| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Die wichtigsten Informationen zum externen und internen Rechnungswesen auf den Nenner gebracht: Alle Begriffe, die man kennen muss, alle Konzepte ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Arbeitskosten in Ländern der EU
Arbeitskosten pro Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft in Ländern der EU im Jahr 2010
Statistik: Arbeitskosten in Ländern der EU Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Regulierung der Rechnungslegung war lange Zeit eine Staatsaufgabe und damit von vielfältigen nationalen Besonderheiten geprägt. Die folglich international wenig vergleichbaren Rechnungslegungsdaten behinderten somit das Zusammenwachsen der Kapitalmärkte.
von  Prof. Dr. Bernhard Pellens, Prof. Dr. Thorsten Sellhorn, Dipl. Ök. Torben Rüthers
Marktdesign ist die Kunst, Institutionen so auszugestalten, dass die Verhaltensanreize für individuelle Marktteilnehmer mit den übergeordneten Zielen des Marktarchitekten im Einklang stehen. Solche Ziele können sein die Maximierung der Erlöse, Effizienz oder der Liquidität, die Minimierung der Kosten, die Offenbarung ... mehr
von  Prof. Dr. Axel Ockenfels

Kuppelprodukte

(weitergeleitet von Kalkulation von Kuppelprodukten)

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Kuppelprodukte sind Produkte, die bei (technologisch) verbundener Produktion (Kuppelproduktion) simultan in einem Produktionsprozess entstehen, d.h. aus naturgesetzlichen oder technischen Gründen zwangsläufig anfallende Produkte unterschiedlicher Art und Güte (technologisch verbundene Produktion).

Ausführliche Erklärung:

Koppelprodukte, primär verbundene Produkte, Spaltprodukte, Zwangsanfallsprodukte, Joint Products.

1. Charakterisierung: a) Begriff: Produkte, die bei (technologisch) verbundener Produktion (Kuppelproduktion) simultan in einem Produktionsprozess entstehen, d.h. aus naturgesetzlichen oder technischen Gründen zwangsläufig anfallende Produkte unterschiedlicher Art und Güte (technologisch verbundene Produktion).

b) Häufig wird zwischen Nebenprodukten und Abfällen einerseits und dem Hauptprodukt andererseits unterschieden (z.B. Gichtgas, Schlacke, Abwärme neben Roheisen im Hochofenprozess; Sägemehl und Schwarten neben Brettern im Sägewerk). Als Leitprodukt wird das Kuppelprodukt bezeichnet, das die Ausrichtung der Produktion primär bestimmt (kann je nach Marktlage wechseln), als Koprodukte (z.B. Erdölraffination) bezeichnet man gleichrangige Kuppelprodukte. Wird ein Teil der Kuppelprodukte in denselben Prozess oder eine Vorstufe zurückgeführt (Recycling), wird von Kreislaufprodukten gesprochen.

c) Kuppelprodukte sind Ergebnis eines Trenn-, Zerlegungs-, Umgruppierungs- oder Sortierprozesses. Die Zwangsverhältnisse wirken sich auch nach dem Spaltpunkt (Split-off Point) auf die Weiterverarbeitungsprodukte (mittelbare Kuppelprodukte) bei der Produktions- und Absatzplanung aus.

d) Mengenrelationen: Die Zusammensetzung des Bündels nach Art und Mengenverhältnis ist nur in Extremfällen absolut konstant (chemische Zerlegung einfacher Verbindungen, z.B. H2O). Schwankende Rohstoffqualität und mangelnde Beherrschung führen zu stochastischen Schwankungen der Arten-, Güte- und Mengenverhältnisse. Die Lenkbarkeit der Mengenverhältnisse reicht von engen, naturgesetzlich oder verfahrenstechnisch vorgegebenen Bahnen bis zu relativ großen Spielräumen (z.B. im Sägewerk). Eine Verschiebung der Mengenrelationen oder Ausweitung der Spielräume ist oft durch den Übergang auf eine andere Technik oder Züchtung möglich.

2. Produktions- und Absatzproblem: Je inflexibler die Mengenrelationen, desto größer sind die Spannungen zwischen Produktions- und Absatzverhältnissen, bes. wenn ein Teil der Kuppelprodukte kaum Verwertungsmöglichkeiten bietet und die Speicher-, Transportier- oder Vernichtbarkeit erschwert ist; eine Einschränkung der Produktion der eigentlich gewollten Kuppelprodukte kann u.U. die Folge sein.

Charakteristisch sind starke Preisschwankungen bei nachrangigen Kuppelprodukten, deren Preisuntergrenze im Negativen, bei den alternativ entstehenden Vernichtungskosten, liegen kann. Abhilfe wird durch Kombination von Prozessen mit unterschiedlicher Produktstruktur, Kartelle, Angliederung von Weiterverarbeitungsbetrieben, Entwicklung neuer Verwendungsmöglichkeiten und eine differenzierte Absatzorganisation gesucht.

3. Kalkulation: a) Die für den Kuppelproduktionsprozess anfallenden Kosten sind variable Gemeinkosten, die sich nicht nach dem Identitätsprinzip und dem Verursachungsprinzip auf die einzelnen Spaltprodukte aufteilen lassen. Erst die Weiterverarbeitungskosten sind kostenträgerbezogen separat erfassbar.

b) Kalkulationsverfahren/-verfahrensgruppen:
(1) Rest(kosten)wertrechnung (z.T. auch Subtraktionsmethode): Die Weiterverarbeitungsüberschüsse der Nebenprodukte (Nettoerlöse - Weiterverarbeitungskosten) werden von den Gesamtkosten des Kuppelproduktionsprozesses abgezogen. Der verbleibende Restwert muss vom Hauptprodukt abgedeckt werden; der Restwert liefert Informationen für die Preisfestlegung des Hauptprodukts. Anwendbar, wenn die Kuppelprodukte sich in ein Haupt- und ein bzw. mehrere Nebenprodukte einteilen lassen, bei mehreren Hauptprodukten nur in Kombination mit Verteilungsverfahren.

Vgl. auch Rest(kosten)wert.
(2) Verteilungsverfahren: Zur Kostenverteilung werden bestimmte Merkmale der Kuppelprodukte herangezogen z.B. Heizwerte, Molekulargewichte oder Marktpreise; methodisch wird entsprechend der Äquivalenzziffernrechnung (Divisionskalkulation) vorgegangen.
(3) Päckchenrechnung: Auf eine Aufschlüsselung der Kosten der Kuppelprodukte wird zugunsten der Kalkulation einzelner, gesondert disponierbarer Kuppelprodukt-Päckchen verzichtet.

Vgl. auch Päckchen-Deckungsbeitrag.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Kuppelprodukte
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das interne Rechnungswesen ist wie die externe Rechnungslegung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Planungsrechnung Teil des betrieblichen Rechnungswesens und somit ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.––Die Adressaten des internen Rechnungswesens sind primär die Unternehmensleitung und andere unternehmensinterne Personen oder Stellen, nur in ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff PM umfasst die Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mittel zur erfolgreichen Abwicklung eines Projekts. Die DIN 69901 definiert Projektmanagement als Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mittel für die Abwicklung eines Projekts. Allgemeiner definiert das Project Management Institute (PMI) im ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Bernhard Hobel, Silke Schütte
I. Begriff und Interpretation Die Bezeichnung „moralische Qualität der Marktwirtschaft“ drückt aus, dass das marktwirtschaftliche System prinzipiell im Dienste gesamtgesellschaftlicher Interessen steht und damit mit moralischen Idealen wie Solidarität oder Gerechtigkeit vereinbar ist. Den Referenzpunkt für die normative Bewertung der Marktwirtschaft ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Nick Lin-Hi
Die Frage, was unter internationalem Management zu verstehen sei und unter welchen Bedingungen dieses in der Unternehmenspraxis vorzufinden ist, wird in der Literatur bis heute nicht übereinstimmend beantwortet. So bleibt z.B. umstritten, ob bei einem gelegentlich in geografisch nahe Auslandsmärkte ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Johann Engelhard