| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Tochtergesellschaften im Ausland spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit einer sicherzustellen. In 14 Beiträgen setzen sich ... Vorschau
54.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Im Rahmen der experimentellen Wirtschaftsforschung werden kontrollierte Laborexperimente, Feldexperimente und Simulationen durchgeführt. Diese dienen vorrangig dazu, wirtschaftswissenschaftliche Theorien einer strengen Überprüfung zu unterziehen oder wirtschaftsbezogene Verhaltensmuster unter kontrollierten Rahmenbedingungen aufzudecken. Typischerweise haben die Teilnehmer an Experimenten nach vorgegebenen Spielregeln Entscheidungen ... mehr
von  Prof. Dr. Mathias Erlei
I. Begriff Ethno-Marketing ist die Ausgestaltung aller Beziehungen einer Unternehmung auf eine Zielgruppe, die sich aufgrund von historischen, kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten von der Bevölkerungsmehrheit in einem Land unterscheidet. Die Unterschiede können Einfluss auf psychographische Kriterien wie bspw. andersartige Einstellungen, ... mehr
von  Prof. Dr. Tanju Aygün

internationale Wettbewerbsfähigkeit

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder eines Landes (verstanden als die Gesamheit seiner exportierenden Unternehmen) auf ausländischen Märkten im Hinblick auf Preise sowie nicht preisliche Aktionsparameter. Die Determinanten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sind dabei nur z.T.  unternehmensgrößenabhängig.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Internationale Wettbewerbsfähigkeit ist dann gegeben, wenn Unternehmen ihre Produkte auf ausländischen Märkten zu Preisen absetzen können, die die entstandenen Kosten decken und zudem noch eine angemessene Rendite erbringen (Preis-Wettbewerbsfähigkeit). Da auch nicht-preisliche Aktionsparameter - wie Produktqualität, Zeitpunkt und Zuverlässigkeit der Lieferung sowie Finanzierungsbedingungen - für den Absatzerfolg maßgeblich sind, muss der Begriff der Preis-Wettbewerbsfähigkeit um den der Nicht-Preis-Wettbewerbsfähigkeit erweitert werden. Der Begriff der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ist dabei unternehmensbezogen zu interpretieren. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ergibt sich demnach aus der Aggregation der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen des betreffenden Landes.

2. Die Einflussgrößen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sind teils unternehmensgrößenabhängig, teils unternehmensgrößenunabhängig.
a) Als von der Unternehmensgröße abhängige Einflussgrößen sind die Strategievariablen eines Unternehmens im Wettbewerb (Preis- und Nicht-Preis-Aktionsparameter) zu betrachten. Dementsprechend unterscheidet Porter in seiner internationalen Studie (The Competitive Advantage of Nations, London 1990) idealtypisch zwischen zwei Strategien, mit denen ein Unternehmen im dynamischen Wettbewerbsprozess Vorteile erringen kann. Ein Unternehmen kann entweder versuchen, bekannte Produkte durch Ausnutzen von Massenproduktionsvorteilen effizienter zu produzieren (Economies of Scale) oder durch neue Produkte sowie durch die Differenzierung schon am Markt eingeführter Produkte die heterogenen Nachfragerpräferenzen besser zu befriedigen und auf diesem Wege höhere Preise durchzusetzen. Dabei ist es nach Porter v.a. die zweite Strategie, die einem Unternehmen langfristige Wettbewerbsvorteile sichert, da Kostenvorteile in der Produktion von der Konkurrenz schnell aufgeholt werden; zudem ist die Existenz von Economies of Scale im Ausmaß begrenzt.

b) Zu den von der Unternehmensgröße unabhängigen Einflussgrößen gehören alle Maßnahmen, mit denen die Wirtschaftspolitik auf die Attraktivität eines Industriestandortes Einfluss nimmt, wenn diese Entscheidungen sich auf die Kosten- und Erlösseite eines international tätigen Unternehmens auswirken. Folgende Politikmaßnahmen sind dabei von bes. Relevanz: die Geld- und Währungspolitik sowie ihre Orientierung an dem Ziel der Preisniveaustabilität, die Wettbewerbs- und Handelspolitik, die Sozial-, Tarif-, Umweltschutz-, Energie-, Bildungs-, Industrie- und Steuerpolitik sowie der Ausbau und Zustand der Verkehrs- und Kommunikationswege (Infrastruktur).

Von diesen wirtschaftspolitischen Maßnahmen sind alle Unternehmen - unternehmensgrößenunabhängig - gleichermaßen betroffen.

c) M. Porter hat in seiner empirischen Studie im Rahmen eines internationalen Vergleiches vier Determinanten internationaler Wettbewerbsvorteile herausgearbeitet: die örtlichen Standortbedingungen wie Infrastruktur, Lohnniveau, Ausbildungs- und Technologiestandard sowie Charaktereigenschaften der Mitarbeiter (Fleiß, Präzision, Intuition); die Nachfragebedingungen auf dem Heimatmarkt, d.h. die Preis- und Qualitätsansprüche der heimischen Kunden als Antriebsmotor, um im Ausland notwendige Wettbewerbsvorsprünge zu erzielen; die Intensität des heimischen Wettbewerbs, der die Innovationskraft der Unternehmen ständig anregt und Anstrengungen im internationalen Wettbewerb fördert; die Existenz von international wettbewerbsfähigen Zulieferindustrien und artverwandten Industriezweigen, aus denen wichtige Kuppelressourcen wie Mitarbeiter, Patente und Materialien abgeschöpft werden können.

d) Folgerung: Die internationalen Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens resultieren aus mehreren der empirisch ermittelten Determinanten. Damit hängt die internationale Wettbewerbsfähigkeit neben der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens - gemessen an der Produktivität - von Einflussfaktoren ab, die primär mit seiner relativen oder absoluten Größe nichts zu tun haben. Die Frage eines evtl. Zielkonfliktes zwischen der Sicherung wirksamen Wettbewerbs in der Bundesrepublik Deutschland und einer Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen hat sich daher bei der Fusionskontrolle im Rahmen sog. Ministerfusionen (Ministererlaubnis) im Sinne von § 42 GWB nur selten gestellt.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
internationale Wettbewerbsfähigkeit
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Rating ist eine Methode zur Einstufung von Sachverhalten, Gegenständen oder Personen. Meist wird unter Rating das Ergebnis des Beurteilungsverfahrens verstanden. Dies ist eine entsprechend der zugrunde liegenden Ratingskala als Symbol, Zeichen oder Zeichenfolge ausgedrückte "Zensur" oder "Note". I. Begriffsabgrenzung Ranking stellt ebenso ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Oliver Everling
I. Begriff Der aus dem Amerikanischen entlehnte Begriff „Public Relations (PR)” wird in Deutschland im Wesentlichen mit dem Begriff „Öffentlichkeitsarbeit” assoziiert, wenn auch die Zielrichtung der bezeichneten Gegenstände unterschiedlich ist. Während der Begriff „Öffentlichkeitsarbeit” die reine Tätigkeit benennt, legt der Begriff ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Perry Reisewitz
I. Begriff Die Informationsethik hat die Moral derjenigen zum Gegenstand, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbieten und nutzen. Sie geht der Frage nach, wie sich diese Personen, Gruppen und Organisationen in moralischer bzw. sittlicher Hinsicht verhalten (empirische oder ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Oliver Bendel