| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Menschliches Entscheidungsverhalten ist Untersuchungsobjekt zahlreicher Wissenschaftsdisziplinen. Dieses Buch enthält aktuelle Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe Entscheidungstheorie und –praxis der Gesellschaft für Operations ... Vorschau
39.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Entscheidungen treffen
Treffen Sie viele Entscheidungen mehr mit dem Gefühl als mit dem Verstand?
Statistik: Entscheidungen treffen Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
I. Charakterisierung: 1. Begriff Der Begriff des Nonprofit Managements (auch als Not-for-Profit Management oder NPO-Management bezeichnet) beinhaltet das Management von Nonprofit-Organisationen (NPO). Als NPO im engeren Sinn werden Organisationen bezeichnet, die einen institutionellen Rahmen besitzen, sich in privater Trägerschaft befinden, ... mehr
von  Prof. Dr. Bernd Helmig
Die Zufriedenheit der Mitarbeiter, v.a. der Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt, übt einen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit und damit auf den Erfolg des Unternehmens aus. Das Interne Marketing hat daher das Ziel, Marketing als interne Denkhaltung im Unternehmen durchzusetzen, um die ... mehr
von  Prof. Dr. Manfred Bruhn

Erwartungswert-Varianz-Prinzip

(weitergeleitet von μ-σ-Prinzip)

Definition

ANZEIGE

1. Darstellung: Entscheidungsprinzip bei Risiko, kurz (μ,σ)-Prinzip genannt. Bei Anwendung des (μ,σ)-Prinzips ist die Präferenzfunktion über den Erwartungswert μ und die Varianz (σ²) bzw. Standardabweichung σ des Ergebnisses definiert. Die Präferenzfunktion ist entsprechend zu konkretisieren, d.h. der Entscheider muss spezifizieren, wie μ und σ in die Präferenzfunktion eingehen.

Für den Erwartungswert, die Varianz und die Standardabweichung des unsicheren Ergebnisses xa einer Alternative Aa gilt:

\mu_a :=E(\widetilde{x}_a)=\sum_x w(x_a)\cdot x_a

\sigma_a^2 :=Var(\widetilde{x}_a)=\sum_x w(x_a)\cdot (x_a-\mu_a)^2\;,\;\;\sigma_a:=\sqrt{Var(\widetilde{x}_a)}

Der Präferenzwert einer Alternative ist durch

\Phi(A_a)=\Phi(\mu_a,\sigma_a)

gegeben, und die Entscheidungsregel lautet

\smash{\displaystyle\max_{a}\;}\Phi(A_a) = \smash{\displaystyle\max_{a}\;}\Phi(\mu_a,\sigma_a)

2. Anwendung: Das (μ,σ)-Prinzip erlaubt es einem Entscheider auf einfache Weise, das Risiko einer Alternative bei der Bewertung zu berücksichtigen. Ist der Entscheider risikoavers, so geht σ negativ in die Präferenzfunktion ein, ist er risikofreudig, so geht σ positiv in Φ(μ,σ) ein. Nur risikoneutrale Entscheider berücksichtigen σ gar nicht, sondern allein μ. Aufgrund der Abhängigkeit des Präferenzwertes von nur zwei Parametern lassen sich die Präferenzen eines (μ,σ)-Entscheiders anschaulich in Form eines Indifferenzkurvensystems darstellen, vgl. nachstehende Abb.

Eine Indifferenzkurve ist der geometrische Ort aller Kombinationen aus μ und σ, die der Entscheider als gleichwertig einschätzt, für die also der Präferenzwert Φ(μ,σ) identisch ist. In den Abb. kennzeichnen die Pfeile die Richtung, in denen Indifferenkurven höhere Präferenzniveaus repräsentieren. In Abb. a verlaufen die Indifferenzkurven parallel zur σ-Achse. D.h., dass Veränderungen von σ nicht zu Änderungen des Präferenzwertes führen; der Entscheider ist risikoneutral. In Abb. b steigen die Indifferenzkurven. D.h., dass eine Erhöhung von σ nur dann zum gleichen Präferenzwert führt, wenn auch μ erhöht wird; der Entscheider ist risikoavers. In Abb. c dagegen sinken die Indifferenzkurven. D.h., dass eine Senkung von σ nur dann zum gleichen Präferenzwert führt, wenn μ erhöht wird; der Entscheider muss für die Senkung des Risikos kompensiert werden, ist also risikofreudig.

3. Beurteilung: Das (μ,σ)-Prinzip ist aufgrund seiner Flexibilität in der Abbildung von Risikopräferenzen ein einfaches und dennoch breit anwendbares Entscheidungsprinzip bei Risiko. Es liegt der Portefeuille-Theorie und damit dem Capital Asset Pricing Model zugrunde (Kapitalmarkttheorie). Gleichwohl ist es nur in Spezialfällen vereinbar mit dem Bernoulli-Prinzip (der Erwartungsnutzentheorie). Hauptproblem des (μ,σ)-Prinzips ist, dass gegen Dominanzkriterien (absolute Dominanz, Zustandsdominanz, stochastische Dominanz) verstößt.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
  • Laux, H., Gillenkirch, R., Schenk-Mathes, H.:  Entscheidungstheorie
    8, Wiesbaden, 2012  Kapitel 4
Sachgebiete
Erwartungswert-Varianz-Prinzip
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff und Bedeutung des Risikomanagement als Führungsaufgabe Risiken sind untrennbar mit jeder unternehmerischen Tätigkeit verbunden und können den Prozess der Zielsetzung und Zielerreichung negativ beeinflussen. Sie resultieren ursachenbezogen aus der Unsicherheit zukünftiger Ereignisse - wobei dies regelmäßig mit einem unvollständigen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Ulrich Krystek, Prof. Dr. Stefanie Fiege
I. Definition, Abgrenzung und Ziele Ein Mindestlohn ist ein via gesetzlicher oder tarifvertraglicher Regelung in der Höhe festgelegtes kleinstes rechtlich zulässiges Arbeitsentgelt. Eine Mindestlohnregelung kann sich auf den Stundensatz oder den Monatslohn bei Vollzeitbeschäftigung beziehen. Neben national wirkenden Mindestlöhnen gibt es ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Privatdozent Dr. Fred Henneberger, Prof. Dr. Berndt Keller
I. Begriff Umfassendes methodisch-quantitatives Instrumentarium zur Charakterisierung und Auswertung empirischer Befunde bei gleichartigen Einheiten („Massenphänomenen”) mit universellen Einsatzmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und allen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften einschließlich Medizin und Technik, in denen mit Zahlen oder Bewertungen gearbeitet wird. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Udo Kamps