| 
 | 
 | 

Rentabilität

(weitergeleitet von Rendite)

Kurzerklärung

Verhältnis einer Erfolgsgröße zum eingesetzten Kapital einer Rechnungsperiode. Beide Größen können zahlungs- und bilanzorientiert gemessen werden. Ausführliche Erklärung

Buch zum Thema
Schierenbecks Standardwerk zum Bank-Controlling gibt den State of the Art des Controllingwissens für Kreditinstitute wieder. Sein integriertes Konzept Ertragsorientierter Banksteuerung ... mehr
Ausführliche Erklärung

Verhältnis einer Erfolgsgröße zum eingesetzten Kapital einer Rechnungsperiode. Beide Größen können zahlungs- und bilanzorientiert gemessen werden.

I. Zahlungsorientierte Betrachtung:

1. Gesamtkapitalrentabilität: Einzahlungsüberschuss des Unternehmens in Relation zum gesamten eingesetzten Kapital.

2. Eigenkapitalrentabilität: Einzahlungsüberschuss des Unternehmens abzüglich der an die Fremdkapitalgeber abzuführenden Zinszahlungen in Relation zum eingesetzten Eigenkapital.

II. Bilanzorientierte Betrachtung:

1. Gesamtkapitalrentabilität: Der Periodenerfolg (einschließlich der Fremdkapitalzinsen) wird in Beziehung zum gesamten zur Verfügung stehenden Kapital der Unternehmung (Eigen- und Fremdkapital) gesetzt. Zur besseren Analyse kann die Gesamtkapitalrentabilität als Produkt aus Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag dargestellt werden.

a) Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern = \frac{ \textnormal {Erfolg vor Zinsen und vor Steuern}}{ \textnormal {Gesamtkapital}};


b) Gesamtkapitalrentabilität nach Steuern \ = \frac{ \textnormal {Erfolg vor Zinsen und nach Steuern}}{ \textnormal {Gesamtkapital}}.


Eine Verzerrung der Gesamtkapitalrentabilität ist möglich durch die Ausnutzung bilanzieller Bewertungsspielräume bei der Gewinnermittlung oder durch Nichtabgrenzung periodenfremder Aufwendungen und Erträge.

2. Eigenkapitalrentabilität: Relative Größe, die angibt, mit welcher Rate sich das während einer Periode eingesetzte Eigenkapital verzinst.

a) Eigenkapitalrentabilität vor Steuern \ = \frac{ \textnormal {Erfolg nach Zinsen und vor Steuern}}{ \textnormal {Eigenkapital}} ;


b) Eigenkapitalrentabilität nach Steuern  \ = \frac{ \textnormal {Erfolg nach Zinsen und nach Steuern}}{ \textnormal {Eigenkapital}}.

Bei Kapitalgesellschaften besteht das Eigenkapital aus Grund- oder Stammkapital, Gewinn- und Kapitalrücklagen, Gewinnvortrag und ähnliche Posten. Beziehung zwischen Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität und Fremdkapitalzinssatz vgl. Leverage-Effekt.

3. Rentabilität des Betriebs: Es gilt:

Betriebsrentabilität = \frac{\textnormal {Betriebsgewinn}}{ \textnormal {betriebsnotwendiges Kapital}}.


Unter betriebsnotwendigem Kapital wird das im Unternehmen eingesetzte Kapital, soweit es zur Erfüllung des Betriebszwecks notwendig ist, verstanden; der Betriebsgewinn wird durch die Abspaltung von neutralen und außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen vom Erfolg nach Zinsen und Steuern ermittelt.

4. Umsatzrentabilität:


a) Brutto-Umsatzrentabilität =



b) Netto-Umsatzrentabilität =


Im Fall der Gesamtkapital-, Eigenkapital- und Umsatzrentabilität kann als Erfolgsgröße der bilanzielle Periodenerfolg oder der um außerordentlichen Betriebserfolg und Finanzerfolg bereinigte ordentliche Betriebserfolg angesetzt werden.

Vgl. auch Effektivverzinsung.

Version:
Sachgebiete
Rentabilität
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Prozesskostenrechnung ist ein Begriff, der in der jüngeren Vergangenheit die Kostenrechnungsdiskussion und -gestaltung maßgeblich beeinflusst hat. Prozesskostenrechnung wird in Deutschland z.T. auch als Vorgangskalkulation bezeichnet. In den USA werden - bei gleichem Inhalt - die Begriffe Activity Based Costing ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
I. Grundsätzliche Charakterisierung Die Budgetierung ist eines der zentralen Führungsinstrumente und wird daher auch vielfach als „Rückgrat der Unternehmenssteuerung“ charakterisiert. Dennoch steht die Budgetierung immer wieder in der Kritik (zu starr, zu aufwendig, ohne Strategiebezug etc.) und ist Ende der 1990er-Jahre ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Utz Schäffer
I. Begriff und Bedeutung 1. Begriff Consulting ist die individuelle Aufarbeitung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen durch Interaktion zwischen externen, unabhängigen Personen oder Beratungsorganisationen und einem um Rat nachsuchenden Klienten. Unternehmensberatung ist der Teilbereich des Consulting, der auf den speziellen Organisationstyp Unternehmung abgestellt ist. Obwohl die ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Rolf-Dieter Reineke
Suche
 
Aktuelle Statistik zur Definition (von statista.com)
Finanzierung von Biotechnologie-Unternehmen
Finanzierungsquellen von Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland von 2005 bis 2010 (in Millionen Euro)
Statistik: Finanzierung von Biotechnologie-Unternehmen
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Akademische Arbeiten zur Definition (von grin.com)
Zum Thema eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Bachelorarbeit, Seminararbeit oder Referat versandkostenfrei herunterladen (pdf-Datei):
Weitere akademische Arbeiten zur Definition "Rentabilität"
Schwerpunktbeiträge des Tages
Corporate Governance bezeichnet den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Unvollständige Verträge und unterschiedliche Interessenlagen bieten den Stakeholdern prinzipiell Gelegenheiten wie auch Motive zu opportunistischem Verhalten. Regelungen zur Corporate Governance haben grundsätzlich die Aufgabe, durch ... mehr
von  Prof. Dr. Axel v. Werder
Gegenstand der Wirtschaftswissenschaften ist die Erforschung von Gesetzmäßigkeiten in der Wirtschaft. Unter Wirtschaft wird der rationale Umgang mit knappen Gütern (Gut) verstanden.
von  Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Albach
Anzeige