| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Anschaulich und praxisnah zeigen die Autoren in diesem Lehrbuch, wie Organisationen funktionieren, wie sie gestaltet werden und was bei der ... Vorschau
19.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Anzahl der Beschäftigten bei SAP
Anzahl der Vollzeitbeschäftigten von SAP weltweit nach Unternehmensbereichen im Jahr 2011 (zum Jahresende)
Statistik: Anzahl der Beschäftigten bei SAP
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Seit dem Frühjahr 2007 ließ sich auf dem US-Markt für Hypothekenkredite mit geringer Bonität (Subprime) ein drastischer Anstieg von Zahlungsausfällen beobachten, der in der Folgezeit zu erheb­lichen Neubewertungen von Krediten, Auflösungen von Kredit­porte­feuilles, Not­finan­zierun­gen von Spezialinstituten bis hin zum Zusammenbruch ... mehr
von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, Prof. Dr. Albrecht F. Michler
Mit der Plankostenrechnung lassen sich einerseits zukünftige Kosten für das Unternehmen, die Unternehmensbereiche, Prozesse und Produkte bestimmen. Plankosten erlauben andererseits im nachhinein Soll-Ist-Vergleiche für Kostenstellen und Kosten für erbrachte Leistungen. Sie dienen damit der Steuerung von Ergebnissen, Gemeinkostenbereichen und Projekten ... mehr
von  Prof. Dr. Jochen R. Pampel, Prof. Dr. Kurt Vikas

harte und weiche Faktoren

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Harte Faktoren (hard facts) lassen sich in betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Kosten, Kapitalumschlag oder Durchlaufszeiten ausdrücken. Man spricht von ökonomischer Objektivierung durch Kennziffern. Zu den weichen Faktoren (soft facts) zählen Images, Stimmungen, aber auch Wissen und daraus resultierendes Verhalten (De-/Motivation) sowie Handlungsweisen (Unterstützung/Widerstand).

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: In der Unternehmensführung wird zwischen harten und weichen Faktoren unterschieden, die den Erfolg eines Unternehmens bestimmen. Harte Faktoren (hard facts) lassen sich in betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Kosten, Kapitalumschlag oder Durchlaufszeiten ausdrücken. Man spricht von ökonomischer Objektivierung durch Kennziffern. Zu den weichen Faktoren (soft facts) zählen Images, Stimmungen, aber auch Wissen und daraus resultierendes Verhalten (De-/Motivation) sowie Handlungsweisen (Unterstützung/Widerstand). Solche Faktoren heißen weich, weil sie gar nicht oder nur mit Hilfsindikatoren als Kennzahlen darstellbar sind. Ihre ökonomische Handlungsrelevanz ergibt sich aus der Kraft gruppendynamischer Prozesse.

2. Ziel: In ihrer analytisch exakten Darstellung handlungs- und entscheidungsrelevanter Parameter dienen harte Faktoren der Mess- und Steuerbarkeit der Organisation. Ist ein Faktor hart und damit objektivierbar, gilt er als erfass- und steuerbar. Ist ein Faktor weich und damit subjektiv, ist er aufgrund seiner personenübergreifenden Konstitution analytisch nicht exakt messbar und bestenfalls beeinflussbar. Da die Ursachen weicher Faktoren gruppendynamische Prozesse sind, ist ihre Entstehung und damit Relevanz nicht konstant. V.a. in evolutorischen Prozessen (Change Management, Markteintritt…) kann ihre Relevanz erfolgskritisch sein. Deshalb sollten diese Faktoren mit in solche Managementprozesse einbezogen werden.

3. Aspekte: Entsprechend wird zwischen Führungsansätzen und Strategien unterschieden, die auf harte oder weiche Faktoren setzen. Besonders deutlich wird diese Unterscheidung in der Entwicklung der Change Management- und Change Communications-Debatte, aber auch an der Ideengeschichte des Marketings in der Betriebswirtschaft: Die sich auf harte Faktoren stützende Strategie (auch als E-Strategie [economic value] bezeichnet) basiert auf Finanzkennzahlen (hard approach), die z.T. mithilfe der Kybernetik erster Ordnung als Plan- und Regeltheorie (Wert-Management-Kreislauf) die kennzahlenorientierte Unternehmensführung betont. Strategien, die auf weiche Faktoren setzen (auch als O-Strategien [organizational capability/organisationale Kompetenz] bezeichnet), geht es darum, eine Unternehmenskultur mit adäquatem Humankapital zu entwickeln (soft approach). Mit der Kybernetik zweiter Ordnung wird ergänzend zur Kybernetik erster Ordnung in der systemvergleichenden Beobachtungstheorie u.a. nach handlungsrelevanten handlungs- und entscheidungsumgebenden Umfeldparametern gesucht, was in der geschlossenen Systemtheorie der Unternehmung zur Frage der Steuerungsskepsis führt.

4. Hintergrund: Die Unterscheidung harter und weicher Faktoren führt zurück auf die klassische Ökonomie und der dort verorteten wertmanagementorientierten Betriebswirtschaft (Value-based-Management; materieller Wertebegriff). Sie arbeitet analytisch geprägt und steht in der wirtschaftstheoretischen Tradition rationaler Entscheidungen (rational choice). Dem gegenüber steht das Wertemanagement kultureller Werte bestimmter Bezugsgruppen einer Organisation (immaterieller Wertebegriff). Streng genommen und ursprünglich sind Wert- und Wertemanagement modelltheoretisch unvereinbar. Denn ursprünglich wird das Marktgleichgewicht mathematisch-physikalisch geprägt analysiert, und der Modellmensch homo oeconomicus wird als Durchschnittsentscheider angenommen, der der perfekten Entscheidungsrationalität (perfekt informiert, unendlich schnell, rational und autonom entscheidend) gehorcht. Die mit dieser physikalisierten Wirtschaftstheorie scharfen Trennung von harten und weichen Faktoren wird zum Teil kritisiert und stattdessen ihre gegenseitige Abhängigkeit diskutiert (relational choice). So findet hier eine methodologische Erweiterung des Individualismus um den Relationalismus statt, der u.a. zur zusätzlichen Anerkennung von Sozialkompetenz (soft skills) als Managementkompetenz führt.

4. Instrumente: Mit der Balanced Scorecard liegt ein Managementsystem vor, das versucht, harte Faktoren und mithilfe von Hilfsindikatoren auch weiche Faktoren zu erfassen, indem zentrale Wirkungszusammenhänge zwischen Faktoren und Unternehmenserfolg abgebildet und so gesteuert werden sollen.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
Sachgebiete
harte und weiche Faktoren
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Die Regulierung der Rechnungslegung war lange Zeit eine Staatsaufgabe und damit von vielfältigen nationalen Besonderheiten geprägt. Die folglich international wenig vergleichbaren Rechnungslegungsdaten behinderten somit das Zusammenwachsen der Kapitalmärkte. Die faktisch immer notwendiger werdende Internationalisierung der Rechnungslegung konkretisierte sich im Juni ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Bernhard Pellens, Prof. Dr. Thorsten Sellhorn, Dipl. Ök. Torben Rüthers
I. Geschichte Die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) ist eine seit den 1970er-Jahren aufstrebende Forschungsrichtung der Volkswirtschaftslehre. Zu ihren Vorläufern gehören Coase, Demsetz, Alchian, Olson, Buchanan und Tullock, zu ihren Hauptbegründern zählen u.a. Williamson, Jensen und Meckling. Im deutschen Sprachraum hat v.a. Richter ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Apl. Prof. Dr. Dr. Helge Peukert
I. Anforderungen an die Arbeit von Wirtschaftsprüfern An die Arbeit von Wirtschaftsprüfern (WP) und vereidigten Buchprüfern sowie entsprechenden Berufsgesellschaften (zusammengefasst unter dem Begriff: Wirtschaftsprüfer = WP) werden seitens der Geschäftspartner wie der allgemeinen Öffentlichkeit hohe Anforderungen gestellt. Sie erwarten ein verlässliches ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Volker Beeck