Unter Entwicklungsökonomen und Geografen diskutierte These, welche den Reichtum an
Rohstoffen vieler
Entwicklungsländer für Demokratiedefizite und extreme
Korruption verantwortlich macht und als Entwicklungshemmnis beim Streben nach wirtschaftlicher Prosperität erscheinen lässt. Meist handelt es sich dabei um strategische Rohstoffe, d.h.
Energieträger (z.B. Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran) oder industriell genutzte Rohstoffe, welche existenziell für die Funktionsfähigkeit der Volkswirtschaften von
Industrieländern sind (z.B. Kupfer, Kobalt, Platin, Mangan, Coltan etc.), aber auch um gewinnträchtige Minerale wie Diamanten, Edelsteine, Gold und mit Abstrichen wertvolle Tropenhölzer. Aufgrund ihres Beutecharakters
werden derartige Rohstoffe zu einer bedeutenden Einnahmequelle für einflussreiche Eliten. Die Gewinne aus dem
Rohstoffhandel fließen nicht nur in die Entwicklung des jeweiligen Landes, sondern auch in die Errichtung und Aufrechterhaltung klientelistischer Herrschaftssysteme. Nicht selten kommt es - wie das Beispiel „Blutdiamanten“ in Westafrika zeigt - zu kriegerischen Auseinandersetzungen und demzufolge zu dauerhaften politischen und wirtschaftlichen Instabilitäten.