| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Der wachsende Bedarf an IT-Leistungen erfordert von Unternehmen ein umfassendes Know-how bei der Gestaltung, der Verhandlung und dem Management von ... Vorschau
39.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Beschäftigte im Bereich Bergbau in Deutschland
Beschäftigte und Arbeitslose im Berufsfeld Bergbauberufe in Deutschland von 1999 bis 2010
Statistik: Beschäftigte im Bereich Bergbau in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Fundraising ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten einer steuerbegünstigten Organisation, welche darauf abzielen, alle benötigten Ressourcen (Geld-, Sach- und Dienstleistungen) durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Ressourcenbereitsteller (Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, öffentliche Institutionen) zu möglichst ... mehr
von  Prof. Dr. Michael Urselmann
zentrale gesamtwirtschaftliche Statistik, die quantitativ das Wirtschaftsgeschehen eines Wirtschaftsgebietes für eine abgelaufene Periode darstellt. Sie besteht aus mehreren Strom- und Bestandsrechnungen, die systematisch erstellt und aufeinander abgestimmt ein System VGR ergeben.
von  Michael Horvath, Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker

Steinkohlenbergbau

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Der dt. Steinkohlenbergbau ist ein Musterbeispiel für eine Strukturkrise in der Wirtschaft und die Schwierigkeiten der Politik, sie zu bewältigen.

Ausführliche Erklärung:

Der deutsche Steinkohlenbergbau war bis nach dem zweiten Weltkrieg ein wichtiger Wirtschaftszweig mit hoher energiepolitischer (Wärme, Verstromung) und rüstungspolitischer (Stahlherstellung) Bedeutung. Entsprechend der für den Frieden und den Wohlstand in Europa zentralen Rolle von Kohle und Stahl vereinbarten 1952 Frankreich, Deutschland, Italien und die Benelux-Staaten die Zusammenarbeit in der Montanunion (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Erst 1957 wurden die EWG und Euratom gegründet. Seit dem Maastricht-Vertrag, in Kraft seit 1992, bildeten die drei supranationalen Gemeinschaften die erste Säule der Europäischen Union. Der Vertrag über die Montanunion war auf 50 Jahre abgeschlossen und wurde nicht verlängert, sodass er 2002 abgelaufen ist. Seitdem werden für Kohle und Stahl die Vorschriften des EG-Vertrags angewandt.

Die Strukturprobleme im Steinkohlenbergbau machten sich bereits Ende der 1950er-Jahre bemerkbar. Ausgelöst durch billige Importkohle und preiswertes Erdöl und Erdgas wurde der einheimische Steinkohlenbergbau unrentabel. Es begann das Zechensterben. 1957 gab es in Deutschland 153 Zechen mit insgesamt 607.000 beschäftigten Arbeitnehmern, darunter 384.000 Bergarbeitern unter Tage, 1991 nur noch 26 Zechen mit 122.000 Arbeitnehmern, darunter 65.000 Bergarbeitern, 2006 gab es 8 Zechen mit 35.000 Beschäftigten. 2009 waren noch 6 Zechen in Betrieb. Ab 2012 nur noch 3 Zechen.

Mit dem Ersten Verstromungsgesetz von 1965 begann die Förderung der Verwendung von Kohle in Kraftwerken. Mit dem Dritten Verstromungsgesetz 1974 wurde der Kohlepfennig eingeführt. Das Vierte Verstromungsgesetz wurde 1995 wegen Verfassungswidrigkeit des Kohlepfennigs aufgehoben. Das Fünfte Verstromungsgesetz von 1995 leitete den Einstieg in den Ausstieg ein. Für die dauerhafte Stilllegung von Bergbauunternehmen wurden Haushaltsmittel bereit gestellt. Das Steinkohlefinanzierungsgesetz vom 20.12.2007 (BGBl. I 3086) sieht für 2018 das Ende der subventionierten Förderung der Steinkohle in Deutschland vor. Für 2009 bis 2018 werden noch einmal 13,9 Mrd. Euro Subventionen zur Verfügung gestellt.

Die Stromgewinnung durch Steinkohle wird in den letzten Jahren unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels kritisch gesehen; die Freisetzung von Kohlendioxid soll dadurch eingedämmt werden, dass Emissionsberechtigungen erworben werden müssen, vgl. Emissionshandel. Die Abscheidung von Kohlendioxid ist technisch noch in den Anfängen.

Wegen der stürmischen Entwicklung der Gaspreise wird neuerdings wieder auf den Bau von Kohlekraftwerken gesetzt. Ob dies zu einer Renaissance des dt. Kohlenbergbaus führen wird, ist nicht absehbar.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Steinkohlenbergbau
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Entwicklung Die Untersuchung der Entwicklungsdynamik der kapitalistischen Gesellschaft stand im Zentrum der Soziologie während ihrer Gründungsphase als akademisches Fach (1890-1920). Karl Marx, Émile Durkheim, Georg Simmel und Max Weber entwickelten Gesellschaftstheorien, in denen das Zusammenspiel von Wirtschaft, Kultur und Sozialstruktur ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Jens Beckert, Dr. Sascha Münnich
I. Innovationsmanagement - Wettbewerbsstärke durch Neuerung Innovationsmanagement ist eine betriebliche Kerntätigkeit, die im Wesentlichen an den Eigenschaften einer Innovation ausgerichtet ist und damit Managementaspekte verbindet. Der Begriff der Innovation lässt sich aus dem lateinischen Wortstamm novus ableiten und umschreibt die Einführung ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Martin G. Möhrle
I. Grenzüberschreitende Wirtschaftsprüfungsleistungen und US-amerikanischer Einfluss Die Berufsstatistik der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) weist für Mitte 2012 mehr als 14.400 Wirtschaftsprüfer (WP) und mehr als 2.700 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (WPG) aus. Die zahlreichen Mandate dieser Mitgliedergruppen der WPK können nicht über die in der Bundesrepublik ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Reinhold Hömberg