| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Die vollständig überarbeitete, zweite Auflage des Lehrbuchs Grundlagen der Finanzwissenschaft behandelt die aktuellen Fragestellungen der wissenschaftlichen Disziplin und ihrer Umsetzung ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Verteilung des Wohlstands in Deutschland
Stimmen Sie der Aussage zu, dass die Regierung sicherstellen sollte, dass der Wohlstand des Landes unter allen Bürgern gerecht verteilt wird?
Statistik: Verteilung des Wohlstands in Deutschland Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Risiken sind untrennbar mit jeder unternehmerischen Tätigkeit verbunden und können den Prozess der Zielsetzung und Zielerreichung negativ beeinflussen. Sie resultieren ursachenbezogen aus der Unsicherheit zukünftiger Ereignisse - wobei dies regelmäßig mit einem unvollständigen Informationsstand einhergeht - und schlagen sich wirkungsbezogen ... mehr
von  Prof. Dr. Ulrich Krystek, Prof. Dr. Stefanie Fiege
Wissenschaft von dem Entwurf, der Entwicklung und der Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IuK-Systeme) und -techniken in Unternehmungen und Verwaltungen zur Unterstützung ihrer Geschäftsprozesse. Die Wirtschaftsinformatik nimmt eine Schnittstellenfunktion zwischen der oft technisch ausgerichteten Informatik und der anwendungsorientierten Betriebswirtschaftslehre wahr. ... mehr
von  Prof. Dr. Richard Lackes

Pareto-Optimum

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Gesellschaftliche Situation, in der es nicht möglich ist, die Wohlfahrt eines Individuums durch eine Re-Allokation der Ressourcen zu erhöhen, ohne gleichzeitig die eines anderen Individuums zu verringern.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Gesellschaftliche Situation, in der es nicht möglich ist, die Wohlfahrt eines Individuums durch eine Re-Allokation der Ressourcen zu erhöhen, ohne gleichzeitig die eines anderen Individuums zu verringern (Punkt P im Schaubild). Anders formuliert: Eine Situation in der A besser gestellt werden kann und B nicht gleichzeitig schlechter gestellt werden muss (vgl. Abbildung „Pareto-Optimum”), zeigt, dass sich das System noch nicht im Optimum befindet.

Das Pareto-Optimum stellt im Rahmen der paretianischen Wohlfahrtsökonomik das Kriterium für das Wohlfahrtsoptimum dar. Dabei wird unterstellt, dass die Individuen in ihren Nutzenvorstellungen voneinander unabhängig sind (Nachfrageinterdependenzen in Form von Demonstrativkonsum, Mitläufereffekte u.a. werden ausgeschlossen) und der Nutzen mit steigendem Güter- und Faktormengenbesitz zunimmt.

2. Bedingungen für die Existenz eines Pareto-Optimums: a) Totalbedingungen: Die Totalbedingungen schließen aus, dass die Wohlfahrt durch die Berücksichtigung von neuen Produkten, die mit einer überlegenen Technik von neu auf den Markt drängenden Unternehmen produziert werden, erhöht werden kann. Technischer Fortschritt muss schon stattgefunden haben, bevor das Pareto-Optimum unter Totalbedingungen abgeleitet wird.

b) Stabilitätsbedingungen: Stabilitätsbedingungen sind nach Hicks die vollkommene Teilbarkeit der von allen Gesellschaftsmitgliedern verwendeten Güter und Faktoren, sowie die zum Ursprung hin konvexen Indifferenzkurven und eine konkave Transformationskurve (Ertragsgesetz). Dadurch wird die Möglichkeit von externen Effekten im Konsum und in der Produktion ausgeschlossen.

c) Marginalbedingungen: Drei Marginalbedingungen müssen erfüllt sein, damit nach einer technisch möglichen Transformation ökonomischer Variablen ein Pareto-Optimum vorliegt:
(1) Das Haushaltsgleichgewicht ist für alle Haushalte gemäß des zweiten Gossenschen Gesetzes erfüllt. Die Grenzrate der Substitution zwischen jeweils zwei Gütern sind für alle Haushalte aufgrund der gleichen Güterpreise auf den homogenen Märkten identisch (Haushaltsoptimum). Die Grenzrate der Substitution zwischen zwei Gütern entspricht dem Kehrwert der entsprechenden Grenznutzenverhältnisse.
(2) Das Produktionsoptimum wird von allen Unternehmen erreicht, d.h., sie produzieren gemäß der Minimalkostenkombination. Die Grenzrate der (technischen) Substitution zwische zwei Produktionsfaktoren sind wegen der Unterschiedslosigkeit der Faktorpreise identisch für alle Unternehmen (Unternehmensoptimum). Die Grenzrate der technischen Substitution wird abgeleitet als Kehrwert der jeweiligen Grenzproduktivitätsverhältnisse dieser Faktoren.
(3) Die äquivalenten Grenzraten technischer und indifferenter Substitution sind gleich.

Ein gesellschaftliches Pareto-Optimum liegt demnach vor, wenn sich Konsum und Produktion im Optimum der statischen Effizienz befinden, d.h. die Scitovsky-Indifferenzkurve die gesellschaftliche Transformationskurve tangiert. Hinreichend für eine optimale Allokation im Sinn der Pareto-Optimuma ist z.B. die Marktform der vollkommenen Konkurrenz (Hauptsätze der Wohlfahrtsökonomik).

3. Beurteilung: Die Leistungsfähigkeit des Pareto-Optimum besteht darin, dass auf einen problematischen interpersonellen Nutzenvergleich ebenso verzichtet wird wie auf die schwierige Aufstellung einer gesellschaftlichen Wohlfahrtsfunktion. Mithilfe der verwendeten ordinalen Präferenzfunktion wird darüber hinaus das Nutzenmessungs- und Nutzenaggregationsproblem der kardinalen Nutzentheorie umgangen.

Der Nachteil der Verwendung des Pareto-Optimum als Wohlfahrtskriterium liegt darin, dass ein Pareto-Optimum ohne ein zusätzliches Wohlfahrtskriterium nicht vergleichbar ist, das optimum optimorum also nicht hergeleitet werden kann. Auf der Kontraktkurve als (gesellschaftliche) Verhandlungskurve stellen alle Punkte jeweils ein Pareto-Optimum dar.

Der Verwendung des Pareto-Optimum als umfassendes Wohlfahrtskriterium sind außerdem Grenzen gesetzt, da es auf der Basis gegebener Einkommens- und Vermögensverteilungen abgeleitet wird. Die Lösung des Allokationsproblems durch das Pareto-Optimum lässt somit das Verteilungsproblem letztendlich ungelöst.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Pareto-Optimum
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Einleitung: Marktdesign als angewandte Forschungsdisziplin Beispiele für Fragen, mit denen sich Marktdesigner beschäftigen, sind: Welche Marktregeln führen zu effizientem Emissionshandel, und welche Organisationsform der europäischen Strombörse generiert wettbewerbliche Strompreise? Wie können innerbetriebliche Anreizsysteme die Mitarbeiter bestmöglich motivieren? Welche Informationsflüsse erzeugen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Axel Ockenfels
I. Medienmanagement als wirtschaftswissenschaftliche Disziplin 1. Medienökonomie und Medienmanagement: Gegenstand der Medienökonomie ist die ökonomische Analyse der Bedingungen journalistischer Produktion, der Distribution und des Konsums von Medieninhalten und Trägermedien. Unterschieden werden können dabei mikro- und makroökonomische Fragen bzw. Entscheidungen. Die makroökonomische Analyse im ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Insa Sjurts
I. Begriff und Anlässe Mit Unternehmungsbewertung bezeichnet man die Verfahren zur Wertermittlung von Unternehmen als Ganzes (Wert). Bei den unregelmäßig vorkommenden Anlässen lassen sich Situationen ohne Einigungszwang (z.B. Kauf und Verkauf von Unternehmen(steilen), Eintritt von Gesellschaftern, Verschmelzungen) und mit Einigungszwang (z.B. Berechnung ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Klaus Henselmann