| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Namhafte Experten stellen in diesem Buch aktuelle Anwendungen und zukünftige Perspektiven des M-Commerce dar und beschreiben Grundlagen sowie Strategien für ... Vorschau
54.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Umsatz mit Business Intelligence Software
Weltweiter Umsatz mit Business-Analyse- und Intelligence-Software von 2008 bis 2011 nach Anbieter (in Milliarden US-Dollar)
Statistik: Umsatz mit Business Intelligence Software
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Seit dem Frühjahr 2007 ließ sich auf dem US-Markt für Hypothekenkredite mit geringer Bonität (Subprime) ein drastischer Anstieg von Zahlungsausfällen beobachten, der in der Folgezeit zu erheb­lichen Neubewertungen von Krediten, Auflösungen von Kredit­porte­feuilles, Not­finan­zierun­gen von Spezialinstituten bis hin zum Zusammenbruch ... mehr
von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, Prof. Dr. Albrecht F. Michler
Mit der Plankostenrechnung lassen sich einerseits zukünftige Kosten für das Unternehmen, die Unternehmensbereiche, Prozesse und Produkte bestimmen. Plankosten erlauben andererseits im nachhinein Soll-Ist-Vergleiche für Kostenstellen und Kosten für erbrachte Leistungen. Sie dienen damit der Steuerung von Ergebnissen, Gemeinkostenbereichen und Projekten ... mehr
von  Prof. Dr. Jochen R. Pampel, Prof. Dr. Kurt Vikas

Wireless Application Protocol (WAP)

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Abk. WAP; Übertragungsstandard, der es ermöglicht, mit mobilen Endgeräten, wie Handys, auf Dienstleistungen und Anwendungen zuzugreifen. Eine dieser Anwendungen ist das Aufrufen von Websites, die extra für diesen Zweck erstellt werden.

Ausführliche Erklärung:
Abk. WAP; offener Industriestandard für die Datenübermittlung und -darstellung in Mobilfunksystemen, der von der mehr als 300 Unternehmen umfassenden Open Mobile Alliance unter­stützt wird. Initiiert wurde WAP von den Unternehmen Ericsson, Motorola, Nokia und Unwired Planet (jetzt: Phone.Com), die im Juni 1997 das damalige WAP-Forum gründeten. WAP enthält Steuerungs- und Betriebsvorschriften, um eine einfache Nutzung von (multimedialen) Informationsdiensten mit ei­nem eingeschränkten Funktionsumfang auch durch mobile Endgeräte, die sich von stationären Endgeräten für den Empfang von Text- und Bildinformationen u.a. durch eingeschränkte Darstellungs- und Prozessorleistungen unterscheiden, zu ermöglichen. Unter Verwendung des WAP können bspw. Informationsangebote des Internets durch Handys abgerufen werden. Ein Zugriff ist aber nicht nur auf bereits bestehende, kon­ventionelle Informationsdienste wie E-Mail oder Börseninformationen möglich. Es ergeben sich vielmehr auch völlig neue Anwendungsfelder für den Einsatz mobiler Endgeräte. Realisierbar sind z.B. auf den aktuellen Aufenthaltsort des Teilnehmers bezogene Informationsangebote, wie Verkehrs- oder Veranstaltungshinweise (Location-based Services), oder Zahlungs- und Mobile-Banking-Funktionen.

Die WAP-Architektur ist als ein Schichtenmo­dell organisiert (siehe Abbildung). Trägerdienste (Bearer Services) bilden die Grundlage für die Datenübertragung. Unter­stützt wer­den praktisch alle weltweit verfügbaren Mo­bil­funkübertragungstechniken. In Europa wird als Träger GSM mit seinen Diensten (z.B. SMS oder GPRS) genutzt. Derzeit ist v.a. GPRS als Träger geeignet, weil in die­ser Konfiguration eine größere Bandbreite und eine permanente (Always-on) Verknüpfung zwischen dem WAP-Nutzer und dem Mo­bilfunknetz ohne Verbindungsaufbauzeiten bereitgestellt werden kann (GSM 2,5G).

Innerhalb der Transportschicht (Transport Layer) sorgt das Wireless Datagram Protocol (WDP) dafür, dass unabhängig davon, welcher Trägerdienst eingesetzt wird, den darü­ber liegenden Schichten ein einheitlicher Übertragungsdienst zur Verfügung steht.

Die optionale Sicherungsschicht (Security Layer) unterstützt durch das ProtokollWTLS (Wireless Transport Layer Security) die Be­reit­stel­lung sicherer Verbindungen. WTLS beruht auf dem aus dem Internet bekannten TLS (Transport Layer Security)-Protokoll und sorgt für die Vertraulichkeit und Integrität der Datenübertragung. Ferner ist auch eine Authentifizierung der beteiligten Parteien möglich.

Die Transaktionsschicht (Transaction Layer) mit dem Wireless Transaction Protocol (WTP) ist verantwortlich für die Fehler- und Flusskontrolle und stellt Dienste für die Ausführung von als zuverlässig oder als unzuverlässig deklarierten Transaktionen zur Verfügung.

Das Wireless Session Protocol (WSP) der Sitzungs­schicht (Session Layer) verwaltet die Sitzungen zwischen einem Client und einem Server. Es kann entweder als zuver­lässiger Dienst verbindungsorientiert auf WTP oder als unzuverlässiger Dienst verbin­dungs­los auf WDP aufgesetzt werden.

Die Anwendungsschicht (Application Layer) bildet die oberste Schicht der WAP-Archi­tektur. Das Wireless Application Environ­ment (WAE) ist ein Rahmenwerk für die In­tegration von Internet- und Telefonieanwen­dungen und umfasst verschiedene Protokolle und Dienste. WAE unterstützt u.a. die Wireless Markup Language (WML). WML ist eine für den Gebrauch auf mobilen Geräten angepasste Seitenbeschreibungs­sprache, die der Hypertext Markup Language (HTML) ähnelt und auf XML (eXtensible Markup Language), einer Metasprache zur Beschreibung strukturierter Daten, basiert. Ferner unterstützt WAE WML-Script, eine Sprache, die WML um Skript-Funktionen erweitert und Wireless Telephony Applications (WTA), das Funktionalitäten für die Rea­li­sierung von Telefondiensten bereitstellt.

Der Zugriff auf WAP-Informationsdienste er­folgt über im Endgerät implementierte Mikro­browser, die eine grafische Benut­zer­schnittstelle zur Verfügung stellen. In WML geschriebene WAP-Dienste enthalten Steuerungsbefehle für den Informations­zugriff durch den Benutzer und erlauben eine Darstellung der Informationsinhalte durch den Mikrobrowser. Neben dem Aufbau eigenständiger WAP-basierter Informations­diens­te können auch Gateways eingesetzt werden, an denen eine Umwandlung der In­formatio­nen zwischen den Protokollen des WWW- und WAP-Standards vorgenommen wird und die so einen Zugriff auf im Internet bereits vorhandene Inhalte möglich machen (siehe Abbildung). Das Gateway übersetzt die Anfrage des WAP-Clients in eine Hypertext Transport Protocol-(HTTP-)Anfrage und schickt diese an den Webserver. Die dort gespeicherten WML-Seiten werden mittels HTTP zurück zum WAP-Gateway geschickt. Vom WAP-Gateway gelangen die WML-Seiten dann über das Mobilfunknetz zum WAP-Handy.

Die im Sommer 2001 veröffentlichte WAP Version 2.0 brachte eine Vielzahl von Neuerungen. Eines der zentralen Merkmale von WAP 2.0 ist die Unterstützung von IP-Ver­bindungen (Transmission Control Proto­col/Internet Protocol, TCP/IP). Hierzu wur­den folgende, an die WAP-Rahmenbedin­gun­gen angepassten Versionen bestehender Internet-Protokolle definiert: Das Wireless Profiled Hypertext Transfer Protocol (WP-HTTP), das Wireless Profiled Transport Lay­er Security (WP-TLS) sowie das Wireless Profiled Transmission Control Protocol (WP-TCP). Bei WAP 2.0 ist zur Kommu­nikation mit dem Internet ein Gateway nicht mehr zwingend notwendig. Sie können aber zur Leistungssteigerung und Diensterweite­rung sowie aus Kompatibilitätsgründen eingesetzt werden. WAP 2.0 unterstützt auch die von WAP 1.x bereitgestellten Protokolle. Durch die Definition eines sogenannten Dual-Stack, der beide Protokollstapel enthält, wird es Endgeräten möglich, mit allen WAP-Versionen zu arbeiten. Zur Inhalte­ent­wicklung ist die an die Möglichkeiten mo­biler Endgeräte angepasste Beschreibungs­sprache XHTML Mobile Profile vorgesehen. XHTML (eXtensible HyperText Markup Language) ist eine komplett auf XML basierende Weiterentwicklung von HTML. Aus Kundensicht zeichnet sich WAP 2.0 dadurch aus, dass es die Darstellung farbiger Stand- und Bewegtbilder sowie von Audiosignalen auf entsprechend leistungs­fähigen mobilen Endgeräten unterstützt.

In Deutschland wurde WAP im August 1999 durch den Mobilfunknetzbetreiber D2 (heute: Vodafone D2) eingeführt. Seit Dezember des selben Jahres boten alle deutschen Netzbetrei­ber ihren Kunden WAP-Dienste an. Deren Verbreitung und Nutzung lag Ende 2002 allerdings weit unter den Prognosen, die noch Ende der 1990er-Jahre hohe WAP-Nutzer­anteile in GSM-Netzen voraussagten. Als technische Ursachen hierfür gelten ge­ringe GSM-Datenraten, zu kleine Handy-Displays sowie eine umständliche Einrichtung und Navigation. Akzeptanz­hemmend war auch das Marketing der Anbieter, die versuchten, WAP als mobiles Internet darzustellen. Da­durch wurde bei den Kunden eine Erwartungshaltung geweckt, die der Dienst nicht erfüllen konnte. Aktuell hat WAP als Zugangsprotokoll zu Internetseiten nur noch eine geringe praktische Relevanz, da mittler­weile der Zugriff darauf über andere mobile Internetlösungen erfolgt.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Literaturhinweise/Links
Literaturhinweise
Bücher
Sachgebiete
Wireless Application Protocol (WAP)
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Gegenstand und Bedeutung Gegenstand der Informationsökonomik ist die Analyse ökonomischer Systeme unter besonderer Berücksichtigung der Tatsache, dass die Wirtschaftssubjekte unter unvollständiger Information bezüglich Gegenwart und Zukunft entscheiden und handeln. Die Unvollständigkeit der Information erwächst aus Unsicherheit über zukünftige Ereignisse und ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Birgitta Wolff, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Arnold Picot
I. Einführung In den letzten 25 Jahren hat sich das Internet zu einem integralen Bestandteil unseres Lebens und damit auch immer mehr des Lebens der Kunden entwickelt. Mittlerweile sind mehr als 75% aller Deutschen im Internet aktiv (van Eimeren & Frees, ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Daniel Markgraf
I. Besonderheiten und Aufgaben des internationalen Marketing Das internationale Marketing gewinnt aufgrund einer immer internationaler werdenden Geschäftstätigkeit von Unternehmen stetig an Bedeutung. Doch was ist internationales Marketing und wie unterscheidet es sich vom nationalen Marketing? Beim internationalen Marketing handelt es sich nicht ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Christoph Burmann, Dr. Christian Becker