| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Mario C. Palli untersucht, welche Gründe zur Entstehung des Shareholder Value-Ansatzes führten und wie dieser zur Verbesserung der Entscheidungsfindung in ... Vorschau
42.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Umsatzstärkste Unternehmen weltweit
Die umsatzstärksten Unternehmen weltweit im Jahr 2011 (in Milliarden US-Dollar)
Statistik: Umsatzstärkste Unternehmen weltweit
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) ist eine seit den 1970er-Jahren aufstrebende Forschungsrichtung der Volkswirtschaftslehre. Zu ihren Vorläufern gehören Coase, Demsetz, Alchian, Olson, Buchanan und Tullock, zu ihren Hauptbegründern zählen u.a. Williamson, Jensen und Meckling. Im deutschen Sprachraum hat v.a.. Richter die ... mehr
von  Apl. Prof. Dr. Dr. Helge Peukert
Unter Internet Business wird die Abwicklung von Geschäftsprozessen jedweder Art über das Internet verstanden. Darunter fallen sowohl interne Prozesse, die sich nur auf Kommunikationspartner innerhalb eines Unternehmens beziehen, als auch solche Prozesse, die zwischen zwei Geschäftspartnern außerhalb des Unternehmens bestehen. ... mehr
von  Dr. Markus Siepermann

Wertschätzendes Management

Definition

ANZEIGE

Appreciative Management; 1. Begriff: bezeichnet in Ergänzung und im Gegensatz zum Wertmanagement die respektvolle Führung und basiert auf dem psychologischen Wertschätzungsbedürfnis.

2. Ziel: Das Ziel wertschätzenden Managements ist, Wertschöpfungsprozesse mit motivationsrelevanten Führungsdimensionen, die der Wertschätzung innewohnen, zu unterstützen. Im Idealfall wirkt die Wertschätzung als kulturelles Element auch nach außen, indem die Mitarbeiter etwa die Wertschätzung im Kundengespräch leben und so den Kaufprozess unterstützen und die Kundenbindung erhöhen.

3. Hintergrund: In der Unternehmensführung wird zwischen harten und weichen Faktoren unterschieden, die den Erfolg eines Unternehmens mitbestimmen. Die harten Faktoren führen zum Konzept der Wertschöpfung, während die weichen Faktoren zum wertschätzenden Management führen. Wertmanagement (value based Management) bezeichnet die zahlenmäßig belegbaren wirtschaftlichen Erfolge einer Organisation und folgt dem materiellen Wertbegriff. Das Wertemanagement umfasst zusätzlich die Analyse, Prägung und Einbeziehung von gemeinsamen Werten der relevanten Bezugsgruppen einer Organisation und folgt dem immateriellen Wertbegriff. Diese beiden Wertbegriffe basieren auf unterschiedlichen Wertekonzepten, die aber beide erfolgskritisch für die Wertschöpfung sind: dem personenübergreifend messbaren Wert (harte Kennzahlen: Kosten, Kapazitätsbelegung, Durchlaufzeiten etc.) und dem weichen Wertekonzept mit personenübergreifend nicht ohne weiteres messbaren Werten (Stimmung, Akzeptanz, Vertrauen etc.).

4. Aspekte: Die wertschätzende Führung hat oft implizit an vielen Stellen in der Management-Theorie und –praxis Einzug gehalten. Sie ist schon als eine Stufe der motivationstheoretisch bekannten Maslowschen Bedürfnishierarchie aus den 1940er-Jahren explizit angelegt. Eine große Debatte ist heute bspw. die Gender-Thematik und das Diversity Management, also die Anerkennung und damit auch die Wertschätzung von Vielfalt von Management und Mitarbeitern für den Unternehmenserfolg. Die Bedeutung von Wertschätzung findet sich auch in der zunehmenden Anerkennung sogenannter Soft Skills in der Leadership-Analyse, in der etwa die Bedeutung der emotionalen Intelligenz betont wird, die wiederum eine bedürfnis- und wertesensible Führung voraussetzt. Auch im Change Management, in der es zentral auch um den Umgang mit Widerstandspositionen geht, lässt sich als ein Ausdruck der Wertschätzungsdebatte interpretieren, die hier zu der Bedeutung von Unternehmenskultur überleitet und von der Wertehaltung einer Organisation geprägt ist. Die wertschätzende Führung reicht bis zu dem Ansatz des Servant Leaderships (dienende Führung), die von Robert K. Greenleaf geprägt wurde und als Managementhaltung erfolgreicher Führungspersönlichkeiten identifiziert wird.

Konzeptionell anspruchsvoll ist die wertschätzende Führung, weil wahrgenommene Wertschätzung nicht nur vom subjektiven Empfinden abhängt, sondern zudem auch von den vorherrschenden Bedürfnissen des Managements oder der Mitarbeiter einer Organisation abhängt. Es ist insofern eine Anwendung internen Stakeholder-Managements.

5. Instrumente: Mit der Balanced Scorecard kann wertschätzendes Management als Führungsdimension in Form zentraler Kennziffern wie Motivationsbeträgen der Wertschätzung erfasst werden. Insofern können bspw. zu definierende Prämiensysteme für die Erreichung zu bestimmender Wertschätzungsgrößen wie bspw. der anerkennende Umgang mit Arbeitsleistungen, die Vertrauenswürdigkeit von Führungskräften, die interne und externe Servicekultur und viele andere denkbare Ausprägungen den Aufbau und die Verstetigung wertschätzenden Managements unterstützen. In der Literatur wird häufig auf die wertschätzende Befragung (appreciative Inquiry) hingewiesen. Dabei geht es darum, Instrumente der empirischen Sozialforschung wie Befragungen nicht nur als Informationsgewinnungsinstrumente zu verstehen, sondern darüber hinaus auch ihre Motivationskraft zu nutzen. Sie besteht in dem Beteiligungscharakter von Befragungen, ist damit ein Ausdruck der Wertschätzung und ist als Einspeisung von internen Stakeholder-Ansprüchen in Entscheidungsfindung und/oder –umsetzung zu verstehen.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
  • Lies, J. :  Wertschätzendes Management - Theorie, Praxis und Beispiele zur Wertschätzung als Basis von Service und Innovation im Unternehmen Krankenhaus
    Münster, 2013
Sachgebiete
Wertschätzendes Management
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Electronic Business (E-Business) bezeichnet die wirtschaftlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit den globalen digitalen Netzen (Net Economy), womit die Nutzung von digitalen Informationstechnologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen in der Vorbereitungs-, Verhandlungs- und Durchführungsphase gemeint ist. Dabei werden die notwendigen Bausteine ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Tobias Kollmann
I. Einführung Geschäftsprozesse repräsentieren eine Folge von Wertschöpfungsaktivitäten mit dem Ziel der Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Geschäftsprozesse beschreiben, welcher Input einem Unternehmen zugeführt wird, welche Ressourcen innerhalb eines Unternehmens verarbeitet werden und welcher kundenspezifische Output durch das Unternehmen generiert wird. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Alexander Nowak, Professor Dr. Frank Leymann
I. Begriff Das identitätsbasierte Markenmanagement stellt einen außen- und innengerichteten Managementprozess mit dem Ziel der funktionsübergreifenden Vernetzung aller mit der Markierung von Leistungen zusammenhängenden Entscheidungen und Maßnahmen zum Aufbau einer starken Marke dar. II. Merkmale Abweichend von herkömmlichen Ansätzen der Markenführung, sieht das ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Christoph Burmann, Dipl.-Geogr. Andreas Müller