| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Aus verschiedenen Blickwinkeln wird das Feld des Sport-Tourismus von Experten aus Wissenschaft und Praxis analysiert. ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Einnahmen im Tourismus weltweit
Weltweite Tourismuseinnahmen von 2000 bis 2010 (in Milliarden US-Dollar)
Statistik: Einnahmen im Tourismus weltweit
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
I. Begriff: Das Kunstwort „Ergonomie“ ist griechischen Ursprungs und setzt sich zusammen aus den Begriffen „ergon“, gleichbedeutend mit dem Begriff Arbeit und „nomos“, was mit Gesetz oder Regel übersetzt werden kann. Daraus folgt, dass die Ergonomie die Lehre der Gesetzmäßigkeit ... mehr
von  Prof. Dr. Thomas Bartscher
I. Begriff Ethno-Marketing ist die Ausgestaltung aller Beziehungen einer Unternehmung auf eine Zielgruppe, die sich aufgrund von historischen, kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten von der Bevölkerungsmehrheit in einem Land unterscheidet. Die Unterschiede können Einfluss auf psychographische Kriterien wie bspw. andersartige Einstellungen, ... mehr
von  Prof. Dr. Tanju Aygün

Event-Wirtschaft

Definition

ANZEIGE

1. Begriff: Wirtschaftszweig innerhalb des tertiären Sektors der Volkswirtschaft. Setzt sich zusammen aus allen Wirtschaftseinheiten, die in der Planung, Organisation, Ausrichtung, Durchführung und dem Controlling von Veranstaltungen aller Art (s. Event) tätig sind; d.s. Veranstalter, Agenturen, Ausrichter, "Logistik"-Dienstleister uns sonstige Dienstleister sowie alle Glieder der sog. Reisekette: Reiseveranstalter und Geschäftsreisemanagement, Reisebüros, Verkehrsträger (s. Reiseverkehr), Zielgebiete (s. Destinationsmanagement) und Hotellerie.

2. Aufbau: Die verschiedenen Event-Beteiligten erbringen die Veranstaltungsleistung typischerweise in einer Koproduktion:
a) Veranstalter: Dies sind typischerweise Unternehmen ("Corporates"), Verbände, Vereine, polit. Parteien, Verwaltung.
b) Agentur-Dienstleister: Diese unterscheiden sich typischerweise in Kreativ-Agenturen und  Organisations-Agenturen.
(1) Kreativ-Agenturen sind entweder spezialisierte Event-Agenturen oder Full-Service-Werbe- oder PR-Agenturen (s. Werbeagentur) bzw. deren spezialisierte Tochterunternehmen.
(2) Organisations-Agenturen sind insbes. Professional Congress Organizer (PCO). Diese Agenturen sind im Kern einschlägig tätige Reisebüros und übernehmen (je nach Leistungsumfang) teilweise oder ganz die Organisation von Kongressen oder Tagungen (sie sind typischerweise nur in diesem Segment tätig), d.h. die Buchung der Reise, der Veranstaltungsstätte, der Dienstleister vor Ort (Personal, Catering, Technik etc.) sowie der Übernachtung sowie ggf. Beauftragung von Kreativ-Agenturen zur Veranstaltungskonzeption. Agentur-Dienstleister agieren oft als eine Art "Sub-" oder "Generalunternehmer" des Veranstalters, selektieren und kontrahieren die nachgelagerten Dienstleister c) und/oder d). Im Rahmen des Event-Controllings kommen teilweise auch spezialisierte Dienstleister aus dem Segement des Kommunikations-Controllings zum Einsatz (z.B. Marktforschungsinstitute oder spezialisierte Event-Controlling-Dienstleister). Teilweise wird diese Aufgabe auch von den Kreativ-Dienstleistern mit übernommen.
c) Ausrichter: Dies sind typischerweise Betreiber von Messen und Veranstaltungsstätten (s. Event-Locations) aller Art, d.s. Veranstaltungszentren, Tagungshotels, Special Event Locations. Sie agieren typischerweise als Dienstleister der Veranstalter, treten zuweilen aber auch selbst als Veranstalter auf.
d) "Logistik"-Dienstleister: Die "Logistik"-Dienstleister bilden die logistische Plattform der Veranstaltung. Hierunter zählen typischerweise alle Dienstleister, die mit der Ausrichtung und Durchführung der Veranstaltung vor Ort betraut sind: Event-Service- bzw. -Personal-Agenturen, die das Personal stellen und die Veranstaltung vor Ort durchführen; Dienstleister für Gastronomie/Catering/Bankett; Dienstleister für Veranstaltungstechnik. Streng genommen zählen auch die Dienstleister unter c) zu den "Logistik"-Dienstleistern; sie werden hier lediglich wegen ihrer - auch veranstaltungsrechtlich - hervorgehobenen Bedeutung als Ausrichter in einer eigenen Gruppe geführt.
e) Sonstige Dienstleister: Hierunter fallen typischerweise Vertreter der darstellenden Künste, z.B. Schauspieler, Tänzer, Sänger, Musiker, Zauberer (bzw. deren Vermittler, z.B. Künstleragenturen).

3. Rechtliche Aspekte/Veranstalterstatus: Veranstalter ist jede natürliche oder juristische Person, die eine Veranstaltung eigenverantwortlich durchführt. Der Veranstalter ist insbes. verantwortlich für die Inhalte der Veranstaltung sowie im Rahmen der Sorgfaltspflicht für die Sicherheit der Teilnehmer. Er hat vor der Veranstaltung die erforderlichen behördlichen (feuerpolizeilichen, Ausschank- etc.) Genehmigungen einzuholen und während der Veranstaltung die einschlägigen rechtlichen Regelungen (z.B. die geltende Versammlungsstättenverordnung) zu beachten.

Der Veranstalterstatus bestimmt sich durch die einfache Rechtsregel: "Veranstalter ist, wer als Veranstalter auftritt". Diese sog. "Anscheinsvermutung" ergibt sich aus der allgemeinen Lebenserfahrung (z.B. Nennung auf der Einladung, dem Veranstaltungsplakat) und wird vor Gericht unabhängig von den vertraglichen Regelungen beurteilt, die zwischen dem Veranstalter und seinen Dienstleistern evtl. getroffen worden sind.

Im Schadensfall ist daher zunächst grundsätzlich der Veranstalter in der Haftung und somit Anspruchsgegener eines Klägers. Er kann ggf. seinerseits Dienstleister in Regress nehmen, soweit diese den Schaden verursacht haben. Es ist üblich, dass Veranstalter ihre Haftung ganz oder in Teilen auf ihre Dienstleister überwälzen, insbes. auf den Ausrichter als  Betreiber der Veranstaltungsstätte. Dieser wiederum hat seinerseits Verträge (mit entsprechenden haftungsrechtlichen Regelungen) mit  Dienstleistern, die ihm ggf. haften.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Event-Wirtschaft
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Die Rechtsökonomik (engl.: Law and Economics) betrachtet das Recht als ökonomischen Gegenstand. Vornehmlich Institutionen, Grundlagen und Strukturen des Rechts sowie Fragestellungen rechtlicher Natur werden vom Standpunkt der Volkswirtschaftslehre aus untersucht. Das Vorgehen verbindet Ökonomen und Juristen, deren Interesse dem Entscheidungsverhalten ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. rer. pol. Enrico Schöbel
I. Begriff Postwachstumsökonomik bezeichnet eine ökologisch orientierte Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften. Der Zusammenhang zwischen nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaftswachstum bildet ihren Gegenstandsbereich. II. Merkmale Behandelt werden im Wesentlichen drei Fragestellungen: a) Analyse der Kausalzusammenhänge, die implizieren, dass weiteres Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) keine Option für ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  apl. Prof. Dr. Niko Paech
I. Ausgangslage und Ziele Die Energiewende, die Realisierung eines Konzepts für ein Energieversorgungssystem in der Bundesrepublik Deutschland, das auf erneuerbaren Energien basiert, sieht vor, den Anteil dieser erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von knapp 20 Prozent im Jahr 2011 auf 80 ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Claudia Kemfert
Vernetzung