| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Volker Arends untersucht ausführlich die derzeitigen Gesetze zur Offenlegung größerer Beteiligungen, setzt sich mit der Kritik an den bisherigen Regelungen ... Vorschau
42.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Beschäftigte im Bereich Bergbau in Deutschland
Beschäftigte und Arbeitslose im Berufsfeld Bergbauberufe in Deutschland von 1999 bis 2010
Statistik: Beschäftigte im Bereich Bergbau in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Controlling ist ein Teilbereich des unternehmerischen Führungssystems, dessen Hauptaufgabe die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche ist. Im Controlling laufen die Daten des Rechnungswesen und anderer Quellen zusammen.
von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
Die Balanced Scorecard ist ein Verbindungsglied zwischen Strategiefindung und -umsetzung. In ihrem Konzept werden die traditionellen finanziellen Kennzahlen durch eine Kunden-, eine interne Prozess- und eine Lern- und Entwicklungsperspektive ergänzt
von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber

Steinkohlenbergbau

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Der dt. Steinkohlenbergbau ist ein Musterbeispiel für eine Strukturkrise in der Wirtschaft und die Schwierigkeiten der Politik, sie zu bewältigen.

Ausführliche Erklärung:

Der deutsche Steinkohlenbergbau war bis nach dem zweiten Weltkrieg ein wichtiger Wirtschaftszweig mit hoher energiepolitischer (Wärme, Verstromung) und rüstungspolitischer (Stahlherstellung) Bedeutung. Entsprechend der für den Frieden und den Wohlstand in Europa zentralen Rolle von Kohle und Stahl vereinbarten 1952 Frankreich, Deutschland, Italien und die Benelux-Staaten die Zusammenarbeit in der Montanunion (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Erst 1957 wurden die EWG und Euratom gegründet. Seit dem Maastricht-Vertrag, in Kraft seit 1992, bildeten die drei supranationalen Gemeinschaften die erste Säule der Europäischen Union. Der Vertrag über die Montanunion war auf 50 Jahre abgeschlossen und wurde nicht verlängert, sodass er 2002 abgelaufen ist. Seitdem werden für Kohle und Stahl die Vorschriften des EG-Vertrags angewandt.

Die Strukturprobleme im Steinkohlenbergbau machten sich bereits Ende der 1950er-Jahre bemerkbar. Ausgelöst durch billige Importkohle und preiswertes Erdöl und Erdgas wurde der einheimische Steinkohlenbergbau unrentabel. Es begann das Zechensterben. 1957 gab es in Deutschland 153 Zechen mit insgesamt 607.000 beschäftigten Arbeitnehmern, darunter 384.000 Bergarbeitern unter Tage, 1991 nur noch 26 Zechen mit 122.000 Arbeitnehmern, darunter 65.000 Bergarbeitern, 2006 gab es 8 Zechen mit 35.000 Beschäftigten. 2009 waren noch 6 Zechen in Betrieb. Ab 2012 nur noch 3 Zechen.

Mit dem Ersten Verstromungsgesetz von 1965 begann die Förderung der Verwendung von Kohle in Kraftwerken. Mit dem Dritten Verstromungsgesetz 1974 wurde der Kohlepfennig eingeführt. Das Vierte Verstromungsgesetz wurde 1995 wegen Verfassungswidrigkeit des Kohlepfennigs aufgehoben. Das Fünfte Verstromungsgesetz von 1995 leitete den Einstieg in den Ausstieg ein. Für die dauerhafte Stilllegung von Bergbauunternehmen wurden Haushaltsmittel bereit gestellt. Das Steinkohlefinanzierungsgesetz vom 20.12.2007 (BGBl. I 3086) sieht für 2018 das Ende der subventionierten Förderung der Steinkohle in Deutschland vor. Für 2009 bis 2018 werden noch einmal 13,9 Mrd. Euro Subventionen zur Verfügung gestellt.

Die Stromgewinnung durch Steinkohle wird in den letzten Jahren unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels kritisch gesehen; die Freisetzung von Kohlendioxid soll dadurch eingedämmt werden, dass Emissionsberechtigungen erworben werden müssen, vgl. Emissionshandel. Die Abscheidung von Kohlendioxid ist technisch noch in den Anfängen.

Wegen der stürmischen Entwicklung der Gaspreise wird neuerdings wieder auf den Bau von Kohlekraftwerken gesetzt. Ob dies zu einer Renaissance des dt. Kohlenbergbaus führen wird, ist nicht absehbar.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Steinkohlenbergbau
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriffliche Abgrenzungen, Arten und Ziele der Arbeitsmarktpolitik Von grundlegender Bedeutung ist zunächst die Unterscheidung zwischen Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik. Beschäftigungspolitik ist im Sinne einer Totalanalyse primär makroökonomisch ausgerichtet. Als umfassendere Strategie schließt sie alle Maßnahmen der allgemeinen Wirtschafts-, Geld-, Fiskal- und ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Berndt Keller, Privatdozent Dr. Fred Henneberger
I. Begriff Entrepreneurship bezeichnet zum einen das Ausnutzen unternehmerischer Gelegenheiten sowie den kreativen und gestalterischen unternehmerischen Prozess in einer Organisation, bzw. einer Phase unternehmerischen Wandels, und zum anderen eine wissenschaftliche Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre. Die Entrepreneurship-Forschung (auch Gründungsforschung) präsentiert sich als ein ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Tobias Kollmann
I. Grundbegriffe Das Käuferverhalten umfasst das Verhalten von Nachfragern beim Kauf, Ge- und Verbrauch von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen. Hiervon abzugrenzen und enger gefasst ist das Konsumentenverhalten, welches sich auf das Verhalten von Endverbrauchern beim Kauf und Konsum von wirtschaftlichen Gütern ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Prof. h. c. Bernhard Swoboda, Prof. Dr. Thomas Foscht