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Redux-Modell

Definition

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Kurzerklärung:

Es handelt sich hierbei um das Grundmodell der Neuen Makroökonomik offener Volkswirtschaften (NOEM), welches das dynamische Grundmodell der Neukeynesianischen Makroökonomik in vereinfachter Form auf offene Volkswirtschaften überträgt. Im Unterschied zum Neukeynesianischen Makromodell wird im Redux-Modell auf eine explizite Dynamik verzichtet; außerdem sind Haushalte Konsumenten und Produzenten in einer Person. Das optimale Güterangebot folgt dann ebenso wie die optimale Konsumnachfrage aus dem Nutzenmaximierungsansatz der Haushalte.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: das einfachste Modell der Neuen Makroökonomik offener Volkswirtschaften (New Open Economy Macroeconomics, NOEM). Es handelt sich bei diesem NOEM-Ansatz um eine vereinfachte Version eines analytisch sehr anspruchsvollen, vollständig mikrofundierten Makro-Modells von Obstfeld und Rogoff aus dem Jahre 1995.

2. Bausteine: Das Redux-Modell, das hier nicht durch Gleichungen abgebildet werden soll, besteht aus den folgenden Elementen: a) Es werden zwei offene Volkswirtschaften mit symmetrischen Präferenzen aller Haushalte, also identischen Nutzenfunktionen, betrachtet. Die symmetrischen Haushalte sind monopolistische Anbieter einer Vielzahl handelbarer substituierbarer Güter, zu deren Produktion nur die eigene Arbeitskraft verwendet wird. Die Substitutionselastizität ist dabei zwischen allen in- und ausländischen Gütern gleich groß. Die Absatzpreise sind kurzfristig rigide, was sich mit der Existenz von Menu Costs begründen lässt.
b) Für die individuellen Haushalte werden intertemporale Nutzenfunktionen unterstellt, die positiv vom realen Gesamtkonsum und von der realen Kassenhaltung und negativ von der Produktionstätigkeit, die infolge des damit verbundenen Arbeitseinsatzes mit einem Verzicht auf Freizeit einhergeht, abhängt. Der Gesamtkonsum wird dabei als Konsumbündel in Form einer CES-Funktion mit konstanter intertemporaler Substitutionselastizität definiert. Im Gegensatz zu einer geschlossenen werden in einer offenen Volkswirtschaft die Konsummöglichkeiten nicht durch die inländische Produktion begrenzt; insofern enthält die Nutzenfunktion des repräsentativen Haushalts neben dem gesamten Konsumgüterbündel auch das eigene Produktionsniveau stellvertretend für die entgangene Freizeit als Argumentvariable.
c) Bei der Maximierung seiner Nutzenfunktion hat der Haushalt eine periodenbezogene Budgetrestriktion oder dynamische Vermögensgleichung in nominalen Werten zu beachten, welche besagt, dass sich der Vermögensbestand zu Beginn der Folgeperiode aus dem Anfangsvermögen ergibt, indem man hierauf anfallende Zinseinkünfte und denjenigen Teil des laufenden Nominaleinkommens, der nicht für Konsumzwecke verwendet, also gespart wird, hinzuaddiert. Die Haushalte können dabei ihr Vermögen in Form zinsloser Kasse oder in Form eines zinstragenden risikolosen Wertpapiers, das auf einem vollkommenen internationalen Kapitalmarkt handelbar ist, halten. Die Annahme eines vollständig integrierten Weltkapitalmarktes impliziert dabei die Gültigkeit der ungedeckten Zinsparität zwischen dem In- und Auslandszins.
d) Hinsichtlich des gesamtwirtschaftlichen Preisniveaus, das sowohl in der Budgetrestriktion als auch als Deflator der nominalen Geldmenge in der Nutzenfunktion auftritt, wird von einem Konsumentenpreisindex ausgegangen, der eine Kombination aus den Einzelpreisen der im In- und Ausland produzierten Güter ist. Da von der Existenz nicht-handelbarer Güter sowie von Handelsbeschränkungen abstrahiert wird, gilt für jedes individuelle Gut das Gesetz der Unterschiedslosigkeit der Preise (d.h. jeweils der gleiche Preis in beiden Volkswirtschaften) und für den in- und ausländischen Preisindex die Kaufkraftparität in der absoluten Form.
e) Das Redux-Modell enthält schließlich noch für jedes Gut eine relativpreisabhängige Gesamtnachfragefunktion, der sich ein monopolistischer Anbieter dieses Gutes gegenübersieht. Ebenso wie in der traditionellen mikroökonomischen Monopoltheorie ist diese Funktion im Optimierungsansatz der Anbieter zu berücksichtigen.
f) Die Maximierung der intertemporalen Nutzenfunktion unter Beachtung der Budgetrestriktion liefert für den individuellen Haushalt seinen optimalen (realzinsabhängigen) Konsumpfad (Euler-Gleichung des Konsums), die gewünschte reale Kassenhaltung und den Zeitpfad des Güter- bzw. Arbeitsangebots. Die reale Geldnachfrage ist dabei negativ vom Zins und - im Unterschied zu traditionellen keynesianischen Modellen (Totalmodelle offener Volkswirtschaften, Nachfrageseite) - positiv vom Konsumniveau abhängig. Die endogene Bestimmung des Outputs bzw. Güterangebots geschieht analog zur Gewinnmaximierung einer Unternehmung. Ebenso wie in der traditionellen Monopoltheorie gilt auch im Redux-Modell, dass der mit den Grenzkosten übereinstimmende Grenzerlös kleiner als der Preis ist, da der Absatz isoliert gesehen nur bei einer Preissenkung zunimmt. Im Redux-Modell setzt der Monopolist seinen Relativpreis ebenfalls mit einem Mark-up auf die Grenzkosten (Aufschlagspreisbildung). Der Zuschlagssatz ist dabei mit der aus der traditionellen Monopoltheorie bekannten Form bei konstanter Nachfrageelastizität identisch.
g) Das Gesamtmodell wird geschlossen durch Marktgleichgewichtsbedingungen für den Weltkapitalmarkt und den Weltgütermarkt. Im Bestandsgleichgewicht des internationalen Kapitalmarktes stimmen die Nettoauslandspositionen der beiden Volkswirtschaften betragsmäßig genau überein, während im Gleichgewicht auf dem Weltgütermarkt der aggregierte Weltkonsum gleich dem aggregierten Weltangebot bzw. Welteinkommen ist. Üblicherweise wird für die Ausgangsposition eine Nettoauslandsposition von null für beide Länder unterstellt. Das Steady-State-Gleichgewicht, das durch die Konstanz aller Modellvariablen gekennzeichnet ist, weist dann eine ausgeglichene Leistungsbilanz sowie ein für beide Länder identisches Outputniveau auf, das mit zunehmender Freizeitpräferenz der Wirtschaftssubjekte sowie zunehmender Monopolmacht bzw. Zuschlagssatz abnimmt. Im Vergleich dazu würde sich im Modell der vollständigen Konkurrenz, bei dem der Preis genau mit dem Grenzerlös übereinstimmt, ein höheres Steady-State-Outputniveau ergeben. Ebenso wie in keynesianisch geprägten, mikrofundierten Modellen geschlossener Volkswirtschaften ergibt sich also auch im Rahmen des Redux-Modells ein suboptimales Outputniveau bei Vorliegen der Marktform der monopolistischen Konkurrenz.

Vgl. zugehöriger Schwerpunktbeitrag Makroökonomik.

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Redux-Modell
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