| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das Buch enthält jeweils 5 Abschlussprüfungen in den Fächern Bankbetriebswirtschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht. Die beigefügten kommentierten Lösungen ermöglichen es ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Anzahl der Aktionäre in Deutschland
Anzahl der Aktionäre in Deutschland von 1988 bis 2011 (in 1.000)
Statistik: Anzahl der Aktionäre in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Der Begriff Kommunalwirtschaft (in Deutschland) bezeichnet die Gesamtheit der wirtschaftlichen Betätigung einer kommunalen Gebietskörperschaft (Gemeinde, Stadt, Landkreis). Die Kommunalwirtschaft ist integraler Bestandteil der im Grundgesetz normierten kommunalen Selbstverwaltung (Art. 28/2) und gewährleistet in dieser Konstitution wesentliche Teile existentiellen Daseinsvorsorge, eine ... mehr
von  Prof. Dr. Michael Schäfer
Stresstests dienen der Überprüfung der Verlustanfälligkeit von Kreditinstituten. Sie zeigen die Konsequenzen auf, für den Fall, dass außergewöhnliche, aber plausible Ereignisse eintreten. Dabei existieren zahlreiche unterschiedliche Verfahren von Stresstests, die jedoch einem gemeinsamen Ziel dienen: der Bestimmung der Widerstandsfähigkeit von ... mehr
von  Prof. Dr. Detlev Hummel

Hedge Funds

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Investmentfonds mit einer bes. Vielfalt von Anlagegegenständen und -strategien. Anlagegegenstände können neben Aktien und Anleihen, Devisen, Derivate sein, es werden Leerverkäufe getätigt und Kredite zur Ausnutzung des Leverageeffektes eingesetzt. Die Hedge Funds streben dabei nach absolutem Return, d.h. orientieren sich nicht an einer Benchmark. Sie gelten als Fondstyp, der mit hochspekulativen Anlagetechniken arbeitet.

Ausführliche Erklärung:

Hedgefond. 1. Begriff: Investmentfonds mit einer bes. Vielfalt von Anlagegegenständen und -strategien, in den 1950er-Jahren in den USA erstmals kreiert und nicht zu verwechseln mit der Hedging-Strategie (Hedging) bei Termingeschäften. Anlagegegenstände können neben Aktien und Anleihen Devisen Derivate sein, es werden Leerverkäufe getätigt und Kredite zur Ausnutzung des Leverage-Effektes eingesetzt. Die Hedge Funds streben dabei nach absolutem Return, d.h. orientieren sich nicht an einer Benchmark.

2. Strategien: a) Der Global-Macro-Ansatz ist berühmt geworden durch den Quantum Fonds von G. Soros. Makroökonomische Entwicklungen werden beobachtet und für Long- oder Shortgeschäfte ausgenutzt, beim Quantum Fonds war es die Entwicklung der Währung.

b) Commodity Trading Advisors ist ein systematischer Anlagestil, der sich auf statistische Analysen und Trendfolge-Programme stützt.

c) Relative-Value-Strategien nutzen Preisunterschiede zwischen gleichen Wertpapieren an verschiedenen Börsen oder zwischen verwandten Wertpapieren.

d) Long Short Equity Fondsmanager versuchen, sowohl Long- als auch Short-Positionen zu nutzen, wobei i.d.R. Longpositionen überwiegen. Sie kaufen unterbewertete Anlagen und verkaufen gleichzeitig überbewertete Anlagen leer.

e) Event Driven Fonds setzen auf bes. Ereignisse wie Fusionen, Beteiligungsverkäufe, Gewinnwarnungen oder Insolvenzen.

Die Strategien sind unterschiedlich mit der allg. Marktentwicklung korreliert und daher sind die Fonds z.T. sehr gut geeignet zur Beimischung in ein klassisches Anlageportfolio. Sie werden von den Banken als Alternative Investments bezeichnet.

3. Hedge Funds in Deutschland: Erstmalig in Deutschland wird durch das Investmentgesetz (InvG) die Auflage von Hedge Funds als Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken (Long Term Capital Management) für institutionelle und private Anleger ermöglicht. Zu unterscheiden sind Single-Hedge Funds und Dach-Hedge Funds. Single-Hedge Funds sind Publikumsfonds, die nicht öffentlich vertrieben werden und deshalb der Privatplatzierung unterliegen. Sie können außer in Immobilien, Immoblienfonds oder Massenwaren in beliebige Vermögensgegenstände investieren. In den Vertragsbedingungen muss entweder eine Leverage- oder eine Leerverkaufsstrategie vorgesehen sein. Dies ist für Dach-Hedge Funds untersagt. Dach-Hedge Funds sind Investmentvermögen, die in Anteilen von sog. Zielfonds anlegen. Zielfonds können inländische Single-Hedgefonds und ausländische Investmentvermögen, die eine vergleichbare Anlagepolitik verfolgen, sein. Maximal 20% des Fondsvermögens können dabei in einen einzelnen Single-Hedge Fund investiert werden. Ihre Zusammensetzung unterliegt weiteren Vorschriften und ist dem Anleger transparent zu machen. Durch die Einbeziehung mehrerer Single-Hedge Funds und dadurch einer Mischung verschiedener Fondsstrategien sind Dach-Hedge Funds als weniger riskant einzustufen als Single-Hedge Funds. Damit sollten solche eklatanten Ausfälle, wie sie mit dem LTCM Fonds (Long Term Capital Management) auftraten, vermieden werden. Natürlich ist aber auch hier die Fähigkeit des Fondsmanager und eine entsprechende Risikokontrolle von großer Bedeutung. Das hatte der Gesetzgeber in Deutschland mit der Regelung im Investmentgesetz (InvG) auf den Weg gebracht und lässt somit die Dachfonds für den öffentlichen Vertrieb und damit für jeden Anleger zu. Dies soll sich nun ändern.

5. Ausblick: Durch die Vorgaben der AIFM-Richtlinie, die im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) umgesetzt werden sollen, unterstehen Fonds, die systematisch Hebelfinanzierungen einsetzen, künftig besonderen Informationspflichten gegenüber Ihren Anlegern wie auch den zuständigen Behörden. Die Verwalter müssen zudem Liquiditätsrisiken überwachen und ein Liquiditätsmanagementsystem einrichten. Zudem dürfen Anteile an Single-Hedge Funds zukünftig nicht mehr direkt von Privatanlegern gehalten werden, sondern nur noch im Rahmen von Dach-Hedge Funds. Begründet wird dies mit dem Anlegerschutz, da es sich um eine risikoreiche Anlageklasse handele. Nach den Übergangsregeln dürfen Privatanleger ihre Anteile an Hedgefonds, die sie vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erworben haben, weiter halten. Die EU ordnet die Hedge Funds zudem als sog. Schattenbanken ein, da sie auf den Finanzmärkten wie Banken agieren, aber nicht deren Regulierung und –aufsicht unterliegen. Die systemischen Risiken werden darin gesehen, dass sie für „Runs” (d.h. den massiven Abzug von Anlagen) anfällig sind, bzw. mit Leerverkäufen extreme Schwankungen auf den Aktienmärkten noch verstärkten können. Das soll sich künftig ändern. Darauf haben sich nicht nur die Finanzminister der weltweit zwanzig wichtigsten Länder (G20) 2009 geeinigt, die EU-Kommission hat im März 2012 auch ein Grünbuch „Schattenbankenwesen“ (KOM(2012) 102) vorgelegt, das einen Überblick über den Entwicklungsstand und die aktuellen Überlegungen zu dem Thema geben sollte und öffentlich konsultiert wurde. Regulierungsvorschläge sind 2013 zu erwarten.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Hedge Funds
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Wissensmanagement beschäftigt sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, dem Transfer, der Speicherung sowie der Nutzung von Wissen. Wissensmanagement ist weit mehr als Informationsmanagement (z.B. Beerheide/ Katenkamp 2011). Information ist die notwendige Voraussetzung zur Generierung von Wissen. Deshalb kann man Informationen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Jetta Frost
I. Zweck Der Lagebericht verkörpert ein rechtlich und funktional eigenständiges Rechnungslegungsinstrument der jährlichen Pflichtpublizität von Unternehmen neben dem Jahresabschluss. Er erläutert den Jahresabschluss und ergänzt diesen um Informationen allgemeiner Art über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking, Prof. Dr. Norbert Pfitzer, Prof. Dr. Peter Oser
Stresstests dienen der Überprüfung der Verlustanfälligkeit von Kreditinstituten. Sie zeigen die Konsequenzen auf, für den Fall, dass außergewöhnliche, aber plausible Ereignisse eintreten. Dabei existieren zahlreiche unterschiedliche Verfahren von Stresstests, die jedoch einem gemeinsamen Ziel dienen: der Bestimmung der Widerstandsfähigkeit von ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Detlev Hummel