| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Dieses Buch erläutert praxisnah und kompakt alle relevanten Steuern, die bei Erwerb, Vermietung und Veräußerung von Immobilien anfallen. Die 2., ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Deutschland
Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Deutschland von 1999 bis 2010 (in Milliarden Euro)
Statistik: Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Deutschland Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Entwicklungen in der Informationstechnologie (IT) eröffnen die Möglichkeit, die Geschäftsprozesse eines Unternehmens weitgehend zu automatisieren und damit dessen Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten und zu stärken. Technologien zur Automatisierung von Geschäftsprozessen fördern die Flexibilität von Unternehmen und stellen daher einen ... mehr
von  Professor Dr. Frank Leymann, David Schumm
Der Begriff Kommunalwirtschaft (in Deutschland) bezeichnet die Gesamtheit der wirtschaftlichen Betätigung einer kommunalen Gebietskörperschaft (Gemeinde, Stadt, Landkreis). Die Kommunalwirtschaft ist integraler Bestandteil der im Grundgesetz normierten kommunalen Selbstverwaltung (Art. 28/2) und gewährleistet in dieser Konstitution wesentliche Teile existentiellen Daseinsvorsorge, eine ... mehr
von  Prof. Dr. Michael Schäfer

privates Veräußerungsgeschäft

Definition

ANZEIGE

frühere Bezeichnung "Spekulationsgeschäfte". Als privates Veräußerungsgeschäft wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem Wirtschaftsgüter des Privatvermögens innerhalb kurzer Zeit nach der Anschaffung wieder verkauft werden. Die offizielle Bezeichnung seit 1999 lautet private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nr. 2 i.V.m. § 23 EStG). Gewinne aus den privaten Veräußerungsgeschäften innerhalb der sog. Spekulationsfrist unterliegen der Einkommensteuer. Dabei werden nach der Gesetzeslage bis zum 31.12.2008 folgende Fälle unterschieden:

Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt (Spekulationsfrist). Ausnahme hiervon sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, insbesondere bei Wertpapieren, die keine wesentliche Beteiligung darstellen, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr (Spekulationsfrist) beträgt. Unter die Regelung fallen nicht Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs.

Veräußerungsgeschäfte, bei denen die Veräußerung eines Wirtschaftsguts früher erfolgt als der Erwerb.

Termingeschäfte.

Ein Spekulationsgeschäft liegt ebenfalls vor, wenn Wirtschaftsgüter nach der Entnahme aus einem Betrieb innerhalb von einem bzw. zehn Jahren veräußert werden. Spekulationsgewinne sind als sonstige Einkünfte (§ 22 EStG) einkommensteuerpflichtig, bleiben aber steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn im Kalenderjahr geringer als 600 Euro ist. Hierbei handelt es sich um eine sog. Freigrenze. Eine Verrechnung von Verlusten aus anderen Spekulationsgeschäften ist möglich. Eine Verrechnung von Verlusten mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten ist jedoch ausgeschlossen. Die nicht verrechenbaren Verluste sind gesondert festzustellen. Sie dürfen in das vorangegangene Jahr zurück- oder in das folgende Jahr vorgetragen werden.

Im Rahmen der Unternehmensteuerreform und unter Berücksichtigung der Einführung der Abgeltungsteuer ab dem 1.1.2009 sind private Veräußerungsgeschäft bei Wertpapieren generell unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig (vgl. hierzu Einkünfte aus Kapitalvermögen, § 20 II EStG). Die Regelungen zu den privaten Veräußerungeschäften wurde durch das EStG 2008 neu gefasst. Die Regelungen des § 23 EStG betreffen daher nur noch Grundstücke und „andere Wirtschaftsgüter“. Die Spekulationsfrist bei Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten beläuft sich unverändert auf zehn Jahre. Bei den sonstigen Wirtschaftsgütern beträgt sie nunmehr ein Jahr (§ 23 I Nr. 2 Satz 2 EStG n.F.). Erfolgt jedoch eine Nutzung der Wirtschaftsgüter als Einkunftsquelle innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung, verlängert sich die Frist auf zehn Jahre.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
privates Veräußerungsgeschäft
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Kurzbeschreibung Seit dem Frühjahr 2007 ließ sich auf dem US-Markt für Hypothekenkredite mit geringer Bonität (Subprime) ein drastischer Anstieg von Zahlungsausfällen beobachten, der in der Folgezeit zu erheb­lichen Neubewertungen von Krediten, Auflösungen von Kredit­porte­feuilles, Not­finan­zierun­gen von Spezialinstituten bis hin zum ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, Prof. Dr. Albrecht F. Michler
Bei der gesundheitsökonomischen Evaluation werden Kosten und Outcomes (z.B. Auswirkungen auf Gesundheitsstatus und Lebenserwartung) von Gesundheitstechnologien verglichen. Der Technologiebegriff ist dabei - wie im Health Technology Assesssment - weit gefasst und beinhaltet diagnostische Verfahren (z.B. Magnetresonanzthomographie) und therapeutische Interventionen (z.B. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Volker Eric Amelung, Prof. Dr. Axel Mühlbacher, PD Dr. Christian Krauth
I. Wesen des Bankcontrollings Der Begriff des Controllings umfasst mehr als der zugrunde liegende Terminus „to control“ und bedeutet so viel wie „Steuerung, Lenkung und Überwachung“. Die damit im Vordergrund des Controllings stehende Steuerungsfunktion weist dabei konkret für Banken eine inhaltliche ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dres. h. c. Henner Schierenbeck, Prof. Dr. Michael Pohl