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Riester-Rente

Definition

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1. Begriff: staatlich mittels Zulagen und einkommensteuerlichen Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten geförderte, private, kapitalgedeckte Rente. Zählt mit Blick auf die Schichten der Altersvorsorge zur Zusatzversorgung.

2. Rechtsgrundlagen: Die Förderung der Riester-Rente wurde durch das Altersvermögensgesetz (AVmG) eingeführt und erhielt mit den §§ 10a, 79 ff. AVmG Einzug in das Einkommensteuergesetz.

3. Förderberechtigte: Förderberechtigt sind in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) pflichtversicherte Arbeitnehmer und Selbstständige, Beamte, geringfügig Beschäftigte, die auf die Versicherungsfreiheit verzichten, Bezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II sowie weitere Personengruppen.

4. Förderungsvoraussetzungen: Die Förderung ist auf staatlich zertifizierte Altersvorsorgeprodukte beschränkt. Förderungsfähig sind Beiträge zur privaten Rentenversicherung bzw. zu Fonds- und Banksparplänen, Zahlungen an eine Pensionskasse oder an einen Pensionsfonds, Zahlungen an Direktversicherungen und seit 2008 auch Zahlungen zur Tilgung eines Darlehens zur Bildung selbstgenutzten Wohneigentums (Wohn-Riester). Als Zertifizierungsvoraussetzungen für die Riester-Rente gelten folgende Bedingungen:
a) Die Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf mindestens fünf Jahre verteilt werden.
b) Zu Beginn der Auszahlungsphase muss vom Versicherer mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge (bestehend aus den Eigenleistungen und den staatlichen Zulagen) garantiert werden.
c) Leistungen dürfen frühestens ab dem 60. Lebensjahr erbracht werden. Eine Verwendung geförderten Vermögens für den Kauf oder Bau selbstgenutzten Wohneigentums oder für die Tilgung der zur Finanzierung aufgenommenen Darlehen ist unschädlich.
d) Mindestens 70 % des angesparten Kapitals müssen als lebenslange Rente ausgeschüttet werden, etwa in Form einer Leibrente oder eines Auszahlungsplans, der mit einer Leibrente ab dem 65. Lebensjahr verbunden ist. Es dürfen also nur maximal 30 % des eingesparten Kapitals als Einmalleistung ausgeschüttet werden.
e) Der Versicherer muss den Versicherungsnehmern bestimmte Informationen (z.B. über die Verwendung der Vorsorgebeiträge und über die Höhe der Verwaltungskosten) bereitstellen.
f) Die Versicherungsnehmer müssen laufende Beitragszahlungen erbringen.
g) Zudem müssen die Versicherungsnehmer über eine vierteljährliche Kündigungs- oder Ruhestellungsmöglichkeit verfügen.

5. Arten und Umfang der Förderung: Die Förderung erfolgt entweder in Form eines steuerlichen Sonderausgabenabzugs oder über jährliche Grundzulagen sowie Kinderzulagen. Seit dem Jahr 2002 wurde die Förderung in einzelnen Schritten eingeführt (siehe auch Förderstufen). Der Anspruch auf maximale Förderung besteht erst, wenn ein Mindesteigenbeitrag in Höhe von 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens angelegt wird. Die Zulagen werden auf den Mindesteigenbeitrag angerechnet. Aktuelle Förderbeträge: Seit 2008 erfolgt bei einer jährlichen Mindestanlage von 4 % des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (maximal 2.100 Euro) abzgl. der zu erhaltenden Zulage eine Förderung des Staats i.H.v. 154 Euro pro Versicherungsnehmer. Für jedes kindergeldberechtigte Kind werden dem Kundenvertrag nochmals 185 Euro jährlich gutgeschrieben, für nach 2008 geborene Kinder 300 Euro. Gleichzeitig kann der Vertrag steuerrechtlich voll geltend gemacht werden, wobei dann der bereits als Zulagen ausgeschüttete Teil von dem über die Steuer rückzuvergütenden Teil in Abzug gebracht wird. Die Bezüge aus der Riester-Rente sind durch den Empfänger zu 100 Prozent steuerpflichtig.

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Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
  • Zeidler, H.-W./Althammer, J.:  Riester-Rente
    Wiesbaden, 2011  in: Wagner, F. (Hrsg.): Gabler Versicherungslexikon
Sachgebiete
Informationen zu den Sachgebieten
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