| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Ausgehend von einer Analyse der gemeinschaftsweit geltenden Konzeption der EG-Regionalpolitik untersucht Ralf Hell deren Entwicklung und Umsetzung am Beispiel der ... Vorschau
42.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Umsatz der wichtigsten Branchen in der Industrie
Umsätze der wichtigsten Industriebranchen in Deutschland im Jahr 2010 (in Milliarden Euro)
Statistik: Umsatz der wichtigsten Branchen in der Industrie Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Entrepreneurship bezeichnet zum einen das Ausnutzen unternehmerischer Gelegenheiten sowie den kreativen und gestalterischen unternehmerischen Prozess in einer Organisation, bzw. einer Phase unternehmerischen Wandels, und zum anderen eine wissenschaftliche Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre. Die Entrepreneurship-Forschung (auch Gründungsforschung) präsentiert sich als ein interdisziplinäres ... mehr
von  Prof. Dr. Tobias Kollmann
Electronic Business nutzt digitale Informationstechnologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen mit dem Ziel der Generierung eines elektronischen Mehrwerts. Information, Kommunikation und Transaktion als die zentralen Bausteine des Electronic Business werden dabei über digitale Netzwerke transferiert bzw. abgewickelt. In der Konsequenz sind ... mehr
von  Prof. Dr. Tobias Kollmann

sektorale Strukturpolitik

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Sektorale Strukturpolitik bezeichnet die Gesamtheit aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die auf die Entwicklung der sektoralen Wirtschaftsstruktur Einfluss nehmen. Allg. Ziel der sektoralen Strukturpolitik ist es, die Richtung und/oder das Tempo des sektoralen Strukturwandels zu verändern.

Ausführliche Erklärung:

sektorale Wirtschaftspolitik, Sektorpolitik. 1. Begriff: Sektorale Strukturpolitik bezeichnet die Gesamtheit aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die auf die Entwicklung der sektoralen Wirtschaftsstruktur Einfluss nehmen.

2. Ziele: Allg. Ziel der sektoralen Strukturpolitik ist es, die Richtung und/oder das Tempo des sektoralen Strukturwandels zu verändern. Im Unterschied zur Globalsteuerung zielt die sektorale Strukturpolitik somit auf die Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten einzelner Wirtschaftszweige. Dabei kann es darum gehen, den marktgesteuerten Strukturwandel aufzuhalten oder zumindest abzubremsen. Dieses Ziel kennzeichnet man als Erhaltungspolitik oder auch als konservierende Strukturpolitik. Geht es umgekehrt darum, den Strukturwandel voranzutreiben und den Unternehmen die Anpassung an veränderte Marktgegebenheiten zu erleichtern, so spricht man von Anpassungspolitik. Eine dritte mögliche Zielsetzung kann darin bestehen, den Strukturwandel, u.U. auch gegen die endogenen Kräfte des Marktes, in eine bestimmte Richtung zu lenken. Dies kann als Gestaltungspolitik umschrieben werden. In Deutschland sind Ziele und Aufgaben der sektoralen Strukturpolitik - anders als etwa bei der Wettbewerbspolitik oder der Konjunktur- und Wachstumspolitik - nicht gesetzlich geregelt. Im Jahr 1968 wurden allerdings von der damaligen Bundesregierung „Grundsätze der sektoralen Strukturpolitik“ formuliert, die weitgehend mit dem später von der OECD entwickelten Leitbild einer positiven Anpassungspolitik übereinstimmen.

3. Träger: Auf Regierungsseite liegen die Kompetenzen für sektorale Strukturpolitik überwiegend bei den Wirtschaftsministerien, teilweise aber auch bei speziellen Ressorts wie Landwirtschaft, Verkehr, Technologie. Sektorale Strukturpolitik wird sowohl auf Bundes- wie auch Landesebene betrieben, daneben hat die Europäische Union (EU) zunehmend strukturpolitische Kompetenzen an sich gezogen. Die EU nimmt bes. Einfluss auf die sektorale Strukturpolitik über die Agrarpolitik, die Handelspolitik sowie bei Maßnahmen zugunsten „sensibler” Wirtschaftsbereiche (Kohle, Eisen, Stahl, Textilien u.Ä.). Generell überwacht die EU nationale sektorale Strukturpolitik im Rahmen ihrer Beihilfenkontrolle. Andererseits beteiligt sich die EU an der nationalen sektoralen Strukturpolitik durch Bereitstellung finanzieller Mittel für Fördermaßnahmen aus verschiedenen Strukturfonds (Strukturpolitik der Europäischen Union). Hier kommen v.a. Teile des Agrarfonds (Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft) zur Förderung von Investitionen zur Umstrukturierung ländlicher Räume sowie Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) für Umschulungsmaßnahmen bei Beschäftigten aus schrumpfenden Industrien in Frage.

4. Konzeptionstypen: Umfang und Intensität staatlicher Maßnahmen im Rahmen der sektoralen Strukturpolitik, v.a. hinsichtlich der relativen Bedeutung von Erhaltungs- und Gestaltungspolitiken, können nach dem vorherrschenden Konzeptionstyp der sektoralen Strukturpolitik unterschieden werden. Eine stärker interventionistische Form der sektoralen Strukturpolitik, die deutliche Elemente der Strukturlenkung oder -gestaltung enthält, ist die Industriepolitik. Das Konzept der positiven Anpassungspolitik beschränkt sich dagegen vorwiegend auf die Verbesserung der marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um unternehmerische Anpassungsprozesse zu erleichtern.

5. Instrumente: a) Ordnungspolitische Instrumente:
(1) Eingriffe in die Wettbewerbsordnung, z.B. Schutz vor ausländischer Konkurrenz durch Importbeschränkungen, zeitlich befristete Tolerierung kartellartiger Absprachen zwischen Unternehmen eines unter Strukturproblemen leidenden Wirtschaftszweigs (Strukturkrisenkartelle). Schaffung von wettbewerblichen Ausnahmebereichen durch Regulierung.
(2) Eingriffe in die Eigentumsordnung, z.B. Verstaatlichung Not leidender, nicht mehr wettbewerbsfähiger Unternehmen.

b) Prozesspolitische Instrumente:
(1) Festlegung von Produktionsmengen, Preisen oder auch Beschränkung von Produktionskapazitäten. Als direkte Eingriffe in die unternehmerische Entscheidungsautonomie mit marktwirtschaftlichen Prinzipien an sich unvereinbar, werden solche Instrumente im Zusammenhang mit anderen marktlenkenden Maßnahmen dennoch eingesetzt (z.B. garantierte Absatzmengen in der Agrarpolitik, Gewährung staatlicher Beihilfen an die Stahlindustrie innerhalb der EU nur bei Einhaltung nationaler Produktionsquoten).
(2) Begünstigung einzelner Sektoren durch Verbesserung der Absatzbedingungen. Dies kann, innerhalb enger Grenzen, durch die Nachfrage des Staates geschehen (z.B. Förderung der Bauwirtschaft durch staatliche Bauaufträge). Die volkswirtschaftliche Nachfragestruktur kann durch selektive steuerliche Maßnahmen (z.B. Reduzierung bestimmter Verbrauchsteuern) beeinflusst werden. Förderung des Absatzes inländischer Produzenten durch Schutz vor Importkonkurrenz über die Erhebung von Zöllen (innerhalb der EU nicht möglich, nach den Regeln des GATT auch gegenüber sonstigen Staaten nur noch sehr begrenzt einsetzbar); Förderung des Auslandsabsatzes (Exportförderung).
(3) Verbesserung der Angebotsbedingungen, v.a. durch Entlastung der Unternehmen bei den Produktions- und/oder Investitionskosten (Wirtschaftsförderung). Eine Verbesserung der Angebotsbedingungen kann auch durch die Infrastrukturpolitik des Staates oder andere staatliche Vorleistungen, z.B. in den Bereichen Forschung und Entwicklung (F&E), bewirkt werden.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
sektorale Strukturpolitik
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Die seit 1988 geltende und seither mehrfach ergänzte Eigenkapitalvereinbarung („Basel I“) wurde zum 1.1.2007 durch die neue Eigenkapitalvereinbarung („Basel II“) ersetzt. Erweiterungen soll die Vereinbarung ab 2013 durch "Basel III" erfahren. Die Empfehlungen des Basler Ausschusses stützen sich auf drei Pfeiler. 1. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dres. h. c. Henner Schierenbeck, Prof. Dr. Michael Pohl
I. Begriff und Normquellen Methoden sind nach weitverbreitetem Verständnis planmäßige, folgerichtige Vorgehensweisen. Planmäßige Vorgehensweisen im wirtschaftlichen Prüfungswesen richten sich nach den Eigenarten der jeweiligen Prüfung. Dabei ist das für die Prüfung des Jahresabschlusses folgerichtige Vorgehen von zentraler Bedeutung und Maßstab auch ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Reinhold Hömberg
I. Begründung 1. Überblick: Staatliche Interventionen in das Wirtschaftsgeschehen, die sich der Sozialpolitik zuordnen lassen (Theorie der Sozialpolitik), werden häufig durch Verweis auf verteilungspolitische Zielsetzungen (Verteilungsgerechtigkeit) begründet, die im Rahmen dezentral koordinierter Marktprozesse nicht oder nicht in ausreichendem Maße erreicht werden. Zugleich ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Martin Werding