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Kennzahlen

Definition

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Kurzerklärung:

Zusammenfassung von quantitativen, d.h. in Zah­len ausdrückbaren Informationen für den innerbetrieblichen (betriebsindividuelle Kennzahlen) und zwischenbetrieblichen (Branchen-Kennzahlen) Vergleich (etwa Betriebsvergleich, Benchmarking).

Ausführliche Erklärung:

betriebliche Kennziffern.

I. Charakterisierung:

Maßstabwerte für den innerbetrieblichen (betriebsindividuelle Kennzahlen) und zwischenbetrieblichen (Branchen-Kennzahlen) Vergleich (etwa Betriebsvergleich, Benchmarking). Dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung von quantitativen, d.h. in Zah­len ausdrückbaren Informationen. Kenzahlen dienen der Entscheidungsunterstützung, Steuerung und Kontrolle von Maßnahmen. Kennzahlen sind im Zeitvergleich (Kennzahlensystem; etwa Balanced Scorecard; Return on Investment- bzw. Du-Pont-System) auch von Bedeutung im Rahmen der operativen Frühwarnung.

Unter statisch-methodischen Gesichtspunkten sind neben Grund- und Absolutzahlen wie Einzelzahlen (z.B. Absatz Produkt X), Summen (z.B. Gesamtumsatz), Differenzen (z.B. Gewinn) und  Mittelwerte (z.B. durchschnittlicher Tagesumsatz) zu unterscheiden:
(1) Gliederungszahlen,
(2) Beziehungszahlen,
(3) Indexzahlen. Nach dem Inhalt lassen sich Mengen- (etwa Absatz, Mitarbeiterzahl, Zahl der Filialen), Wert-  (etwa Umsatz, Kosten, Gewinn) und Zeitgrößen (etwa Termine und Fristen) differenzieren. Schließlich lassen sich Kennzahlen nach Maßgabe ihres zeitlichen Horizonts in Zustandskennzahlen (Berechnung zu einem Zeitpunkt; z.B. Mitarbeiterzahl am 31.12. 2004) und Bewegungskennzahlen gruppieren, die ihrerseits in Ergebniskennzahlen (= Berechnung für einen Zeitraum; z.B. Gewinn für das Jahr 2009) und Entwicklungskennzahlen (= Berechnung zwischen mehreren Zeiträumen oder -punkten; z.B. Gewinnveränderung von 2008 auf 2009) untergliedert werden können.

Beispiele: Liquiditäts-Kennzahlen, Umschlags-Kennzahlen (Lager, Anlagen, Forderungen, Verbindlichkeiten); Kosten im Verhältnis zu Umsatz, zu Erlös; Umsatz je Verkaufskraft, je Kunde, je Auftrag; Reingewinn zu Kosten, zu Eigenkapital etc. Bes. aussagefähig sind Kennzahlen der Leistung, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Liquidität. Kostenkennzahlen; Richtzahlen; Umsatzzahlen; Anlageintensität oder Anlagendeckung.

Vgl. auch Bilanzanalyse, Deckungsgrad.

II. Kennzahlen im Handel:

Grundzahlen (z.B. absolute Zahlen wie Einzelwerte, Summen, Differenzen, Mittelwerte) oder Verhältniszahlen (z.B. relative Zahlen wie Gliederungszahlen, Beziehungszahlen, Indexzahlen), die einzelne Ergebnisse handelsbetrieblicher Tätigkeit dokumentieren. Kennzahlen werden genutzt für Betriebsvergleiche oder zur Steuerung betrieblicher Prozesse durch das Handelsmanagement. Die üblichen Kennzahlen im Handel knüpfen an den Produktionsfaktoren des Handels (Ware, Personen, Betriebsmittel, bes. Raum) an.

1. Zur Steuerung der Warenwirtschaft ist die in der Abbildung dargestellte Kette geeignet, deren einzelne Teile mit unterschiedlichen Instrumenten der Unternehmenspolitik beeinflusst werden können.

Bei der Bruttorentabilität bleiben sämtliche Handlungskosten unberücksichtigt. Korrigiert man den Rohertrag um die einer Ware direkt zurechenbaren Kosten, so erhält man einen Deckungsbeitrag zur Abdeckung des Blocks der nicht zurechenbaren Kosten. Dieser Deckungsbeitrag, bezogen auf den durchschnittlichen Warenbestand zu Wareneinstandspreisen, ergibt die Nettorentabilität.

2. Zur Steuerung des Personaleinsatzes dienen: Umsatz pro beschäftigte Person (pro Verkaufskraft) oder Anzahl der Kunden pro Verkaufskraft.

3. Zur Steuerung des Betriebsmitteleinsatzes sind gebräuchlich: Umsatz pro m2 Verkaufsfläche, Umsatz pro laufenden Regalmeter, Umsatz pro Kasse, Deckungsbeitrag pro laufenden Regalmeter.

4. Für einen Kostenvergleich und eine globale Kostenkontrolle dienen Kennzahlen, gebildet aus einer Gegenüberstellung einzelner Kostenarten zu den Gesamtkosten, z.B. Anteil der Personal- oder Lagerkosten an den Gesamtkosten. Die Aussagefähigkeit dieser Kennzahlen ist abhängig von der Betriebsform und der Branche.

5. Als eine zusammenfassende Kennzahl des Handels kann der Return on Investment (RoI) angesehen werden.

III. Kennzahlen in der Logistik:

haben sowohl für das operative als auch das strategische Logistik-Controlling eine hohe Bedeutung. Ausgehend von den Zielen der Logistik sollen Logistik-Kennzahlen über physische, administrative und dispositive Leistungsmengen, die Erreichung von Servicegraden sowie die Logistikkosten Aufschluss geben. Die Zusammenführung der Einzelkennzahlen zu einem Kennzahlensystem orientiert sich an der Gesamteffizienz der Logistik. Die Abbildung des Leistungsvolumens der Logistik setzt die Normierung von Leistungsstandards voraus, die für einzelne logistische Leistungen vorgegeben werden. Über die Erfassung der Ist-Leistungsdaten und deren Aggregation lassen sich Kennzahlen über die Logistikleistungen bilden wie z.B. das Verhältnis von Ist-Einsatzstunden zu möglichen Einsatzstunden oder die Relation von Ist-Ladung zu möglicher Ladung von Transportmitteln. Die servicegradbezogenen Logistik-Kennzahlen dienen zur Beurteilung der Qualität der Logistikleistungen. Sie lassen in diesem Zusammenhang auch Aussagen über die innerbetrieblichen Durchlaufzeiten zu.

Beispiele hierfür sind das Verhältnis der termingerecht ausgelieferten Bedarfsanforderungen zu der Gesamtzahl der Bedarfsanforderungen als Maßgröße für die Lieferzuverlässigkeit; die Relation der ab Lager erfüllten Bedarfsanforderungen zu der Gesamtzahl der Bedarfsanforderungen als Kenngröße für die Lieferbereitschaft; der Quotient aus der Anzahl der Beanstandungen und der Gesamtzahl der Bedarfsanforderungen als Ausdruck für die Lieferbeschaffenheit sowie die Beziehung der erfüllten Sonderwünsche als Maßstab für die Lieferflexibilität. Die Kennzahlen zu den Logistikkosten setzen an den Ergebnissen der Logistikkostenrechnung an. Aufgrund der einheitlichen Wertdimension sind sie am ehesten auch bereichs- oder unternehmensübergreifend vergleichbar. Beispielhaft werden die Transportkosten pro Tonnenkilometer oder die Transportkosten je Sendung angewendet.
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Kennzahlen
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