| 
 | 
 | 

Kernkraftwerk

Kurzerklärung
Anlage zur Stromerzeugung, die den Dampf für den Antrieb der Turbinen aus einer kontrollierten Kettenreaktion in einem Reaktor erzeugt. Wegen der dort auftretenden sehr hohen Energiedichte und der Gefahren durch Radioaktivität sind bes. aufwändige sicherheitstechnische Vorkehrungen erforderlich. Geeignete spaltbare Stoffe sind (auf 4–4,5 Prozent Anteil U235) angereichertes Uran oder Thorium. Das ebenfalls spaltbare Plutonium entsteht als Nebenprodukt aus dem reichlich vorhandenen aber nicht spaltbaren U238 in Kernspaltungsprozessen. Es gibt zahlreiche technische Lösungen für die Auslegung von ... Ausführliche Erklärung
Buch zum Thema
Diese Festschrift enthält Beiträge zur empirischen Regionalforschung, die für die Regionalpolitik von hoher Relevanz sind. Dabei wird ein breites Methodenspektrum ... mehr
Ausführliche Erklärung

Anlage zur Stromerzeugung, die den Dampf für den Antrieb der Turbinen aus einer kontrollierten Kettenreaktion in einem Reaktor erzeugt. Wegen der dort auftretenden sehr hohen Energiedichte und der Gefahren durch Radioaktivität sind bes. aufwändige sicherheitstechnische Vorkehrungen erforderlich. Geeignete spaltbare Stoffe sind (auf 4–4,5 Prozent Anteil U235) angereichertes Uran oder Thorium. Das ebenfalls spaltbare Plutonium entsteht als Nebenprodukt aus dem reichlich vorhandenen aber nicht spaltbaren U238 in Kernspaltungsprozessen.

Es gibt zahlreiche technische Lösungen für die Auslegung von Kernkraftwerken: In Mitteleuropa und in den USA sind am häufigsten in Betrieb die sog. Leichtwasserreaktoren, welche normales Wasser als Kühlmittel und Moderator für den Neutronenfluss benutzen. Diese gibt es wiederum in zwei Bauausführungen, nämlich als Druckwasserreaktor und Siedewasserreaktor, die sich durch die Art der Dampfzuführung auf die Turbine unterscheiden. Andere Bauweisen und Auslegungen, v.a. der sog. „Brutreaktor“, der gezielt aus U238 neues spaltbares Pu239 erzeugen sollte, scheitern bisher an technischen Problemen und damit der Wirtschaftlichkeit.

Kernkraftwerke weisen hohe spezifische Kapitalkosten (pro installierter kW Leistung) auf, haben aber andererseits sehr niedrige Brennstoffkosten. Einmal erbaute Kernkraftwerke werden deshalb und auch wegen ihrer technischen Auslegung in der Grundlast gefahren, d.h. sie erzeugen möglichst rund um die Uhr Strom. Zu Revision und Brennelementewechsel werden sie i.d.R. einmal jährlich abgeschaltet.

Die Entsorgung der „abgebrannten Brennelemente, d.h. mit einer nach etwa drei Jahren für den weiteren Einsatz ungünstigen Isotopenmischung, ist eine derzeit noch nicht endgültig geklärte Frage.

In Deutschland soll aufgrund des Gesetzes zum Kernenergieausstieg die Nutzung der Kernenergie schrittweise reduziert werden; längerfristig soll danach in Deutschland auf den Einsatz von Kernkraftwerken ganz verzichtet werden. Die Realisierung dieses Planes bleibt umstritten.

Version:
Stichwortbeziehungen
Sachgebiete
Kernkraftwerk
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Verkehrspolitik ist eine spezielle Wirtschaftspolitik (sektorale Strukturpolitik), die sich mit dem Transport von Personen, Gütern und Nachrichten und den damit verbundenen Dienstleistungen (Logistik) befasst. Sie umfasst materialwirtschaftlich-technische, juristische und ökonomische Fragestellungen. In jüngerer Zeit hat sich der Transport von ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Friedrich von Stackelberg, Dr. Robert Malina
I. Charakterisierung Die Geldtheorie umfasst die Beziehungen zwischen den geldwirtschaftlichen Größen untereinander und jene zwischen Geld- und Güterwirtschaft unter Berücksichtigung internationaler Verflechtungen: Sie erklärt, welche Rolle die einzelnen Größen, wie z.B. Geld, Kredit und Zins, im Wirtschaftsablauf spielen. II. Wesen, Entstehung von ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, PD Dr. Jörg Jasper, Prof. Dr. Albrecht F. Michler
I. Charakterisierung Die Geldpolitik beinhaltet alle Maßnahmen, die aufgrund geldtheoretischer Erkenntnisse zur Regelung der Geldversorgung und des Kreditangebots der Banken unter Beachtung der gesamtwirtschaftlichen Ziele ergriffen werden. Häufig findet sich auch die Bezeichnung „Geld- und Kreditpolitik“ mit der gleichen begrifflichen Bedeutung. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, PD Dr. Jörg Jasper, Prof. Dr. Albrecht F. Michler
Suche
 
Aktuelle Statistik zur Definition (von statista.com)
Investitionen für die Energiewende in Deutschland
Geschätzte Investitionen für die Energiewende in Deutschland bis zum Jahr 2022 (in Milliarden Euro)
Statistik: Investitionen für die Energiewende in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Akademische Arbeiten zur Definition (von grin.com)
Zum Thema eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Bachelorarbeit, Seminararbeit oder Referat versandkostenfrei herunterladen (pdf-Datei):
Weitere akademische Arbeiten zur Definition "Kernkraftwerk"
Schwerpunktbeiträge des Tages
Unter dem Begriff Web 2.0 wird keine grundlegend neue Art von Technologien oder Anwendungen verstanden, sondern der Begriff beschreibt eine in sozio-technischer Hinsicht veränderte Nutzung des Internets, bei der dessen Möglichkeiten konsequent genutzt und weiterentwickelt werden. Es stellt eine Evolutionsstufe ... mehr
von  Prof. Dr. Richard Lackes, Dr. Markus Siepermann
Die doppelte Buchhaltung (auch doppelte Buchführung genannt) ist das System der kaufmännischen Buchführung gemäß § 238 HGB (Buchführungspflicht), welches die Ermittlung des Periodenerfolges zweifach ermöglicht: (1) durch die Bilanz, (2) durch die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Zugleich ist „doppelt“ auch im technischen ... mehr
von  Dr. Barbara Wischermann
Anzeige