| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das vorliegende Buch stellt erstmals die Theorie der zweiseitigen Märkte und deren Anwendung auf Medienmärkte intuitiv sowie modelltheoretisch dar. Nach ... Vorschau
29.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die wertorientierte Gesamtbanksteuerung stellt klar den Shareholder Value in den Vordergrund der Banksteuerung und damit eine Abkehr beispielsweise von reiner Volumensorientierung dar.
von  Prof. Dr. Dres. h. c. Henner Schierenbeck, Prof. Dr. Michael Pohl
I. Ausgangslage und Ziele Die Energiewende, die Realisierung eines Konzepts für ein Energieversorgungssystem in der Bundesrepublik Deutschland, das auf erneuerbaren Energien basiert, sieht vor, den Anteil dieser erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von knapp 20 Prozent im Jahr 2011 auf ... mehr
von  Prof. Dr. Claudia Kemfert

Vorteilsabschöpfung

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Mehrerlösabschöpfung; Abschöpfung des wirtschaftlichen Vorteils, den ein Unternehmen durch einen schuldhaft (fahrlässig oder vorsätzlich) begangenen Verstoß gegen Bestimmungen des GWB, Verfügungen der Kartellbehörde oder die Art. 101, 102 AEUV erlangt, durch die Kartellbehörde oder Verbände. Hierdurch soll eine Bereicherung durch einen Kartellrechtsverstoß verhindert werden.

Ausführliche Erklärung:

Mehrerlösabschöpfung; Abschöpfung des wirtschaftlichen Vorteils, den ein Unternehmen durch einen schuldhaft (fahrlässig oder vorsätzlich) begangenen Verstoß gegen Bestimmungen des GWB, Verfügungen der Kartellbehörde oder die Art. 101, 102 AEUV erlangt, durch die Kartellbehörde oder Verbände. Hierdurch soll eine Bereicherung durch einen Kartellrechtsverstoß verhindert werden.

1. Vorteilsabschöpfung durch die Kartellbehörde (§ 34 GWB): Der wirtschaftliche Vorteil ist der Saldo aus dem Vergleich zwischen der Vermögenssituation, die sich ohne den Kartellrechtsverstoß ergeben hätte, und der tatsächlich eingetretenen Vermögenssituation für einen Zeitraum von längstens fünf Jahren. Er kann von der Kartellbehörde hilfsweise geschätzt werden. Eine Vorteilsabschöpfung durch die Kartellbehörde scheidet aus, wenn das betroffene Unternehmen bereits Schadensersatz geleistet hat (§ 33 III GWB) oder ein Bußgeld verhängt wurde, das neben einer ahndenden auch eine abschöpfende Komponente enthielt (§ 81 V GWB). Die Vorteilsabschöpfung soll der Höhe nach beschränkt werden oder ganz unterbleiben, wenn sie für das Unternehmen eine unbillige Härte darstellt, d.h. insbesondere die Fortexistenz des Unternehmens gefährden würde.

2. Vorteilsabschöpfung durch Verbände (§ 34 a GWB): Die Vorteilsabschöpfung durch Verbände erfolgt auf dem Zivilrechtsweg und kommt in erster Linie in Fällen in Betracht, in denen die Kartellbehörde keine Verfahren eingeleitet hat und keine Schadensersatzansprüche geltend gemacht wurden. Sie ist auf den wirtschaftlichen Vorteil aus vorsätzlichen Zuwiderhandlungen beschränkt, durch die auf der jeweiligen Marktgegenseite eine Vielzahl von Abnehmern oder Anbietern benachteiligt wurde. Anspruchsberechtigte Verbände sind nach § 33 II GWB rechtsfähige Verbände zur Förderung gewerblicher oder selbstständiger beruflicher Interessen; daneben, sofern die Achte GWB-Novelle im Laufe des Jahres 2013 in Kraft treten sollte,  auch Verbraucherverbände. Anders als bei Schadensersatzansprüchen kommt die Vorteilsabschöpfung nicht etwa benachteiligten Verbandsmitgliedern zugute, sondern wird wie im Falle der Abschöpfung durch die Kartellbehörde an die Staatskasse abgeführt.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Vorteilsabschöpfung
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Kurzübersicht Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) erstellt ein quantitatives Gesamtbild des wirtschaftlichen Geschehens. Hierzu erarbeitet sie ein aus der Logik eines Kreislaufschemas hergeleitetes Rechenwerk, das – aus mehreren Teilrechnungen bestehend – eine umfassende und hinreichend gegliederte Darstellung aller geleisteten Wirtschaftstätigkeit anstrebt. II. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Michael Horvath, Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker
I. Neoklassisches Basismodell Annahmen: Marktform der vollkommenen Konkurrenz (Ausschluss von Marktmacht) mit folgenden wichtigen Implikationen: Homogenität und vollständige Substituierbarkeit aller Arbeitskräfte und Arbeitsplätze (Ausschluss von Diskriminierung); vollkommene Information aller Wirtschaftssubjekte (Markttransparenz); vollständige Mobilitätsfähigkeit und -bereitschaft aller Arbeitskräfte; vollständige Flexibilität der Löhne ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Privatdozent Dr. Fred Henneberger, Prof. Dr. Berndt Keller
I. Begriff und Bedeutung Der Begriff Krisenmanagement entstand im politischen Bereich, wobei dessen erstmalige Verwendung dort umstritten ist, mehrheitlich aber Kennedy im Zusammenhang mit der Kuba-Krise 1962 zugeschrieben wird. In der Betriebswirtschaftslehre findet der Begriff Krisenmanagement erst seit den 1970er-Jahren Verwendung, wenn ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Ulrich Krystek