| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Marie-Luise Meinhold entwickelt auf der Grundlage der evolutorischen Ökonomik ein theoretisch konsistentes Konzept, das geeignet ist, Strukturen und Hindernisse der ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Beliebteste Arbeitgeber von Wirtschaftswissenschaftlern
Die beliebtesten Arbeitgeber von angehenden Wirtschaftswissenschaftlern in Deutschland im Jahr 2010/2011
Statistik: Beliebteste Arbeitgeber von Wirtschaftswissenschaftlern
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Corporate Social Responsibility; Abk. CSR, stellt einen aus dem Anglo-Amerikanischen kommenden (normativen) Schlüsselbegriff der Unternehmensethik dar, welcher die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen aufspannt.
von  Prof. Dr. Nick Lin-Hi
Electronic Business nutzt digitale Informationstechnologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen mit dem Ziel der Generierung eines elektronischen Mehrwerts. Information, Kommunikation und Transaktion als die zentralen Bausteine des Electronic Business werden dabei über digitale Netzwerke transferiert bzw. abgewickelt. In der Konsequenz sind ... mehr
von  Prof. Dr. Tobias Kollmann

Methodologie

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

wissenschaftstheoretische Grundlage und Methode der Erkenntnisgewinnung.

Ausführliche Erklärung:

Wissenschaftstheorie, Metatheorie. 1. Aufgabe: Jede Theorie beruht in ihrer Entstehung auf der Anwendung einer bestimmten Methode der Erkenntnisgewinnung. Dabei existieren unterschiedliche Methoden der Theoriegewinnung. Die Methodologie als Wissenschaft von der Wissenschaft systematisiert die Methodenvielfalt und versucht, eine allgemeingültige und verbindliche Methode zu entwickeln.

2. Systematische Gliederung: a) Die rationalistische Methodologie stützt sich auf die Vernunft (Ratio) als Quelle der Erkenntnis. Rationalistische Theorien müssen widerspruchsfrei, präzise, berechenbar und beweisbar sein. Dementsprechend können sie nur durch logische Deduktion aus vorgegebenen Definitionen und Ableitungsregeln (Axiome) gebildet und nur durch den Nachweis des Verstoßes gegen eine der logischen Ableitungsregeln widerlegt werden.
b) Die empiristische Methodologie reduziert alle theoretischen Aussagen auf empirisch erfassbare Tatbestände. Empiristische Theorien werden auf induktivem Wege (Induktion) gewonnen, indem durch Schlussfolgerungen aus Einzelbeobachtungen auf die Gesamtheit der Realität allgemeingültige Sätze gebildet werden. Diese Theoriensätze können, wenn sie objektiv überprüfbar sind, durch widersprechende Beobachtungen widerlegt werden. Bei subjektiven empiristischen Methodologien kann nur der Beobachter selbst seine Erkenntnisse revidieren (Phänomenologie) oder die Gültigkeit durch einen historischen Wandel aufgehoben werden (Hermeneutik). Im Rahmen der Deduktion geht es darum, aus Theorien und Hypothesen empirisch überprüfbare Aussagen zu bilden. Die Deduktion kann als Umkehrung der Induktion angesehen werden, was im Rahmen verschiedener Methodenstreits in den Wirtschaftswissenschaften kontrovers erläutert worden ist.
c) Zu synthetischen Methodologie zählt z.B. die Hegelsche Methode der Dialektik. Die bedeutsamste synthetische Methodologie ist die Methode des Kritischen Rationalismus, die eine Vereinigung von rational entwickelter Hypothese und empirischen Beobachtungssätzen anstrebt.
d) Eine Ergänzung der genannten Methodologien stellt die pluralistische Methodologie dar. Sie akzeptiert die Schwächen und Widersprüche aller Methodologien und propagiert deshalb die freie Wahl einer beliebigen Methode der Theoriegewinnung, ohne einer bestimmten Methodologie einen Anspruch auf Dominanz und alleinige Richtigkeit einzuräumen.
e) In neuerer Zeit werden verstärkt konstruktivistische Methodologien diskutiert. Danach werden Theorien nicht als (semantische) „Abbildungen” vorgegebener realer Strukturen verstanden, sondern als „erfundene” Konstrukte, die reale Phänomene beschreiben sollen. Ausgangspunkt jeder Theoriebildung ist nicht die Wirklichkeit, sondern das die jeweilige Theorie konstituierende Problem wie etwa das Problem der sozialen Ordnung.

3. Bedeutung: Da es keine alleingültige Methodologie zur Theoriengewinnung gibt, kann mit beliebiger Wahl der Methodologien auch eine entsprechende Zahl von (teilweise sich widersprechenden) Theorien entwickelt werden. Damit wird die Möglichkeit der Dogmatik und Schulenbildung im Wissenschaftsbetrieb eröffnet und die Grenze zwischen Theorie und Ideologie verwischt. Daraus folgt das Problem der Akzeptanz von Theorien, in Verbindung mit dem Problem der Abgrenzung derjenigen, deren Theorienakzeptanz bedeutsam ist.

Bei der wirtschaftspolitischen Verwendung wissenschaftlicher Theorien (allgemeine Wirtschaftspolitik) entsteht dadurch eine Verbindung zwischen dem Träger der Wirtschaftspolitik, der die Anwendung einer bestimmten Theorie akzeptiert, seiner Legitimierung zur Entscheidung darüber und der methodologischen Grundlage der Theorie, die sich letztlich auf das Problem der Auswahl einer bestimmten Ideologie reduziert. Damit wird zum großen Teil erklärbar, warum kommunistisch-totalitäre Staaten die subjektivistisch entwickelte Marxistische Theorie als Grundlage ihrer Wirtschaftspolitik nehmen, während demokratische Staaten zur Anwendung von Theorien neigen, die aufgrund kritisch-rationaler Analysen gewonnen wurden.

Vgl. auch methodologischer Individualismus, methodologischer Kollektivismus, Wissenschaftstheorie.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Methodologie
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Bezeichnung Allgemeine Betriebswirtschaftslehre zielt auf jeden Teil der Betriebswirtschaftlehre, der sich mit den übergreifenden Aspekten des unternehmerischen Handelns befasst. So setzt sich die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre aus verschiedenen Sachfunktionslehren wie Produktion, Investition und Finanzierung, Forschung und Entwicklung, Marketing zusammen. Mit ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Ursprung Vor dem Hintergrund immer lauterer Kritik an der Eindimensionalität finanzieller Kennzahlensysteme in den USA wurde Anfang der 1990er-Jahre unter der Leitung von R.S. Kaplan und D.P. Norton ein Forschungsprojekt mit zwölf US-amerikanischen Unternehmen durchgeführt. Ziel war, die vorhandenen Kennzahlensysteme ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
I. Begriff und Gegenstand Seit den späten 1990er-Jahren wurde die wirtschafts- und strukturpolitische Diskussion in Deutschland und anderen hochentwickelten Ländern stark vom Schlagwort der „Neuen Ökonomie” (New Economy) geprägt. Sie stand unter der Erwartung, dass das Internet und damit verknüpfte Informations- ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Henning Klodt
I. Entwicklung Die Untersuchung der Entwicklungsdynamik der kapitalistischen Gesellschaft stand im Zentrum der Soziologie während ihrer Gründungsphase als akademisches Fach (1890-1920). Karl Marx, Émile Durkheim, Georg Simmel und Max Weber entwickelten Gesellschaftstheorien, in denen das Zusammenspiel von Wirtschaft, Kultur und Sozialstruktur ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Jens Beckert, Dr. Sascha Münnich