| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Volker Arends untersucht ausführlich die derzeitigen Gesetze zur Offenlegung größerer Beteiligungen, setzt sich mit der Kritik an den bisherigen Regelungen ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Regulierung der Rechnungslegung war lange Zeit eine Staatsaufgabe und damit von vielfältigen nationalen Besonderheiten geprägt. Die folglich international wenig vergleichbaren Rechnungslegungsdaten behinderten somit das Zusammenwachsen der Kapitalmärkte.
von  Prof. Dr. Bernhard Pellens, Prof. Dr. Thorsten Sellhorn, Dipl. Ök. Torben Rüthers
Marktdesign ist die Kunst, Institutionen so auszugestalten, dass die Verhaltensanreize für individuelle Marktteilnehmer mit den übergeordneten Zielen des Marktarchitekten im Einklang stehen. Solche Ziele können sein die Maximierung der Erlöse, Effizienz oder der Liquidität, die Minimierung der Kosten, die Offenbarung ... mehr
von  Prof. Dr. Axel Ockenfels

Vervielfältigungsrecht

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Das Vervielfältigungsrecht ist Teil des Verwertungsrechtes. Es erlaubt dem Urheber Vervielfältigungsstücke des Werkes herzustellen ohne Rücksicht auf Zahl und Verfahren (körperliche Festlegung, die geeignet ist, das Werk den menschlichen Sinnen auf irgendeine Weise unmittelbar oder mittelbar wahrnehmbar zu machen, z.B. Bücher, Noten, Nachbilden eines Kunstwerks, Nachbauen eines Werkes der Baukunst, Ausführen von Plänen).

Ausführliche Erklärung:

I. Begriff:

Verwertungsrecht des Urhebers, Vervielfältigungsstücke des Werkes herzustellen ohne Rücksicht auf Zahl und Verfahren (körperliche Festlegung, die geeignet ist, das Werk den menschlichen Sinnen auf irgendeine Weise unmittelbar oder mittelbar wahrnehmbar zu machen, z.B. Bücher, Noten, Nachbilden eines Kunstwerks, Nachbauen eines Werkes der Baukunst, Ausführen von Plänen). Vervielfältigungsrecht ist auch die Übertragung des Werkes auf Vorrichtungen zur wiederholbaren Wiedergabe von Bild- oder Tonfolgen, z.B. Tonträger (§ 16 UrhG).

II. Einschränkungen des Vervielfältigungsrechts:

Die Vervielfältigung ist ohne Einwilligung des Urhebers zulässig: 1. Wenn das vervielfältigte Werk neben dem eigentlichen Gegenstand der Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe als unwesentliches Beiwerk anzusehen ist (§ 57 UrhG).

2. Vervielfältigungsrecht zum persönlichen Gebrauch (§ 53 UrhG): a) Zulässig ist es, einzelne Vervielfältigungsstücke eines Werkes zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern herzustellen, sofern sie weder unmittelbar und mittelbar Erwerbszwecken dienen. Dies gilt auch für die digitale Privatkopie. Die Vervielfältigungsstücke dürfen weder verbreitet noch zur öffentlichen Wiedergabe benutzt werden. Die Aufnahme öffentlicher Vorträge, Aufführungen oder Vorführungen auf Bild- oder Tonträger, die Ausführung von Plänen und Entwürfen zu Werken der bildenden Künste und der Nachbau eines Werkes der Baukunst sind aber stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

b) Der Urheber hat für die Vervielfältigungen zum persönlichen Gebrauch keinen Vergütungsanspruch gegen den privaten Benutzer.

c) Jedoch hat der Urheber eines Werkes, von dem zu erwarten ist, dass es durch Aufnahme von Funksendungen auf Bild- oder Tonträger etc. (z.B. Tonbandgeräte) zum persönlichen Gebrauch vervielfältigt wird, gegen den Hersteller (Importeur) von Geräten, die zur Vornahme solcher Vervielfältigungen geeignet sind, einen Anspruch auf Zahlung einer Vergütung. Dieser beruht auf der durch die Veräußerung des Gerätes geschaffenen Möglichkeit, solche Vervielfältigungen vorzunehmen. Der Anspruch kann nur durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden (§ 54h UrhG).

3. Zulässig ist die Herstellung einzelner Vervielfältigungsstücke auch zum sonstigen eigenen, bes. wissenschaftlichen Gebrauch, Aufnahme in ein eigenes Archiv oder zur eigenen Unterrichtung über Tagesfragen (§ 53 UrhG).

4. Ferner sind zulässig: Vorübergehende Vervielfältigungshandlungen, die flüchtig oder begleitend sind, Teil eines technischen Verfahrens darstellen und allein den Zweck haben, eine Netzübertragung oder eine rechtmäßige Nutzung eines Werks zu ermöglichen (§ 44a UrhG). Einzelne Vervielfältigungsstücke können zur Verwendung im Verfahren vor Gerichten, Schiedsgerichten oder einer Behörde hergestellt werden; Behörden dürfen auch für Zwecke der Rechtspflege und der öffentlichen Sicherheit Bildnisse vervielfältigen lassen und ebenso verbreiten (§ 45 UrhG).

5. Teile von Werken oder einzelne Werke der bildenden Künste oder Lichtbildwerke können nach Erscheinen in ein Sammelwerk für den Kirchen-, Schul- oder Unterrichtsgebrauch aufgenommen werden; dem Urheber ist die Absicht der Veröffentlichung vorher mitzuteilen (§ 46 UrhG). Die nicht Erwerbszwecken dienenden Vervielfältigungen eines Werks für Menschen mit Behinderungen, sofern dies den Zugang ermöglicht, ist zulässig. Dem Urheber ist eine angemessene Vergütung zu zahlen, die nur durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden kann (§ 45a UrhG).

6. Das ausschließliche Vervielfältigungsrecht des Urhebers ist weiter eingeschränkt bei Schulfunksendungen (§ 47 UrhG), öffentlichen Reden (§ 48 UrhG), Zeitungsartikeln, Nachrichten, Zitaten, Katalogen, Zwangslizenz.

7. Zur Bild- und Tonberichterstattung über Tagesereignisse dürfen Werke, die im Verlauf der Vorgänge, über die berichtet wird, wahrnehmbar werden, in einem durch den Zweck gebotenen Umfang vervielfältigt, verbreitet und öffentlich wiedergegeben werden (§ 50 UrhG).

8. In Geschäftsbetrieben, die Bild- oder Tonträger etc. vertreiben oder instandsetzen, dürfen Werke auf Bild- oder Tonträger übertragen oder wiedergegeben werden, soweit dies notwendig ist, um Kunden die Geräte vorzuführen oder die Geräte instandzusetzen (§ 56 UrhG).

9. Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen etc. befinden, dürfen mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder Film vervielfältigt werden (§ 59 UrhG).

In den genannten Fällen der zulässigen Vervielfältigung ohne Einwilligung des Urhebers sind Änderungen am Werk grundsätzlich nicht erlaubt (§ 62 UrhG).

Vgl. auch Quellenangabe.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Vervielfältigungsrecht
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Die Einkommensverteilung zählt zu den Hauptmerkmalen jedes sozialen Systems. Während es zu Zeiten von David Ricardo und später bei Karl Marx um die Frage der Entlohnung der aggregierten Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden ging, steht heute die personelle Einkommensverteilung im ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker, Michael Horvath
Seinen Ursprung besitzt der Controllingbegriff in der Praxis. Er wurde von Deyhle in Analogie zum Begriff des Marketings gebildet und hat einen engen Bezug zu den Aufgaben von Controllern. Die wissenschaftliche Diskussion des Begriffs Controlling begann in breiterem Umfang in den ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
I. Gegenstand, Geschichte und besondere Entwicklungen 1. Gegenstand Gegenstand der Wirtschaftswissenschaften ist die Erforschung von Gesetzmäßigkeiten in der Wirtschaft. Unter Wirtschaft wird der rationale Umgang mit knappen Gütern (Gut) verstanden. Güter sind sowohl reale Güter als auch Dienstleistungen, die zur Befriedigung menschlichen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Albach