| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Handlungs- und Entscheidungstheorien gelten als erfolgsversprechende Ansätze zur Erklärung sozialen Handelns und der Entwicklung politischer und sozialer Prozesse verbessern und ... Vorschau
42.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Bruttoinlandsprodukt in Deutschland
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland von 1991 bis 2011 (in Milliarden Euro)
Statistik: Bruttoinlandsprodukt in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Electronic Business nutzt digitale Informationstechnologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen mit dem Ziel der Generierung eines elektronischen Mehrwerts. Information, Kommunikation und Transaktion als die zentralen Bausteine des Electronic Business werden dabei über digitale Netzwerke transferiert bzw. abgewickelt. In der Konsequenz sind ... mehr
von  Prof. Dr. Tobias Kollmann
Tourismus umfasst die Gesamtheit aller Erscheinungen und Beziehungen, die mit dem Verlassen des üblichen Lebensmittelpunktes und dem Aufenthalt an einer anderen Destination verbunden sind. Dies führt zu einer Vielzahl von Reisearten und Akteuren im Tourismus. Ökonomische, ökologische interkulturelle und infrastrukturelle ... mehr
von  Prof. Dr. Ursula Frietzsche

Institution

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs fehlt bis dato. Institutionen beeinflussen, entsprechend dem ökonomischen Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens (G.S. Becker), als Restriktionen die Handlungen von Menschen. Zu den Institutionen zählen so unterschiedliche Dinge wie Märkte, Gesetze, Bräuche, Zahlungsmittel oder Standardverträge. Die Analyse der Entstehung, Wirkung und Gestaltung von Institutionen ist Gegenstand der Neuen Institutionenökonomik.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs fehlt bis dato. Institutionen beeinflussen, entsprechend dem ökonomischen Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens (G.S. Becker), als Restriktionen die Handlungen von Menschen. Zu den Institutionen zählen so unterschiedliche Dinge wie Märkte, Gesetze, Bräuche, Zahlungsmittel oder Standardverträge. Die Analyse der Entstehung, Wirkung und Gestaltung von Institutionen ist Gegenstand der Neuen Institutionenökonomik. Schotter (1986) definiert Institutionen als „Set von Regeln, die individuelles Verhalten beschränken und das soziale Ergebnis individuellen Handelns definieren.” Im dt. Sprachraum definieren Erlei, Leschke und Sauerland (2007) Institutionen als Verträge oder Vertragssysteme sowie Regeln oder Regelsysteme „jeweils inklusive ihrer Durchsetzungsmechanismen durch [...] die das Verhalten von Individuen kanalisiert wird."

2. Merkmale: Institutionen sind als soziale Phänomene relevant für die Interaktion einer Gruppe von Menschen (Kollektiv). Institutionen senken (oder erhöhen) die Kosten der Interaktion von Individuen (Transaktionskosten). Sie erleichtern (oder erschweren) die Realisierung von Kooperationsvorteilen, da sie die Erwartungssicherheit in Bezug auf das Verhalten der potentiellen Kooperationspartner erhöhen. Institutionen entstehen häufig evolutorisch, d.h. sie bilden sich in Interaktionen heraus. Die beteiligten Individuen lernen, welche Verhaltensmuster sich in Interaktionen als erfolgreich (mit Blick auf die eigenen Ziele) erweisen. Solche informellen Institutionen werden oftmals auch formalisiert und als Regel oder Regelsystem offiziell in einem Kollektiv (z.B. Staat oder Unternehmen) eingeführt (formelle Institutionen). Verstöße gegen Regeln müssen mit glaubhaften Sanktionen bedroht werden. Dies können gesetzliche (rechtliche) Sanktionen oder auch soziale Sanktionen (z.B. Ausschluss aus dem Kollektiv) sein. Ohne glaubhafte Sanktionsmechanismen verlieren Institutionen als kollektives Kapital ihren Wert und erodieren. Werden Institutionen nicht von einer Mehrheit der Kollektivmitglieder akzeptiert, sind hohe Kontroll- und Sanktionskosten (Zwang) notwendig, um sie zu erhalten. Dies ist i.d.R. nicht produktiv.

3. Abgrenzung: a) Institution und Organisationen: Organisationen sind Personenkollektive, deren Mitglieder sich organisiert haben, um ihre individuellen Ziele besser erreichen zu können (Kooperationsvorteile). D.C. North definiert Organisationen als Institutionen zzgl. der beteiligten Personen, z.B. Unternehmen, Verbände oder Entscheidungsgremien in Gebietskörperschaften. In einer Unternehmung verkörpert das Vertragsgeflecht die institutionelle, die beteiligten Personen „die persönliche Seite der Unternehmung”.
b) Institution, Werte und Normen: Unter einem Wert versteht man in der Soziologie eine grundlegende, zentrale, allg. Zielvorstellung und Orientierungsleitlinie für menschliches Handeln und soziales Zusammenleben innerhalb einer Subkultur, Kultur oder sogar im Rahmen der Menschheit (Hillmann). Werte sollen nicht zu den Institutionen gezählt werden, weil ihre Nichtbeachtung nicht sozial sanktionierbar ist und sie auch nicht zu gleichen und stabilen Verhaltenserwartungen führen. Normen sind solche Regeln, die sich aus Werten ableiten. Normen sind informelle Regeln (informelle Institutionen).

Vgl. auch Verfügungsrechte, Wirtschaftsethik.

4. Klassifikation: a) Formelle vs. informelle Institutionen: Diese Klassifikation setzt an der Formalität der Regelkomponente einer Institution an. Zumeist (aber nicht immer) sind Verfassungsregeln, Gesetz und Verordnungen dazu zu rechnen. Informelle Institutionen sind Regeln, die i.d.R. nicht schriftlich fixiert sind und deren Bestandteile bisweilen gar nicht vollständig genannt werden können, wie etwa die Regeln des Fairplay. Diese Unterscheidung geht auf North zurück.

b) Externe vs. interne Institution: Diese Klassifikation fragt nach der Art der Sanktionierung einer Institution. Regelverstösse können von den Mitgliedern einer Gesellschaft selbst sanktioniert werden, ohne auf den Staat zurückzugreifen.

Beispiele: Gewohnheiten, Sitten und Traditionen, deren Einhaltung durch Sanktionen gesichert wird, die von den Mitgliedern einer Gesellschaft selbst vorgenommen werden. Bei externen Institutionen erfolgt die Sanktionierung durch Vertreter des Staates, also extern von der Gesellschaft. Externe Institutionen sind also z.B. Gesetze. Diese Unterscheidung geht auf Kiwit und Voigt zurück.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Institution
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Wissensmanagement beschäftigt sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, dem Transfer, der Speicherung sowie der Nutzung von Wissen. Wissensmanagement ist weit mehr als Informationsmanagement (z.B. Beerheide/ Katenkamp 2011). Information ist die notwendige Voraussetzung zur Generierung von Wissen. Deshalb kann man Informationen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Jetta Frost
I. Zweck Der Lagebericht verkörpert ein rechtlich und funktional eigenständiges Rechnungslegungsinstrument der jährlichen Pflichtpublizität von Unternehmen neben dem Jahresabschluss. Er erläutert den Jahresabschluss und ergänzt diesen um Informationen allgemeiner Art über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking, Prof. Dr. Norbert Pfitzer, Prof. Dr. Peter Oser
Stresstests dienen der Überprüfung der Verlustanfälligkeit von Kreditinstituten. Sie zeigen die Konsequenzen auf, für den Fall, dass außergewöhnliche, aber plausible Ereignisse eintreten. Dabei existieren zahlreiche unterschiedliche Verfahren von Stresstests, die jedoch einem gemeinsamen Ziel dienen: der Bestimmung der Widerstandsfähigkeit von ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Detlev Hummel