| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Endlich Kostenrechnung verstehen und üben können! Buch und Software bieten alle für Studium und Praxis relevanten Aspekte der Kostenrechnung in ... Vorschau
22.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Gehalt im Controlling
Durchschnittlicher Brutto-Jahresverdienst von Controllern in Deutschland im Jahr 2011 (in Euro)
Statistik: Gehalt im Controlling Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Informationsethik hat die Moral (in) der Informationsgesellschaft zum Gegenstand. Sie untersucht, wie wir uns, Informations- und Kommunikationstechnologien und neue Medien anbietend und nutzend, in moralischer Hinsicht verhalten bzw. verhalten sollen.
von  Prof. Dr. Oliver Bendel
Arbeitsmarktpolitik ist grundsätzlich die Summe aller Maßnahmen zur Beeinflussung des Geschehens auf Arbeits- und Ausbildungsmärkten. Von ihr betroffen sind in erster Linie Arbeitslose, Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzsuchende.
von  Prof. Dr. Berndt Keller, Privatdozent Dr. Fred Henneberger

Kostenrechnung

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Die Kostenrechnung ist ein zentrales Teilgebiet des internen Rechnungswesens, in dem Kosten erfasst (Kostenerfassung), gespeichert, den verschiedensten Bezugsgrößen (z.B. Produkten) zugeordnet und für spezielle Zwecke ausgewertet, d.h. selektiert, verknüpft und/oder verdichtet (Kostenauswertung) werden.

Ausführliche Erklärung:

1. Charakterisierung: Zentrales Teilgebiet des internen Rechnungswesens, in dem Kosten erfasst (Kostenerfassung), gespeichert, den verschiedensten Bezugsgrößen (z.B. Produkten) zugeordnet und für spezielle Zwecke ausgewertet, d.h. selektiert, verknüpft und/oder verdichtet (Kostenauswertung) werden. Die einzelnen Rechnungszwecke sind nicht isoliert voneinander zu sehen, z.B. werden die Kosten einer Zwischenproduktherstellung für Make-or-Buy-Entscheidungen, Planungen anzuwendender Fertigungsverfahren, Festlegungen herzustellender und abzusetzender Produkte sowie für Absatzpreisentscheidungen benötigt.

Zur Unterstützung der Kostenrechnung durch elektronische Datenverarbeitung vgl. Kostenrechnungssoftware.

2. Adressaten der Kostenrechnung: Anders als das externe Rechnungswesen liefert die Kostenrechnung nur in Ausnahmefällen Informationen für Unternehmensexterne (z.B. Staat im Rahmen der Kalkulation der Selbstkosten bei öffentlichen Aufgaben oder für die Preisbestimmung in langfristigen spezifischen Lieferungsbeziehungen). Hauptsächliche Adressaten sind interne Stellen, von der Unternehmensleitung (z.B. periodenbezogene Deckungsbeitragsrechnungen) bis hin zu einzelnen Kostenstellenleitern (Vorgabe von Plankosten und Abweichungsanalysen) und Disponenten (z.B. Instandhaltungskosten zur Bestimmung des optimalen Ersatzzeitpunktes von Anlagen).

3. Teilbereiche: a) Kostenartenrechnung: Erfassung der Kosten, gegliedert nach den primären Kostenarten.

b) Kostenstellenrechnung: Erfassung der Kosten für Verrechnung zwischen Kostenstellen; Erfassung in detaillierterer Form, d.h. für Kostenplätze, im Rahmen der Kostenplatzrechnung.

c) Kostenträgerrechnung: Kostenausweis je Kostenträger.

Vgl. auch Erfassungstechnik der Kostenrechnung.

4. Kostenrechnungssysteme: Kostenrechnungssysteme sind eine zur Erfüllung bestimmter Rechnungszwecke bzw. -bereiche konzipierte Gesamtheit von Regeln zur Erfassung, Speicherung und Auswertung von Kosten. I.d.R. erfolgt die Differenzierung anhand der Kriterien: a) Zeitbezug der Kostengrößen: Es werden Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung unterschieden;

b) Art und Umfang der Kostenverrechnung: Es werden Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnung unterschieden. Durch Kombination beider Kriterien ergeben sich die Varianten von Kostenrechnungssystemen.

5. Zweck/Zweckbereiche: Ursprünglich diente die Kostenrechnung primär der Preiskalkulation und der Wirtschaftlichkeitskontrolle einzelner Betriebsteile; zunehmend wird sie jedoch als Instrument zur Beeinflussung, Fundierung und Kontrolle von Entscheidungen angesehen.

a) Unternehmerische Grundsatzentscheidungen: Kosten- und Erlösinformationen sind bes. für periodenbezogene Planung, Kontrolle und Analyse des Erfolgs des Gesamtunternehmens notwendig; diese Informationen sind laufend bereitzustellen. Andere unternehmerische Grundsatzentscheidungen (z.B. Diversifikation, Standortwahl) erfordern fallweise ermittelte Kosten- und Erlösdaten.

b) Preispolitik: Kosten- und Erlösdaten werden zur Festlegung und Überprüfung der Angebotspreise benötigt. Angebotspreise können nicht direkt aus der Kostensituation eines Unternehmens abgeleitet werden.

Ausnahme: Preisbildung für bestimmte öffentliche Aufträge.

Aufgabe der Kostenrechnung ist die Ermittlung von Preisuntergrenzen und die Beurteilung der Preisauskömmlichkeit.

c) Vertriebspolitik: Kostenrechnung dient hier der Analyse und Überwachung von Verkaufsgebieten, Kundengruppen, Kunden und Vertriebswegen; der differenzierte Ausweis von Kosten, Erlösen und Deckungsbeiträgen lässt Stärken und Schwächen der absatzwirtschaftlichen Potenziale erkennen, gezielte absatzpolitische Maßnahmen werden ermöglicht.

d) Produktionsprogrammplanung: Kostenrechnung zeigt detailliert die Erfolgsstruktur der einzelnen Programmkomponenten auf, u.a. die genauen Kosten der einzelnen zur Leistungserstellung erforderlichen Produktionsvorgänge.

e) Ablaufplanung: Kostenrechnung ermittelt die Erfolgswirkungen unterschiedlicher Fertigungsverfahren, Bearbeitungsreihenfolgen, Bearbeitungsquanten (Losgrößen) und unterschiedlicher Fertigungstermine; sie liefert somit die informatorische Grundlage für Optimierungsrechnungen und Vorgaben für die Kontrollen der Kostenstellenleiter bzw. für diese Kontrollen selbst. – f) Beschaffungs- bzw. Bereitstellungsplanung: z.B. Kostenvergleiche zur Lösung von Make-or-Buy-Problemen, Ermittlung von Preisobergrenzen im Einkauf.

Vgl. auch Kostenrechnungsgrundsätze.

6. Nutzungsarten: In der Praxis wird Kostenrechnung in etwa ähnlichem Umfang in drei Rollen genutzt.

a) Instrumentelle Nutzung: Die Kostenrechnung liefert hier für spezielle Entscheidungsprobleme die benötigten Informationen.

b) Konzeptionelle Nutzung: Im Vordergrund steht hier das Schaffen eines gemeinsamen Grundverständnisses. Kostenrechnung spielt in dieser Rolle die Funktion einer betriebswirtschaftlichen Sprache.

c) Symbolische Nutzung: Kostenrechnungsinformationen werden zur Begründung auf andere Weise bereits getroffener Entscheidungen verwendet. Zunehmende Komplexität und Dynamik lässt die konzeptionelle Nutzung der Kostenrechnung immer wichtiger werden.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Kostenrechnung
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das interne Rechnungswesen ist wie die externe Rechnungslegung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Planungsrechnung Teil des betrieblichen Rechnungswesens und somit ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.––Die Adressaten des internen Rechnungswesens sind primär die Unternehmensleitung und andere unternehmensinterne Personen oder Stellen, nur in ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Bankgeschäfte § 1 Abs. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen (kurz: Kreditwesengesetz, KWG) ordnet Unternehmen als Kreditinstitute ein, wenn sie bereits eines der nachstehenden Bankgeschäfte tätigen. Bankgeschäfte sind danach die Annahme fremder Gelder als Einlagen oder anderer unbedingt rückzahlbarer Gelder ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Detlef Hellenkamp
I. Definition und Abgrenzung zu Normalarbeitsverhältnissen Normalarbeitsverhältnisse sind definiert als unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnisse, die vollständig in die sozialen Sicherungssysteme integriert sind, eine Identität von Arbeits- und Beschäftigungsverhältnis aufweisen, d.h. nicht in Form von Leiharbeit ausgeübt werden, und bei denen eine Gebundenheit des ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Berndt Keller, Privatdozent Dr. Fred Henneberger
I. Begriff und Motivation Unter Data Mining versteht man die Anwendung von Methoden und Algorithmen zur möglichst automatischen Extraktion empirischer Zusammenhänge zwischen Planungsobjekten, deren Daten in einer hierfür aufgebauten Datenbasis bereitgestellt werden. Bspw. kann so ermittelt werden, welche Produkte häufig zusammen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Richard Lackes
Vernetzung