| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das Nachschlagewerk erläutert Grundlagen und Lehrbegriffe der Gesundheitsökonomie, listet Abkürzungen und bietet eine Übersicht über die Wortbestandteile der medizinischen Fachsprache. ... Vorschau
24.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente
Durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2010 (in Euro)
Statistik: Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Steuern stellen für die Wirtschaftssubjekte negative Erfolgsbeiträge dar, da regelmäßig eine Orientierung an Nettozielgrößen erfolgt. Gesucht werden deshalb (internationale) Investitionsstandorte, die bei gegebener Investition die minimale Steuerbelastung bzw. die maximale Nachsteuerrendite aufweisen. Der Stellenwert der internationalen Steuerbelastung hängt allerdings von ... mehr
von  Prof. Dr. Thomas Egner
Die Geldpolitik beinhaltet alle Maßnahmen, die aufgrund geldtheoretischer Erkenntnisse zur Regelung der Geldversorgung und des Kreditangebots der Banken unter Beachtung der gesamtwirtschaftlichen Ziele ergriffen werden. Häufig findet sich auch die Bezeichnung „Geld- und Kreditpolitik“ mit der gleichen begrifflichen Bedeutung. Das ... mehr
von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, PD Dr. Jörg Jasper, Prof. Dr. Albrecht F. Michler

gesundheitsbezogene Lebensqualität

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Gesundheitsbezogene Lebensqualität ist ein subjektives psychologisches Konstrukt, das den Gesundheitszustand aus der Perspektive des Individuums einschätzt. Gesundheit beschreibt nur einen Teilaspekt der allg. Lebensqualität und steht neben Einflussfaktoren wie Wohlstand, Freiheit, Politik, Bildung, Kultur und Religion. In gesundheitsökonomischen Evaluationen stellt die gesundheitsbezogene Lebensqualität einen zentralen Ergebnisparameter dar.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Gesundheitsbezogene Lebensqualität ist ein subjektives psychologisches Konstrukt, das den Gesundheitszustand aus der Perspektive des Individuums einschätzt. Gesundheit beschreibt nur einen Teilaspekt der allg. Lebensqualität und steht neben Einflussfaktoren wie Wohlstand, Freiheit, Politik, Bildung, Kultur und Religion. In gesundheitsökonomischen Evaluationen stellt die gesundheitsbezogene Lebensqualität einen zentralen Ergebnisparameter dar. Die Abgrenzung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität leitet sich aus der WHO-Definition (WHO) von Gesundheit ab und umfasst
(1) physische Gesundheit,
(2) psychisches Wohlbefinden und
(3) soziale Integration.

2. Krankheitsspezifische und generische Instrumente: Bei der Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität unterscheidet man zwischen
(1) krankheitsspezifischen und krankheitsübergreifenden (generischen) Ansätzen. Spezifische Instrumente der Lebensqualitätsmessung zielen auf spezifische Erkrankungen wie z.B. chronische Polyarthritis oder Asthma bronchiale. Die Instrumente sind auf Aspekte der Lebensqualität fokussiert, die bei der spezifischen Erkrankung relevant sind. Vorteile der spezifischen gegenüber den generischen Lebensqualitätsinstrumenten sind, a) dass sie auf Veränderungen im Gesundheitsstatus sensitiv reagieren,

b) Patienten die spezifischen Instrumente als relevant erachten da ihre eigenen Gesundheitsprobleme abgebildet werden und 

c) die Interpretierbarkeit von Veränderungen relativ einfach ist weil Änderungen der Lebensqualität mit Änderungen klinischer Parameter korrelieren. Generische Profilinstrumente messen die gesundheitsbezogene Lebensqualität umfassend. Häufig eingesetzte generische Lebensqualitätsinstrumente sind der Short Form-36 Health Survey (SF-36), das Nottingham Health Profile (NHP) und das Sickness Impact Profile (SIP). Vorteil der generischen Profilinstrumente ist, dass sie - anders als spezifische Instrumente - krankheitsübergreifende Vergleiche (also Vergleiche von Interventionen bei unterschiedlichen Erkrankungen) unterstützen.

3. Profil- und Indexinstrumente: Eine weitere Unterscheidung der Lebensqualitätsansätze erfolgt zwischen Profil- und Indexinstrumenten. Profilinstrumente erlauben eine differenzierte Einschätzung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität indem sie über die berücksichtigten Dimensionen ein Profil von Scores ausweisen. Nachteil aus gesundheitsökonomischer Perspektive ist, dass kein Gesamtindex gebildet wird. Damit lassen sich unterschiedliche Gesundheitsprogramme mit jeweils unterschiedlichen Verbesserungen bei Dimensionen der Lebensqualität (z.B. Verbesserung der körperlichen Rollenfunktion bei Programm A, Verbesserung des psychischen Gesundheitsstatus und Schmerzminderung bei Programm B) nicht direkt vergleichen. Präferenzbasierte Ansätze der Lebensqualitätsmessung liefern einen Gesamtlebensqualitätsindex. Sie weisen die gesundheitsbezogene Lebensqualität aber weniger differenziert aus und sind damit auch weniger sensitiv als Profilinstrumente. Vorteilhaft aus gesundheitsökonomischer Perspektive ist, dass die präferenzbasierten Ansätze einen Index der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bilden und damit eindeutige Vergleiche von Gesundheitsinterventionen unterstützen. Zudem sind Indexinstrumente präferenzbasiert.

4. Präferenzbasierte Ansätze: Bei den präferenzbasierten Ansätzen unterscheidet man zwischen Ansätzen der direkten Nutzenbewertung und Instrumenten der indirekten Nutzenbewertung. Die quantitative Bestimmung von Präferenzwerten erfolgt durch Ansätze der direkten Nutzenbewertung (insbesondere Standard Gamble, Time Trade-off und Rating Scale). Gemeinsam ist den Ansätzen, dass die Studienteilnehmer in (zumeist) mündlichen strukturierten Befragungen Präferenzurteile abgeben sollen. Die Präferenzurteile werden durch geeignete Algorithmen in Präferenzwerte umgerechnet. Eine - deutlich weniger zeitaufwendige - Alternative der nutzentheoretischen Lebensqualitätsmessung sind die Instrumente der indirekten Nutzenbewertung. Die indirekte Nutzenbewertung erfolgt über standardisierte Lebensqualitätsfragebögen (Indexinstrumente). In den Fragebögen werden die Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (körperliche Funktionsfähigkeit, körperliche Rollenfunktion, psychischer Gesundheitszustand, Schmerz und soziale Integration) mit jeweils mehreren Antwortmöglichkeiten (wie bspw. keine geringe, mäßige oder starke Schmerzen) abgebildet. Aus der Kombination von Antwortmöglichkeiten der verschiedenen Lebensqualitätsdimensionen lassen sich Gesundheitszustände beschreiben. Referenzgesundheitszustände, die ein möglichst breites Spektrum der Gesundheit abbilden sollten werden von einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe bewertet - und zwar durch einen der direkten Nutzenbewertungsansätze (Standard Gamble, Time Trade-off und Rating Scale). In regressionsanalytischen Modellen werden dann - basierend auf den Bewertungen der Referenzgesundheitszustände - die Präferenzwerte aller potenziell durch das Lebensqualitätsinstrument definierten Gesundheitszustände bestimmt. Damit liegt eine Normbewertung durch eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe vor. Das in Europa am weitesten verbreitete Indexinstrument ist der EQ-5D (EuroQol). Weitere - insbesondere in den USA - eingesetzte Indexinstrumente sind der Health Utility Index (HUI) und die Quality of Well-Being Scale (QWB).

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
gesundheitsbezogene Lebensqualität
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Die Regulierung der Rechnungslegung war lange Zeit eine Staatsaufgabe und damit von vielfältigen nationalen Besonderheiten geprägt. Die folglich international wenig vergleichbaren Rechnungslegungsdaten behinderten somit das Zusammenwachsen der Kapitalmärkte. Die faktisch immer notwendiger werdende Internationalisierung der Rechnungslegung konkretisierte sich im Juni ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Bernhard Pellens, Prof. Dr. Thorsten Sellhorn, Dipl. Ök. Torben Rüthers
I. Geschichte Die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) ist eine seit den 1970er-Jahren aufstrebende Forschungsrichtung der Volkswirtschaftslehre. Zu ihren Vorläufern gehören Coase, Demsetz, Alchian, Olson, Buchanan und Tullock, zu ihren Hauptbegründern zählen u.a. Williamson, Jensen und Meckling. Im deutschen Sprachraum hat v.a. Richter ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Apl. Prof. Dr. Dr. Helge Peukert
I. Anforderungen an die Arbeit von Wirtschaftsprüfern An die Arbeit von Wirtschaftsprüfern (WP) und vereidigten Buchprüfern sowie entsprechenden Berufsgesellschaften (zusammengefasst unter dem Begriff: Wirtschaftsprüfer = WP) werden seitens der Geschäftspartner wie der allgemeinen Öffentlichkeit hohe Anforderungen gestellt. Sie erwarten ein verlässliches ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Volker Beeck