| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Sandra Schwarz untersucht, ob die nachgelagerte Besteuerung aus ökonomischer Sicht mit einer Einkommensteuer systemkonform ist oder in Richtung Konsumsteuer weist. ... Vorschau
80.00 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Umsatzstärkste Unternehmen weltweit
Die umsatzstärksten Unternehmen weltweit im Jahr 2011 (in Milliarden US-Dollar)
Statistik: Umsatzstärkste Unternehmen weltweit
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Ziele, Handlungsmöglichkeiten und Reichweite staatlicher Sozialpolitik im Rahmen marktwirtschaftlicher Ordnungen sind in der Wissenschaft wie in der praktischen Wirtschafts- und Sozialpolitik Gegenstand anhaltender Kontroversen. Dahinter stehen teilweise unterschiedliche Grundhaltungen zum Verhältnis individueller Eigenverantwortung und staatlichen Handelns, teilweise unterschiedliche Schlussfolgerungen aus ... mehr
von  Prof. Dr. Gerhard Kleinhenz, Prof. Dr. Martin Werding
Mit der Plankostenrechnung lassen sich einerseits zukünftige Kosten für das Unternehmen, die Unternehmensbereiche, Prozesse und Produkte bestimmen. Plankosten erlauben andererseits im nachhinein Soll-Ist-Vergleiche für Kostenstellen und Kosten für erbrachte Leistungen. Sie dienen damit der Steuerung von Ergebnissen, Gemeinkostenbereichen und Projekten ... mehr
von  Prof. Dr. Jochen R. Pampel, Prof. Dr. Kurt Vikas

nachgelagerte Besteuerung

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Prinzip, die Beiträge zu einer Rentenversicherung im Zahlungszeitpunkt als steuerlich abzugsfähige Ausgaben anzuerkennen und im Gegenzug die spätere Auszahlung der Rentenleistungen als (in voller Höhe) steuerpflichtiges Einkommen (nachgelagert) anzusehen.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Prinzip das vorsieht, die Beiträge zur Altersvorsorge im Zeitpunkt der Zahlung als steuerlich abzugsfähig zu berücksichtigen und im Gegensatz hierzu die spätere Auszahlung der Rentenleistungen in voller Höhe "nachgelagert" zu versteuern. Die nachgelagerte Besteuerung wurde im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes eingeführt, welches zum 1.1.2005 in Kraft getreten ist.

2. Schrittweise Umsetzung: Basierend auf dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) erfolgt ab 2005 bis 2040 die schrittweise Umsetzung zur nachgelagerten Besteuerung der Rentenleistungen und zur Steuerfreistellung der Altersvorsorgeaufwendungen. Ziel der schrittweisen Umsetzung war bzw. ist die Vermeidung hoher Steuerausfälle für den Staat, die bei sofortiger Umsetzung zu erwarten waren. Außerdem sollte eine Doppelbesteuerung vermieden werden.

3. Hintergründe für die Umsetzung zur nachgelagerten Besteuerung: a) Bis zum Jahr 2004 unterlagen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus berufsständischen Versorgungswerken und der Alterssicherung der Landwirte nur mit dem sog. Ertragsanteil der Besteuerung, wohingegen Beamtenpensionen und Pensionen aus betrieblicher Altersvorsorge nahezu in vollem Höhe von der Einkommensteuerbesteuerung erfasst wurden. Außerdem wurden Arbeitnehmer-Rentenbeiträge bereits bei Zahlung einkommensteuerlich berücksichtigt, sodass eine Besteuerung der späteren Rentenleistungen zu einer Doppelbesteuerung des Arbeitnehmeranteils führte. Das Bundesverfassungsgericht hat aufgrund einer Klage entschieden, dass die Besteuerung der Pensionen in voller Höhe und die Nichtbesteuerung von Renten gegen das Grundgesetz verstieß und nicht mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz vereinbar war.

b) Im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung sollte u.a auch der Umsetzung des Nettoprinzips dienen, welches der Einkommensteuer zugrunde liegt.

c) Das Alterseinkünftegesetz wurde im Rahmen der steuerlichen Begünstigung der privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge (sog. Rürup-Rente) eingeführt, welches der Umsetzung von Reformmaßnahmen diente.

4. Besteuerung: Für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen, aus landwirtschaftlichen Alterskassen und für Renten aufgrund einer privaten kapitalgedeckten Leibrentenversicherung (nach § 10 I Nr. 2 EStG, Basisrente) erfolgt ab dem Veranlagungszeitraum 2005 die schrittweise Umsetzung der nachgelagerten Besteuerung. Die Bestandsrenten sowie die im Jahr 2005 neu gewährten Renten werden In Höhe von 50 Prozent dem zu versteuernden Einkommen hizugerechnet. Mit der schrittweisen Umsetzung zur nachgelagerten Besteuerung wird der steuerpflichtige Rentenanteil in 2-Prozent-Schritten von 50 Prozent im Jahr 2005 auf 80 Prozent im Jahr 2020 und in 1-Prozent-Schritten ab dem Jahr 2021 bis 100 Prozent im Jahre 2040 hochgestuft. So beläuft sich bspw. der steuerpflichtige Rentenanteil bei Rentenbeginn bis 2005 auf 50 Prozent, bei Rentenbeginn 2006 auf 52 Prozent etc., bis er letztendlich bei Rentenbeginn ab 2040 100 Prozent erreicht. Der bei Rentenbeginn ermittelte Teil der Rente, der nicht der Besteuerung unterliegt (im Jahr 2005 bspw. 50 Prozent), wird betragsmäßig festgeschrieben. Dies führt dazu, dass der Erhöhungsbetrag voll besteuert wird, wenn eine Rentenerhöhung vorgenommen wird. Zu beachten ist, dass Leibrenten aus privaten Rentenversicherungsverträgen, die weder Riester- noch Basisrenten darstellen, sowie Leistungen aus Direktversicherungen nach § 40 EStG wie bisher mit dem Ertragsanteil besteuert werden.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
nachgelagerte Besteuerung
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Grundlage der wertorientierten Gesamtbanksteuerung Im Rahmen der wertorientierten Gesamtbanksteuerung ist jegliche bankbetriebliche Tätigkeit an einer konsequenten Wertorientierung im Sinne einer Optimierung des Shareholder Values auszurichten. Dabei gilt eine explizite Integration von Rentabilitäts- und Risikokriterien als Inbegriff einer modernen Gesamtbanksteuerung. Rentabilität ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dres. h. c. Henner Schierenbeck, Prof. Dr. Michael Pohl
I. Begriff Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Analyse spezieller Bereiche der Wirtschaftspolitik (z.B. Geld-, Finanz-, Einkommens-, Verteilungs-, Konjunktur-, Wachstums-, Beschäftigungspolitik etc.) befasst sich die Allgemeine Wirtschaftspolitik mit der grundsätzlichen Systematik wirtschaftspolitischer Handlungen weitgehend ohne den konkreten Bezug auf bestimmte ökonomische Ziele oder ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb
I. Begriffsbestimmungen 1. Direktwerbung Umfasst alle Werbemaßnahmen, die den Empfänger gezielt ansprechen, indem sie ihm die Werbebotschaft in Form eines selbstständigen Werbemittels (z.B. Direct Mailing) direkt und nicht mithilfe eines anderen Mediums übermitteln. 2. Direct Marketing Umfasst alle marktgerichteten Aktivitäten, die sich einstufiger (direkter) ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Heinz Dallmer