| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Die vollständig überarbeitete, zweite Auflage des Lehrbuchs Grundlagen der Finanzwissenschaft behandelt die aktuellen Fragestellungen der wissenschaftlichen Disziplin und ihrer Umsetzung ... Vorschau
36.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Staatsverschuldung von Deutschland
Staatsverschuldung von Deutschland gemäß Maastricht-Vertrag von 1991 bis 2011 (in Milliarden Euro)
Statistik: Staatsverschuldung von Deutschland Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
I. Begriff Sozioökonomie steht für ein Forschungsprogramm, das wirtschaftliches Handeln sowie die Kerninstitutionen und Strukturen der modernen Wirtschaft nicht allein unter „ökonomischen“ Gesichtspunkten (Effizienz) und unter ausschließlicher Berücksichtigung ökonomischer Faktoren (Nutzen- und Gewinnorientierung der Akteure auf der einen Seite und ... mehr
von  Prof. Dr. Andrea Maurer
Die Entwicklungen in der Informationstechnologie (IT) eröffnen die Möglichkeit, die Geschäftsprozesse eines Unternehmens weitgehend zu automatisieren und damit dessen Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten und zu stärken. Technologien zur Automatisierung von Geschäftsprozessen fördern die Flexibilität von Unternehmen und stellen daher einen ... mehr
von  Professor Dr. Frank Leymann, Dr. David Schumm

Gemeindesteuersystem

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Die Gesamtheit der Gemeindesteuern, die zu einem Zeitpunkt gelten und deren Ertragshoheit den Gemeinden insgesamt zusteht, bilden das Gemeindesteuersystem.

Ausführliche Erklärung:

Kommunalsteuersystem. 1. Begriff: Die Gesamtheit der Gemeindesteuern, die zu einem Zeitpunkt gelten und deren Ertragshoheit (Steuerertragshoheit) den Gemeinden insgesamt zusteht; ein Teil des Gesamtsteuersystems (Steuersystem), ein Teil der Gemeindefinanzen (Kommunalabgaben).

2. Das Gemeindesteuersystem hat eine bes. Bedeutung in der Steuerpolitik und -theorie wegen der kommunalen Selbstverwaltung (Art. 28 GG) und der kommunalen Finanzautonomie: Die Gemeinden sind wie Bund und Länder Gebietskörperschaften, Körperschaften des öffentlichen Rechts, mit grundsätzlich ähnlichen Aufgaben für Wirtschaft und Bevölkerung ausgestattet. Das Gemeindesteuersystem ist in seinen Hauptsteuerarten, den Realsteuern, mit der „Hebesatzautonomie“ (ein Teil der Finanzautonomie) verbunden.

3. Beschränkungen und Ordnungsprinzipien für die Befugnis der Gemeinden, Steuern zu erheben, v.a. im Gemeindeabgabenrecht (basierend auf den Kommunalabgabengesetzen der Bundesländer) und in den (nachrangigen) kommunalen Steuerordnungen (Satzungen im Sinn des Gemeinderechts, von den Aufsichtsbehörden zu genehmigen): Zur Deckung des notwendigen Bedarfs dürfen von den Gemeinden Steuern nur dann erhoben werden (Subsidiarität), wenn andere Einnahmen, wie Vermögenserträge, Gebühren, Beiträge, Zuweisungen und Zuschüsse sowie Konzessionsabgaben (wobei die Erhebung teilweise auch obligatorisch ist) nicht ausreichen.

4. Kriterien eines „optimalen” Gemeindesteuersystems: a) Autonomie.

b) Geringe Konjunkturempfindlichkeit und hohe Wachstumsreagibilität der Gemeindesteuern, die damit begründet wird, dass aus Gründen einer über die Zeit gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft (Strukturpolitik) v.a. die Investitionsausgaben (zwei Drittel aller öffentlichen Investitionen werden von den Gemeinden getätigt) gleichmäßig getätigt und konjunkturunabhängig finanziert werden müssen. Die Forderung eines konjunkturunempfindlichen Gemeindesteuersystems wird auch mit dem prozyklischen Verhalten der Gemeinden begründet.

c) Örtliche Radizierbarkeit der Steuern (örtliche Verbrauch- und Aufwandsteuern gemäß Art. 106 VI GG); von diesen Steuern sollen nur die in einer Gemeinde lebenden Bürger betroffen werden.

d) Merklichkeit der Steuer, um eine enge Bindung zwischen Bürger und Gemeinde deutlich zu machen.

e) Finanzielle Ergiebigkeit ist selbstverständlich angesichts der Versorgungsleistungen und Investitionsausgaben.

f) Um die einseitige Abhängigkeit bestimmter Gemeinden von großen Steuerzahlern zu mildern (z.B. ist die heutige Gewerbesteuer, aus der die meisten Gemeinden sich überwiegend finanzieren, eine „Großbetriebsteuer“ geworden), sollen nach dem Prinzip des Interessenausgleichs zwischen den Bürgergruppen in einer Gemeinde alle Bürger an einer optimalen Gemeindesteuer beteiligt werden; von der zur Diskussion stehenden Wertschöpfungsteuer verspricht man sich gerade diese Wirkung.

5. In der Reformdiskussion wurden v.a. hervorgehoben: die Notwendigkeit einer Gewerbesteuerreform (Gewerbesteuer); die Notwendigkeit einer Grundsteuerreform (Grundsteuer); die Abschaffung der Bagatellsteuern; die Einführung einer Wertschöpfungsteuer, die Gewerbe- und Grundsteuer ersetzen soll und deren Reformen überflüssig machen würde.

Verwirklicht mit der Finanzreform von 1969 wurde die Forderung nach einer Lösung aus der Abhängigkeit der Gemeinden von der Gewerbesteuer (sie ist stark konjunkturreagibel) und nach einer Beteiligung an der gleichmäßiger fließenden Lohn- und Einkommensteuer (Wachstumsreagibilität und fiskalische Ergiebigkeit) durch die Einrichtung einer Gewerbesteuerumlage und die Einrichtung des Steuerverbunds.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Gemeindesteuersystem
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Grundsätzliche Charakterisierung Die Budgetierung ist eines der zentralen Führungsinstrumente und wird daher auch vielfach als „Rückgrat der Unternehmenssteuerung“ charakterisiert. Dennoch stand die Budgetierung immer wieder in der Kritik (zu starr, zu aufwendig, ohne Strategiebezug etc.) und war Ende der 1990er-Jahre ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Utz Schäffer
I. Begriff und Bedeutung 1. Begriff Consulting ist die individuelle Aufarbeitung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen durch Interaktion zwischen externen, unabhängigen Personen oder Beratungsorganisationen und einem um Rat nachsuchenden Klienten. Unternehmensberatung ist der Teilbereich des Consulting, der auf den speziellen Organisationstyp Unternehmung abgestellt ist. Obwohl die ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Rolf-Dieter Reineke
I. Begriff Unter einer strategischen Planung wird die Institutionalisierung eines umfassenden Prozesses verstanden, um zu entscheiden, in welche Richtung sich ein Unternehmen (oder ein Teilbereich des Unternehmens) entwickeln soll, d.h. welche Erfolgspotenziale es nutzen und ausschöpfen sollte, und welchen Weg in ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Günter Müller-Stewens