| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das vorliegende Lehrbuch gibt einen systematischen Einblick in das interne Rechnungswesen und ist in idealer Weise auf das Bachelor-Studium abgestimmt. ... Vorschau
14.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Gehalt im Controlling
Durchschnittlicher Brutto-Jahresverdienst von Controllern in Deutschland im Jahr 2011 (in Euro)
Statistik: Gehalt im Controlling Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
I. Entwicklung Die Untersuchung der Entwicklungsdynamik der kapitalistischen Gesellschaft stand im Zentrum der Soziologie während ihrer Gründungsphase als akademisches Fach (1890-1920). Karl Marx, Émile Durkheim, Georg Simmel und Max Weber entwickelten Gesellschaftstheorien, in denen das Zusammenspiel von Wirtschaft, Kultur und ... mehr
von  Prof. Dr. Jens Beckert, Dr. Sascha Münnich
Unter den Begriff der Bilanzpolitik fallen alle legalen Maßnahmen, die der Bilanzierende innerhalb des Jahresabschlusses und Lageberichts ergreift, um die Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens inhaltlich und/oder formal so zu gestalten, dass bei den Adressaten bestimmte ... mehr
von  Prof. Dr. Michael Hommel

Kuppelprodukte

(weitergeleitet von Restwertrechnung)

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Kuppelprodukte sind Produkte, die bei (technologisch) verbundener Produktion (Kuppelproduktion) simultan in einem Produktionsprozess entstehen, d.h. aus naturgesetzlichen oder technischen Gründen zwangsläufig anfallende Produkte unterschiedlicher Art und Güte (technologisch verbundene Produktion).

Ausführliche Erklärung:

Koppelprodukte, primär verbundene Produkte, Spaltprodukte, Zwangsanfallsprodukte, Joint Products.

1. Charakterisierung: a) Begriff: Produkte, die bei (technologisch) verbundener Produktion (Kuppelproduktion) simultan in einem Produktionsprozess entstehen, d.h. aus naturgesetzlichen oder technischen Gründen zwangsläufig anfallende Produkte unterschiedlicher Art und Güte (technologisch verbundene Produktion).

b) Häufig wird zwischen Nebenprodukten und Abfällen einerseits und dem Hauptprodukt andererseits unterschieden (z.B. Gichtgas, Schlacke, Abwärme neben Roheisen im Hochofenprozess; Sägemehl und Schwarten neben Brettern im Sägewerk). Als Leitprodukt wird das Kuppelprodukt bezeichnet, das die Ausrichtung der Produktion primär bestimmt (kann je nach Marktlage wechseln), als Koprodukte (z.B. Erdölraffination) bezeichnet man gleichrangige Kuppelprodukte. Wird ein Teil der Kuppelprodukte in denselben Prozess oder eine Vorstufe zurückgeführt (Recycling), wird von Kreislaufprodukten gesprochen.

c) Kuppelprodukte sind Ergebnis eines Trenn-, Zerlegungs-, Umgruppierungs- oder Sortierprozesses. Die Zwangsverhältnisse wirken sich auch nach dem Spaltpunkt (Split-off Point) auf die Weiterverarbeitungsprodukte (mittelbare Kuppelprodukte) bei der Produktions- und Absatzplanung aus.

d) Mengenrelationen: Die Zusammensetzung des Bündels nach Art und Mengenverhältnis ist nur in Extremfällen absolut konstant (chemische Zerlegung einfacher Verbindungen, z.B. H2O). Schwankende Rohstoffqualität und mangelnde Beherrschung führen zu stochastischen Schwankungen der Arten-, Güte- und Mengenverhältnisse. Die Lenkbarkeit der Mengenverhältnisse reicht von engen, naturgesetzlich oder verfahrenstechnisch vorgegebenen Bahnen bis zu relativ großen Spielräumen (z.B. im Sägewerk). Eine Verschiebung der Mengenrelationen oder Ausweitung der Spielräume ist oft durch den Übergang auf eine andere Technik oder Züchtung möglich.

2. Produktions- und Absatzproblem: Je inflexibler die Mengenrelationen, desto größer sind die Spannungen zwischen Produktions- und Absatzverhältnissen, bes. wenn ein Teil der Kuppelprodukte kaum Verwertungsmöglichkeiten bietet und die Speicher-, Transportier- oder Vernichtbarkeit erschwert ist; eine Einschränkung der Produktion der eigentlich gewollten Kuppelprodukte kann u.U. die Folge sein.

Charakteristisch sind starke Preisschwankungen bei nachrangigen Kuppelprodukten, deren Preisuntergrenze im Negativen, bei den alternativ entstehenden Vernichtungskosten, liegen kann. Abhilfe wird durch Kombination von Prozessen mit unterschiedlicher Produktstruktur, Kartelle, Angliederung von Weiterverarbeitungsbetrieben, Entwicklung neuer Verwendungsmöglichkeiten und eine differenzierte Absatzorganisation gesucht.

3. Kalkulation: a) Die für den Kuppelproduktionsprozess anfallenden Kosten sind variable Gemeinkosten, die sich nicht nach dem Identitätsprinzip und dem Verursachungsprinzip auf die einzelnen Spaltprodukte aufteilen lassen. Erst die Weiterverarbeitungskosten sind kostenträgerbezogen separat erfassbar.

b) Kalkulationsverfahren/-verfahrensgruppen:
(1) Rest(kosten)wertrechnung (z.T. auch Subtraktionsmethode): Die Weiterverarbeitungsüberschüsse der Nebenprodukte (Nettoerlöse - Weiterverarbeitungskosten) werden von den Gesamtkosten des Kuppelproduktionsprozesses abgezogen. Der verbleibende Restwert muss vom Hauptprodukt abgedeckt werden; der Restwert liefert Informationen für die Preisfestlegung des Hauptprodukts. Anwendbar, wenn die Kuppelprodukte sich in ein Haupt- und ein bzw. mehrere Nebenprodukte einteilen lassen, bei mehreren Hauptprodukten nur in Kombination mit Verteilungsverfahren.

Vgl. auch Rest(kosten)wert.
(2) Verteilungsverfahren: Zur Kostenverteilung werden bestimmte Merkmale der Kuppelprodukte herangezogen z.B. Heizwerte, Molekulargewichte oder Marktpreise; methodisch wird entsprechend der Äquivalenzziffernrechnung (Divisionskalkulation) vorgegangen.
(3) Päckchenrechnung: Auf eine Aufschlüsselung der Kosten der Kuppelprodukte wird zugunsten der Kalkulation einzelner, gesondert disponierbarer Kuppelprodukt-Päckchen verzichtet.

Vgl. auch Päckchen-Deckungsbeitrag.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Kuppelprodukte
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das interne Rechnungswesen ist wie die externe Rechnungslegung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Planungsrechnung Teil des betrieblichen Rechnungswesens und somit ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.––Die Adressaten des internen Rechnungswesens sind primär die Unternehmensleitung und andere unternehmensinterne Personen oder Stellen, nur in ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begründung 1. Überblick: Staatliche Interventionen in das Wirtschaftsgeschehen, die sich der Sozialpolitik zuordnen lassen (Theorie der Sozialpolitik), werden häufig durch Verweis auf verteilungspolitische Zielsetzungen (Verteilungsgerechtigkeit) begründet, die im Rahmen dezentral koordinierter Marktprozesse nicht oder nicht in ausreichendem Maße erreicht werden. Zugleich ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Martin Werding
I. Begriff, Zielsetzung und Bedeutung Das Preismanagement umfasst die Analyse, Planung, Festlegung, Umsetzung und Kontrolle von Preisen und Konditionen. Das sind die Handlungspunkte, die häufig unter Preispolitik bzw. Kontrahierungspolitik verstanden werden und gehen durch den Gedanken des Managementprozesses darüber hinaus (Preisprozess). Ziel ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Michael Schleusener
I. Charakterisierung 1. Begriff Die Makroökonomik befasst sich als Teilgebiet der Volkswirtschaftstheorie im Gegensatz zur Mikroökonomik mit dem gesamtwirtschaftlichen Verhalten ganzer Sektoren. Sie ist eine Analysemethode, die auf der Grundlage institutioneller und funktioneller Aggregate das Wirtschaftsgeschehen in seiner Gesamtheit betrachtet und demzufolge ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Hans-Werner Wohltmann