| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Wie sehen die handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften im Insolvenzfall aus bzw. welche steuerlichen Folgen sind in einem solchen Verfahren zu ... Vorschau
54.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Umsatzstärkste Unternehmen weltweit
Die umsatzstärksten Unternehmen weltweit im Jahr 2011 (in Milliarden US-Dollar)
Statistik: Umsatzstärkste Unternehmen weltweit
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Ein Mindestlohn ist ein vom Staat oder von den Tarifparteien festgelegtes Arbeitsentgelt, das den Beschäftigten als Minimum für ihre Arbeitsleistung zusteht. Damit sollen Arbeitnehmer mit einer geringen Verhandlungs- und Vertretungsmacht vor Ausbeutung durch den Arbeitgeber geschützt werden. Zudem soll Armut ... mehr
von  Privatdozent Dr. rer. soc. Fred Henneberger, Prof. Dr. Berndt Keller
Die Makroökonomik betrachtet als Wissenschaft von den gesamtwirtschaftlichen Vorgängen die Volkswirtschaft als Ganzes, indem sie gleichartige Wirtschaftssubjekte zu Sektoren (wie Haushaltssektor, Unternehmenssektor) zusammenfasst und ihre ökonomischen Aktivitäten in Form von Aggregatvariablen (wie gesamtwirtschaftlicher Konsum oder gesamtwirtschaftliches Güterangebot) darstellt. Demzufolge untersucht ... mehr
von  Prof. Dr. Hans-Werner Wohltmann

Insolvenzverfahren

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Dient der gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubiger (1) durch Verwertung des Vermögens und Erlösverteilung oder (2) Sanierung des Unternehmens durch einen Insolvenzplan.

Ausführliche Erklärung:

dient der gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubiger
(1) durch Verwertung des Vermögens und Erlösverteilung oder
(2) Sanierung des Unternehmens durch einen Insolvenzplan.

I. Beteiligte:

1. Insolvenzgericht ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk ein Landgericht seinen Sitz hat. Es hat alle das Verfahren betreffenden Verhältnisse aufzuklären und teils entscheidende, teils beaufsichtigende Aufgaben.

2. Insolvenzverwalter: Er verwaltet, verwertet und verteilt die Insolvenzmasse und erstellt den Insolvenzplan.

3. Gläubigerversammlung: Oberstes, vom Insolvenzgericht einzuberufendes Organ im Insolvenzverfahren, entscheidet grundsätzlich mit absoluter Mehrheit. Stimmrecht haben nur Insolvenzgläubiger. Wichtigste Aufgabe: Vorschlag und Wahl des Gläubigerausschusses sowie eines anderen als den vom Insolvenzgericht bestellten Insolvenzverwalter.

4. Gläubigerausschuss: Ein grundsätzlich fakultatives Organ, das den Insolvenzverwalter unterstützt und überwacht.

5. Insolvenzgläubiger: Persönliche Gläubiger zz. der Insolvenzeröffnung.

6. Gemeinschuldner: Der mit Insolvenzeröffnung die Verwaltung über sein Vermögen verlierende Schuldner.

II. Ablauf:

1. Eröffnungsverfahren: Insolvenzeröffnung.

2. Feststellung der Vermögens- und Schuldnermasse: Der Insolvenzverwalter hat
(1) die zur Masse gehörenden Gegenstände in Besitz zu nehmen und zu verwerten;
(2) Sachen, die nicht zur Insolvenzmasse gehören, auszusondern (Aussonderung);
(3) Absonderungsberechtigten Befriedigung zu gestatten (Absonderung).

Vgl. auch Insolvenzanfechtung, Anmeldung, Prüfungstermin im Insolvenzverfahren.

3. Verteilung der Masse:
(1) Während des Verfahrens, soweit ausreichende Masse vorhanden ist (Abschlagsverteilung),
(2) nach vollständiger Verwertung (Schlussverteilung),
(3) nach deren Ausführung (Nachtragsverteilung).

Die Anordnung, Vorbereitung und Durchführung ist grundsätzlich Sache des Insolvenzverwalters. Vor den Insolvenzgläubigern sind die Massegläubiger zu befriedigen.

III. Aufhebung:

Nach Abhaltung des Schlusstermins durch gerichtlichen Beschluss. Öffentliche Bekanntmachung im Bundesanzeiger und Amtsblatt. Ggf. auch Einstellung des Insolvenzverfahrens.

IV. Rechtsmittel:

1. Gegen Insolvenzeröffnung kann der Gemeinschuldner, gegen Ablehnung der Eröffnung der Antragsteller sofortige Beschwerde einlegen (binnen zwei Wochen beim Amts- oder Landgericht, Fristbeginn bei Zustellung oder öffentlicher Bekanntmachung).

2. Gegen alle anderen gerichtlichen Entscheidungen sofortige Beschwerde eines jeden, der durch den Beschluss benachteiligt wird, sofern im Gesetz nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist.

V. Internationales Insolvenzrecht:

1. Mit der VO (EG) Nr. 1346/2000 vom 29.5.2000 über das Insolvenzverfahren ist das Insolvenzrecht in der EU in wesentlichen Teilen vereinheitlicht. Die VO (EG) Nr. 1346/2000 verfolgt das Ziel, Insolvenzverfahren grundsätzlich Wirksamkeit in der gesamten EU zu verleihen und Normen anzubieten, die die Kollisionen zwischen den Rechtsordnungen der Einzelstaaten vermeiden. Die VO kennt Haupt- und Sekundärinsolvenzverfahren. Sekundärinsolvenzverfahren sind zum einen solche, die neben dem Hauptinsolvenzverfahren in einem Mitgliedsstaat nur das in einem anderen Mitgliedsstaat belegene Vermögen erfassen, zum anderen sog. Partikularverfahren, die ohne Eröffnung eines Hauptinsolvenzverfahrens nur das im Eröffnungsstaat belegene Vermögen erfassen. Für die Eröffnung des Hauptinsolvenzverfahrens liegt die Zuständigkeit bei dem Mitgliedsstaat, in dessen Gebiet der Schuldner den Mittelpunkt seiner hauptsächlichen Interessen hat (Art. 3 I VO (EG)). Bei Gesellschaften und juristischen Personen ist des regelmäßig der Ort des satzungsmäßigen Sitzes.

2. Das dt. Internationale Insolvenzrecht außerhalb der VO (EG) Nr. 1346/2000 lehnt sich an die Regelung der VO an, ist aber weniger kooperationsfreundlich, da es weltweit gilt.

Vgl. auch §§ 335–358 InsO.

VI. Steuerliche Behandlung:

1. Einkommensteuer: Das Insolvenzverfahren wird wie eine Abwicklung behandelt.

2. Gewerbesteuer: Die Gewerbesteuerpflicht eines Betriebes erlischt nicht durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens (§ 4 II GewStDV), sondern erst mit der Schließung des Geschäfts. Wenn der Insolvenzverwalter die Bestände nach und nach versilbert, bleibt die Steuerpflicht bestehen, anders als im Fall der Einstellung des Betriebes außerhalb des Insolvenzverfahrens. Die Aufhebung des Insolvenzverfahrens (§ 200 InsO) beendet die Steuerpflicht nur dann, wenn der Betrieb nicht weitergeführt wird. Eine Kapitalgesellschaft bleibt selbst dann steuerpflichtig, wenn der Insolvenzverwalter den Betrieb stilllegt. Im Insolvenzverfahren wird der vom Tag der Insolvenzeröffnung bis zur Beendigung des Verfahrens erzielte Gewerbeertrag auf die einzelnen Jahre verteilt, und zwar in gleicher Weise wie bei der Abwicklung eines Gewerbebetriebes (§ 16 GewStDV).
Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Insolvenzverfahren
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die institutionelle BWL beschäftigt sich mit den Eigenschaften einzelner Wirtschaftszweige wie etwa dem Handel, der Industrie, den Banken, Versicherungen, dem Tourismus und Handwerk. Die betriebswirtschaftlichen Komponenten aller Funktionsbereiche dieser Branchen werden betrachtet und untersucht. Zu dem Bereich der institutionellen BWL ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Das moderne Arbeitsrecht als eigenständiges Rechtsgebiet entstand, als sich im Zuge der Industrialisierung die Situation der Arbeitnehmer zunehmend verschlechterte und sich deren Abhängigkeit vergrößerte.––Alleine konnte der einzelne Arbeitnehmer seine Arbeitsrechte nicht mehr durchsetzen und so schlossen sich die Arbeitnehmer zu ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Allgemeines zur Zinsschranke Im Rahmen der Unternehmensteuerreform 2008 wurde der steuerliche Abzug von Zinsen mit der Einführung der Zinsschranke (§ 4h EStG) beschränkt. Gründe für die Einführung der Zinsschranke waren bspw., dass die Zinsschrankenregelung das inländische Steuersubstrat sichern soll, indem ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  StB Birgitta Dennerlein
I. Begriff Postwachstumsökonomik bezeichnet eine ökologisch orientierte Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften. Der Zusammenhang zwischen nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaftswachstum bildet ihren Gegenstandsbereich. II. Merkmale Behandelt werden im Wesentlichen drei Fragestellungen: a) Analyse der Kausalzusammenhänge, die implizieren, dass weiteres Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) keine Option für ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  apl. Prof. Dr. Niko Paech
I. Ziel und Aufgaben Ziel des Technologiemanagements ist es, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch den Aufbau und die Weiterentwicklung technologiebasierter Erfolgspotentiale langfristig zu sichern. Technologiemanagement umfasst die Planung, Organisation, Führung und Kontrolle der Unternehmensprozesse, welche die Beschaffung, die Speicherung und die ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dieter Specht, Prof. Dr. Christian Mieke