| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das vorliegende Lehrbuch behandelt systematisch alle Fachgebiete der IHK-Sachkundeprüfung nach dem aktuellen Rahmenstoffplan. Besonderen Wert hat der Autor dabei auf ... Vorschau
14.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Anzahl der Schuldner in Deutschland
Anzahl der überschuldeten Privatpersonen in Deutschland von 2004 bis 2011 (in Millionen)
Statistik: Anzahl der Schuldner in Deutschland Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Das Käuferverhalten umfasst das Verhalten von Nachfragern beim Kauf, Ge- und Verbrauch von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen. Hiervon abzugrenzen und enger gefasst ist das Konsumentenverhalten, welches sich auf das Verhalten von Endverbrauchern beim Kauf und Konsum von wirtschaftlichen Gütern bzw. ... mehr
von  Prof. Dr. Prof. h. c. Bernhard Swoboda, Prof. Dr. Thomas Foscht
Die wertorientierte Gesamtbanksteuerung stellt klar den Shareholder Value in den Vordergrund der Banksteuerung und damit eine Abkehr beispielsweise von reiner Volumensorientierung dar.
von  Prof. Dr. Dres. h. c. Henner Schierenbeck, Prof. Dr. Michael Pohl

gegenseitige Verträge

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Austauschverträge, synallagmatische Verträge; jeden Vertragspartner zu einer im wechselseitigen Verhältnis stehenden Leistung (bzw. Gegenleistung) verpflichtende Verträge, z.B. Kauf-, Miet-, Werkvertrag.Gesetzliche Sonderregelungen: §§ 320–326 BGB.

Ausführliche Erklärung:

I. Zurückbehaltungsrecht:

1. Die beiderseitigen Leistungen haben Zug um Zug zu erfolgen. Jeder Verpflichtete kann, soweit er nicht z.B. bei Miet- und Werkvertrag vorleistungspflichtig ist, seine Leistung bis zur Bewirkung der Gegenleistung verweigern (§ 320 I BGB; „Einrede des nicht erfüllten Vertrages”).

2. Ist ein Teil vorleistungspflichtig, steht ihm ein Zurückbehaltungsrecht zu, wenn nach Vertragsschluss durch Verschlechterung der Vermögenslage des anderen Teils der Anspruch auf die Gegenleistung gefährdet wird und keine Sicherheitsleistung erfolgt (§ 321 BGB).

3. Geltendmachung der Zurückbehaltungsrechte im Prozess führt zur Verurteilung Zug um Zug (§ 322 BGB).

II. Leistungsstörungen:

Die §§ 323–326 BGB regeln den Einfluss von Leistungsstörungen, v.a. auf die Gegenleistung, in teilweiser Ergänzung und Abänderung allgemeiner Vorschriften.

1. Unmöglichkeit: Wird die eine Vertragspartei durch Unmöglichkeit von ihrer Leistungspflicht befreit, hat dies folgende Auswirkungen auf die Rechte und Pflichten der anderen Vertragspartei: a) Es entfällt die Pflicht zur Gegenleistung (Gegenleistungspflicht; § 326 I 1 BGB). Leistet die andere Vertragspartei trotzdem, kann sie ihre Leistung wieder zurückfordern (§ 326 IV BGB). Keine Befreiung von der Gegenleistungspflicht tritt ein
(1) bei Unmöglichkeit der Nacherfüllung, z.B. wenn die Reparatur einer mangelhaften Kaufsache durch den Verkäufer endgültig fehlschlägt (irreparable Schlechtleistung). Die andere Vertragspartei hat vielmehr ein Wahlrecht aus Sondervorschriften, z.B. aus Mängelhaftung im Fall einer mangelhaften Kaufsache.
(2) Bei alleinigem oder weit überwiegendem Verschulden der anderen Vertragspartei an der Unmöglichkeit oder bei Annahmeverzug.
(3) Wenn die andere Vertragspartei Surrogation nach § 285 BGB verlangt.

b) Die andere Vertragspartei hat ferner das Recht zum Rücktritt vom Vertrag (§ 326 V BGB).

c) Daneben kann die andere Vertragspartei anders als vor der Schuldrechtsreform bei Verschulden Schadensersatz statt der Leistung verlangen (§§ 325, 283 BGB).

2. Schlechtleistung und Leistungsverzögerung: Nach einer erheblichen Schlechtleistung oder Leistungsverzögerung durch die eine Vertragspartei hat die andere Partei das Recht zum Rücktritt vom Vertrag, wenn sie zuvor erfolglos eine angemessene Frist gesetzt hat, § 323 BGB (Ablehnung). Die Nachfristsetzung ist entbehrlich
(1) bei ernsthafter und endgültiger Leistungsverweigerung,
(2) bei Just-in-Time-Verträgen oder sonstigen Fällen unzumutbaren Abwartens.

Daneben können wiederum Ansprüche auf Schadensersatz bestehen (§§ 325, 281 BGB).

3. Schutzpflichtverletzung: Ist der anderen Vertragspartei nach Verletzung einer Schutzpflicht das Festhalten am Vertrag nicht mehr zuzumuten, hat sie ebenfalls das Recht zum Rücktritt vom Vertrag (§ 324 BGB) und ggf. einen Anspruch auf Schadensersatz (§§ 280, 282 BGB).

III. Behandlung im Insolvenzverfahren:

Ist ein gegenseitiger Vertrag z.Zt. der Insolvenzeröffnung weder von dem Gemeinschuldner noch von dem Vertragspartner vollständig erfüllt (stets bei Eigentumsvorbehaltsgeschäften), so hat der Insolvenzverwalter ein Wahlrecht:
(1) Er kann Erfüllung des Vertrages verlangen und muss dann auch den Partner voll als Massegläubiger befriedigen.
(2) Er lehnt die Erfüllung ab, dann hat der Vertragspartner nur einen Schadensersatzanspruch als Insolvenzgläubiger (eine schon erbrachte und in das Eigentum des Gemeinschuldners übergegangene Teilleistung kann er nicht aus der Masse zurückverlangen; § 103 InsO).

Wählt der Insolvenzverwalter bei Sukzessivlieferungsverträgen Erfüllung, so muss er den ganzen Vertrag voll aus der Masse erfüllen, also auch die Leistungen, die schon vor Insolvenzeröffnung fällig geworden sind. Anders bei Wiederkehrschuldverhältnissen, die nicht zur Abnahme bestimmter Mengen verpflichten, z.B. Verträge über die Lieferung von Elektrizität, Gas und Wasser; hier sind Masseansprüche nur die nach Insolvenzeröffnung fällig werdenden Ansprüche.

Sonderregelungen:
(1) Für Miet- und Pachtverträge (§§ 108–112 InsO) sowie
(2) für Dienstverträge (§§ 113 f. InsO).

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
gegenseitige Verträge
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff und Anlässe Mit Unternehmungsbewertung bezeichnet man die Verfahren zur Wertermittlung von Unternehmen als Ganzes (Wert). Bei den unregelmäßig vorkommenden Anlässen lassen sich Situationen ohne Einigungszwang (z.B. Kauf und Verkauf von Unternehmen(steilen), Eintritt von Gesellschaftern, Verschmelzungen) und mit Einigungszwang (z.B. Berechnung ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Klaus Henselmann
Die Verteilungstheorie hat zum Ziel, die Verteilung des laufenden Einkommens bzw. des Vermögens systematisch zu analysieren. Die Analyse kann auf verschiedene Einkommens- bzw. Vermögensarten oder auf verschiedene Gruppen von Einkommensbeziehern bzw. Vermögensbesitzern ausgerichtet sein. Zur theoretischen Analyse der Vermögensverteilung liegen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Hagen Krämer
Fundraising ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten einer steuerbegünstigten Organisation, welche darauf abzielen, alle benötigten Ressourcen (Geld-, Sach- und Dienstleistungen) durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Ressourcenbereitsteller (Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, öffentliche Institutionen) zu möglichst ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Michael Urselmann