1960er-Jahre warnte er vor wachsendem Egoismus, Materialismus und der Gefahr, dass die Gesellschaft durch die Interessenverbände vermachtet und dass die individuelle Freiheit reduziert würde (formierte Gesellschaft). Den Zeitgenossen galt er als „Vater des Wirtschaftswunders“ und populäre Personifizierung des Wirtschaftsaufschwungs. 1963 wurde er Bundeskanzler. 1966 musste er zurücktreten. Die Gründe waren innerparteiliche Opposition, eine Wahlniederlage der CDU in Nordrhein-Westfalen, außenwirtschaftliche Probleme beim deutsch-amerikanischen Devisenausgleich und das Auseinanderbrechen der Koalition mit der FDP wegen Streits über die Haushaltssanierung 1967 nach einer Rezession.

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Erhard
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Informationen zu den Sachgebieten
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