| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Anhand von prüfungsnahen Aufgaben mit kommentierten Lösungen wiederholt, festigt und ergänzt der Auszubildende die wirklich relevanten Lerninhalte, die ihn optimal ... Vorschau
14.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Anzahl der Banken in Deutschland
Anzahl der Kreditinstitute in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2010
Statistik: Anzahl der Banken in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Der Begriff Kommunalwirtschaft (in Deutschland) bezeichnet die Gesamtheit der wirtschaftlichen Betätigung einer kommunalen Gebietskörperschaft (Gemeinde, Stadt, Landkreis). Die Kommunalwirtschaft ist integraler Bestandteil der im Grundgesetz normierten kommunalen Selbstverwaltung (Art. 28/2) und gewährleistet in dieser Konstitution wesentliche Teile existentiellen Daseinsvorsorge, eine ... mehr
von  Prof. Dr. Michael Schäfer
Unter einer strategischen Planung wird die Institutionalisierung eines umfassenden Prozesses verstanden, um zu entscheiden, in welche Richtung sich ein Unternehmen (oder ein Teilbereich des Unternehmens) entwickeln soll, d.h. welche Erfolgspotenziale es nutzen und ausschöpfen sollte, und welchen Weg in Form ... mehr
von  Prof. Dr. Günter Müller-Stewens

Euromärkte

(weitergeleitet von Eurokapitalmarkt)

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

internationale Märkte für finanzielle Transaktionen, die in einer Währung getätigt werden, die nicht Landeswährung ist. Gehandelt werden frei konvertierbare Währungen: US-Dollar, Euro, Schweizer Franken, Britisches Pfund und Japanischer Yen.

Ausführliche Erklärung:

I. Begriff:

internationale Märkte für finanzielle Transaktionen, die in einer Währung getätigt werden, die nicht Landeswährung ist. Gehandelt werden frei konvertierbare Währungen: US-Dollar, Euro, Schweizer Franken, Britisches Pfund und Japanischer Yen.

Euromärkte werden auch als Eurodollarmärkte bezeichnet, auf die wichtigste „Eurowährung” hinweisend.

Wichtigste Finanzzentren: London (Euro–Dollar) und trotz der Bezeichnung Euromärkte auch New York, Karibik (v.a. Cayman Islands und Bahamas, die auch als Offshore-Zentren bezeichnet werden); Bahrain, Tokio, Singapur und Hongkong werden auch als Asien-Dollar-Märkte bezeichnet.

II. Arten:

Nach der Fristigkeit werden Eurogeld- und Eurokapitalmärkte unterschieden. Die Grenzen sind jedoch fließend.

1. Eurogeldmarkt: Markt für Bankguthaben der wichtigsten frei konvertierbaren Währungen der Welt mit Laufzeiten von i.d.R. bis zu einem Jahr. Gehandelt werden Geldmarktpapiere:
(1) Tagesgelder, tägliche Gelder und Termingelder;
(2) verbriefte Rechte, z.B. Schatzwechsel von Regierungen, Commercial Papers, Banker's Acceptances sowie Certificates of Deposit sowie (3) Festsatzkredite und Roll-over-Kredite. Aufgrund des Verzichtes auf die Stellung von Sicherheiten können nur Teilnehmer erster Bonität partizipieren, d.h. große Geschäftsbanken, große, international tätige Unternehmen und Versicherungen, Notenbanken, Regierungen und internationale Institutionen (Bonität). Der Markt ist weitgehend frei von Auflagen/Steuerungen (wie u.a. Mindestreservevorschriften) und Kontrollen durch nationale Gesetze oder nationale und internationale Währungsbehörden.

Das Zinsniveau liegt wegen fehlender Steuern und Auflagen bei den Einlagen meist über, bei Krediten tendenziell unter denen der nationalen Märkte. Der Zins bildet sich nach Angebot und Nachfrage am Markt, d.h. er wird individuell für jede Transaktion vereinbart i.d.R. auf LIBOR-Basis.

2. Eurokapitalmarkt (Euroanleihenmarkt, Eurobondmarkt): Markt für internationale Anleihen (Euroanleihen bzw. Eurobonds), die nicht auf die Währung des Emissionslandes lauten. Laufzeiten bis zu fünfzehn Jahren herrschen vor. Sie werden außerhalb des Sitzlandes des Schuldners emittiert. Es gibt keinen zentralen Heimatmarkt für Handel und Börsennotierung (jedoch notiert die Luxemburger Börse größere Voluminia). Emittenten sind nur Adressen erster Bonität, d.h. private und öffentliche Unternehmen, supranationale Institutionen sowie Staaten. Auch der Eurokapitalmarkt unterliegt nur geringen Kontrollen und Auflagen durch nationale Gesetze oder nationale bzw. internationale Währungsbehörden.

In diesem Markt gelten die Regeln des freien Wettbewerbs, d.h. Angebot und Nachfrage; der Zinssatz bildet sich je nach Bonität des Schuldners. Aufgenommen werden können Beträge bis zu mehreren 100 Mio. US-Dollar.

III. Bedeutung:

Die Bedeutung der Euromärkte wird aufgrund der Vor- und Nachteile kontrovers diskutiert. Die Euromärkte gewährleisten inländischen Kapitalmärkten international eine effizientere Kapitalallokation; sie bilden eine wichtige Quelle für die Finanzierung des internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehrs und haben wegen ihrer Fristentransformationsfunktion für langfristige internationale Investitionen große Bedeutung. Der Wettbewerb und die geringen staatlichen Eingriffe führen zu einem effizienten Markt und zu Verfeinerungen der Finanzierungstechniken, die die Mobilität des Kapitals fördern und einen schnellen Liquiditätsausgleich ermöglichen. Darüber hinaus fördern die Euromärkte die Integration der einzelnen nationalen Märkte.

Gefahren entstanden - bes. in den letzten Jahren - durch die Fehleinschätzungen von Länderrisiken, was die Risikoaversion des Euromarktes erhöhte. Durch die hohe Mobilität und mangelnde Steuerungsmöglichkeit des Kapitals kann die nationale Geldpolitik umgangen werden; bei Währungskrisen können von diesen Geldern destabilisierend wirkende Spekulationswellen ausgehen.

Überlegungen hinsichtlich einer Reglementierung der Euromärkte waren die Folge; sie können aber nur bei weltweit gleichzeitiger Einführung Erfolg haben. Die politische Durchsetzbarkeit ist jedoch fraglich.

IV. Weitere Entwicklung:

In den 1980er- und 1990er-Jahren haben sich an den Euromärkten eine Vielzahl neuer Finanzierungstechniken (Finanzinnovationen), v.a. Revolving Underwriting Facilities (RUF), Note Issuance Facility (NIF), Multiple Component Facilities (MCF), Euro Commercial Papers (ECP) sowie (Zins-, Währungs- und Kreditrisiko-) Swaps herausgebildet.

Da die Gläubiger höhere Flexibilität und Liquidität ihrer Anlagen bevorzugen, hat man in den letzten Jahre im Wege der Securitization die Forderungen handelbar gemacht; durch die Verbriefung der Forderungen in der Form von CLOs und CDOs ist es möglich, die eingegangenen Verpflichtungen über den Sekundärmarkt weiter zu veräußern.

Eine weitere wichtige Unterstützung liefern die Euromärkte bei der Globalisierung der Märkte: Die Möglichkeit, in den wichtigsten Finanzzentren der Welt rund um die Uhr alle wichtigen Bankgeschäfte tätigen zu können und die damit einhergehende enge Verknüpfung und gleichartigen Bewegungen der Märkte. Gefördert wird diese Tendenz durch die weitere Deregulierung und Liberalisierung der einzelnen nationalen Märkte sowie die Fortschritte in der Telekommunikationstechnik. Neben Anleihen werden voraussichtlich Euro-Aktien in Zukunft größere Bedeutung gewinnen.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Euromärkte
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Grundlagen des Dienstleistungsmarketing 1. Entwicklung des Dienstleistungsmarketing Moderne Industriestaaten vollziehen seit den 1970er-Jahren einen Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Diese so genannte Tertiarisierung geht u.a. einher mit einem Beschäftigungsanstieg im Dienstleistungssektor, sodass mittlerweile mehr als 70 Prozent der Erwerbstätigkeit ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Manfred Bruhn
I. Begriff und Bedeutung der Corporate Governance Corporate Governance (CG) bezeichnet den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Im Unterschied zur Unternehmensverfassung, die primär die Binnenordnung des Unternehmens betrifft, werden unter dem Stichwort CG auch Fragen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Axel v. Werder
I. Einführung Geschäftsprozesse können als fundamentale Vermögenswerte eines Unternehmens interpretiert werden, da sie im Kern die Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Unternehmen repräsentieren. Die Entwicklungen in der Informationstechnologie (IT) eröffnen die Möglichkeit, die Geschäftsprozesse eines Unternehmens weitgehend zu automatisieren und damit dessen Wettbewerbsfähigkeit ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Professor Dr. Frank Leymann, David Schumm