| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Die zentrale Frage, die dieses Buch beantwortet, ist, inwiefern moralische Werte als produktive Kräfte für die Wirtschaft eine Rolle spielen. ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Verhängte Bußgelder des Bundeskartellamts
Vom Bundeskartellamt verhängte Bußgelder von 1993 bis 2010 (in Millionen Euro)
Statistik: Verhängte Bußgelder des Bundeskartellamts Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Mit Unternehmungsbewertung bezeichnet man die Verfahren zur Wertermittlung von Unternehmen als Ganzes (Wert). Unternehmensbewertungen als periodisches Rechenwerk werden sowohl bei der wertorientierten Unternehmensführung (z.B. Entscheidungen zur Geschäftsfeldstrategie, Leistungsbeurteilung von Führungskräften) als auch bei der externen Rechnungslegung nach HGB und IFRS ... mehr
von  Prof. Dr. Klaus Henselmann
Die Budgetierung ist eines der zentralen Führungsinstrumente und wird daher auch vielfach als „Rückgrat der Unternehmenssteuerung” charakterisiert. Dennoch steht die Budgetierung immer wieder in der Kritik (zu starr, zu aufwendig, ohne Strategiebezug etc.) und ist Ende der 1990er-Jahre erneut ins ... mehr
von  Prof. Dr. Utz Schäffer

Merkantilismus

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Sammelbegriff für die vom 16. bis 18. Jh. durch Interventionismus und Dirigismus gekennzeichneten wirtschaftspolitischen Eingriffe des Staates in den Wirtschaftsprozess. Diese praktisch-politischen Ansätze mit dem Ziel der Steigerung der nationalen Wirtschafts- und Handelskraft basieren auf keiner (da zu dieser Zeit noch nicht ausformulierten) in sich geschlossenen wirtschaftstheoretischen und -politischen Konzeption.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Sammelbegriff für die vom 16. bis 18. Jh. durch Interventionismus und Dirigismus gekennzeichneten wirtschaftspolitischen Eingriffe des Staates in den Wirtschaftsprozess. Diese praktisch-politischen Ansätze mit dem Ziel der Steigerung der nationalen Wirtschafts- und Handelskraft basieren auf keiner (da zu dieser Zeit noch nicht ausformulierten) in sich geschlossenen wirtschaftstheoretischen und -politischen Konzeption. Die merkantilistische Literatur erscheint daher als Sammlung punktueller, jeweils problembezogener Ideen und Rezepte.

2. Ziele/Mittel: Merkantilistische Wirtschaftspolitik unterscheidet sich von Land zu Land.
a) Französischer Merkantilismus (u.a. Sully, v.a. Colbert; Colbertismus): Gekennzeichnet durch intensive Förderung der gewerblichen Wirtschaft unter Vernachlässigung der Landwirtschaft; Mittel sind u.a. Schaffung eines einheitlichen Zoll- und Marktgebiets, straffe Zentralisierung der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungskompetenzen, Steuerreform zur Sanierung der Staatsfinanzen unter Ludwig XIV., Schaffung einer gewerbefördernden Infrastruktur und staatlicher Manufakturen, Anwendung von Preistaxen und Produktionsvorschriften und Ausfuhrverbot für Nahrungsgüter (das inländische Angebot soll hierdurch steigen mit der Folge fallender Preise und dadurch sinkender Löhne, um die Lohnkosten der Güterproduktion zu verringern).
b) Englischer Merkantilismus („Bullionismus”, Bullion = Goldbarren; Vertreter: U.a. Malynes, Misselden, Hales): Schwerpunktmäßige Förderung des Außenhandels mit dem Ziel einer permanent aktiven Handelsbilanz. Zugrunde liegt die Annahme, dass die durch Außenhandelsüberschüsse anwachsenden Edelmetallreserven gleichbedeutend mit nationalem Wohlstand sind. Das wirtschaftspolitische Mittel ist ein ausgeprägter Handelsprotektionismus u.a. durch die Beschränkung des Imports auf Rohprodukte, Förderung des Exports von Fertigwaren, Exportverbote für Edelmetalle, Devisenbewirtschaftung und Importzölle. Zur Erreichung einer aktiven Dienstleistungsbilanz und aus Kontrollzwecken wird vorgeschrieben, dass der Transport aller im- bzw. exportierten Waren durch engl. Schiffe zu erfolgen hat (Navigationsakte von 1651).
c) Deutscher Merkantilismus („Kameralismus”; Vertreter: U.a. Klock, Becher, Seckendorf, Sonnenfels, Justi): Ziel ist die Mehrung des fürstlichen Schatzes („camera principi”) und das Wiederanwachsen der Bevölkerung nach dem 30-jährigen Krieg („Peuplierung”), da angenommen wird, dass der Reichtum eines Landes von der Bevölkerungszahl und der Größe des Staatsschatzes abhängt. Während die praktische Wirtschaftspolitik des Kameralismus der des französischen Merkantilismus gleicht, werden daneben verwaltungstechnische Verfahrensgrundsätze (kameralistische Rechnungsführung) aufgestellt und systematisiert, die einen bleibenden Einfluss auf die dt. Finanzwirtschaft erlangt haben.

Vgl. auch Neomerkantilismus;

Gegenteil: Liberalismus; Laissez-Faire-Liberalismus; Klassischer Liberalismus.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Merkantilismus
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Die Rechtsökonomik (engl.: Law and Economics) betrachtet das Recht als ökonomischen Gegenstand. Vornehmlich Institutionen, Grundlagen und Strukturen des Rechts sowie Fragestellungen rechtlicher Natur werden vom Standpunkt der Volkswirtschaftslehre aus untersucht. Das Vorgehen verbindet Ökonomen und Juristen, deren Interesse dem Entscheidungsverhalten ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. rer. pol. Enrico Schöbel
I. Begriff Postwachstumsökonomik bezeichnet eine ökologisch orientierte Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften. Der Zusammenhang zwischen nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaftswachstum bildet ihren Gegenstandsbereich. II. Merkmale Behandelt werden im Wesentlichen drei Fragestellungen: a) Analyse der Kausalzusammenhänge, die implizieren, dass weiteres Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) keine Option für ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  apl. Prof. Dr. Niko Paech
I. Ausgangslage und Ziele Die Energiewende, die Realisierung eines Konzepts für ein Energieversorgungssystem in der Bundesrepublik Deutschland, das auf erneuerbaren Energien basiert, sieht vor, den Anteil dieser erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von knapp 20 Prozent im Jahr 2011 auf 80 ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Claudia Kemfert