| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 61.000 Fachbüchern + 500 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Die zentrale Frage, die dieses Buch beantwortet, ist, inwiefern moralische Werte als produktive Kräfte für die Wirtschaft eine Rolle spielen. ... Vorschau
26.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 45,90 € - inkl. weiterer 61.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Bruttoinlandsprodukt in Deutschland
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland von 1991 bis 2011 (in Milliarden Euro)
Statistik: Bruttoinlandsprodukt in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Unter Managed Care wird im weitesten Sinne gesteuerte Versorgung verstanden. Dies bedeutet insbesondere, dass selektive Verträge geschlossen werden, Managementmethoden aus der allgemeinen Managementlehre übertragen werden und die Trennung von Leistungserstellung und Leistungsfinanzierung zumindest partiell aufgehoben wird. In der Literatur findet ... mehr
von  Prof. Dr. Volker Eric Amelung, Prof. Dr. Axel Mühlbacher, PD Dr. Christian Krauth
Die Balanced Scorecard ist ein Verbindungsglied zwischen Strategiefindung und -umsetzung. In ihrem Konzept werden die traditionellen finanziellen Kennzahlen durch eine Kunden-, eine interne Prozess- und eine Lern- und Entwicklungsperspektive ergänzt
von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber

Wirtschaftssystem

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Uneinheitliche Verwendung des Begriffes Wirtschaftssystem und Abgrenzung zu Wirtschaftsordnung in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur.Definitionen: 1. Nach Sombart (historische Schule): Wirtschaftsweise einer Gesellschaft, determiniert durch Wirtschaftsgesinnung (Zwecksetzung und Verhalten der Wirtschaftssubjekte), Ordnung und Organisation des Wirtschaftslebens (Rechts-, Sitten- und Konventionalordnung) und realisierte Produktionstechnologien.2. Nach Eucken (Ordoliberalismus, Freiburger Schule): Idealtypische Art und Weise der Lenkung des Wirtschaftens. Klassifikationskriterium ist für ihn, ob die Planung des Wirtschaftsgeschehens dezentral von den einzelnen privaten und öffentlichen Haushalten (Verkehrswirtschaft) oder von einer Zentralinstanz (Zentralverwaltungswirtschaft) durchgeführt wird. Zusammen mit den Marktformen (vollständige Konkurrenz, Teiloligopol, Oligopol, Teilmonopol, Monopol), den Formen der Geldentstehung (Warengeld, Kreditgeld) und den Hauptformen der Geldwirtschaft determiniert das Wirtschaftssystem (Form der Planung) die (marktwirtschaftliche) Wirtschaftsordnung.Wirtschaftsordnung ist definiert als die Gesamtheit der jeweils realisierten Formen, in denen Haushalte und Unternehmen miteinander verbunden sind. Sie setzt sich aus verschiedenen Teilordnungen zusammen: Ordnung der Landwirtschaft, der gewerblichen Wirtschaft, des Verkehrswesens, der Arbeitsverhältnisse und des Geldwesens. Spätere Begriffserweiterung um die sittlichen und rechtlichen Determinanten des Wirtschaftsgeschehens (Hensel).3. Im Rahmen des heute vorherrschenden systemtheoretischen Ansatzes der Sozialwissenschaften bildet das Wirtschaftssystem den analytischen Oberbegriff. Unter einem System werden eine Menge von Elementen, die in einem System- und Sinnzusammenhang stehen, die zwischen ihnen bestehenden Interdependenzen und die hieraus folgenden Abläufe verstanden (Systemtheorie). Das Wirtschaftssystem ist ein Teil des Gesellschaftssystems. Als Mindestklassifikation wird zwischen wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Teilsystem unterschieden.

Ausführliche Erklärung:

Inhaltsverzeichnis

I. Begriff

II. Systemanalyse

I. Begriff:

uneinheitliche Verwendung des Begriffes Wirtschaftssystem und Abgrenzung zu Wirtschaftsordnung in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur.

Definitionen: 1. Nach Sombart (historische Schule): Wirtschaftsweise einer Gesellschaft, determiniert durch Wirtschaftsgesinnung (Zwecksetzung und Verhalten der Wirtschaftssubjekte), Ordnung und Organisation des Wirtschaftslebens (Rechts-, Sitten- und Konventionalordnung) und realisierte Produktionstechnologien.

2. Nach Eucken (Ordoliberalismus, Freiburger Schule): Idealtypische Art und Weise der Lenkung des Wirtschaftens. Klassifikationskriterium ist für ihn, ob die Planung des Wirtschaftsgeschehens dezentral von den einzelnen privaten und öffentlichen Haushalten (Verkehrswirtschaft) oder von einer Zentralinstanz (Zentralverwaltungswirtschaft) durchgeführt wird. Zusammen mit den Marktformen (vollständige Konkurrenz, Teiloligopol, Oligopol, Teilmonopol, Monopol), den Formen der Geldentstehung (Warengeld, Kreditgeld) und den Hauptformen der Geldwirtschaft determiniert das Wirtschaftssystem (Form der Planung) die (marktwirtschaftliche) Wirtschaftsordnung.

Wirtschaftsordnung ist definiert als die Gesamtheit der jeweils realisierten Formen, in denen Haushalte und Unternehmen miteinander verbunden sind. Sie setzt sich aus verschiedenen Teilordnungen zusammen: Ordnung der Landwirtschaft, der gewerblichen Wirtschaft, des Verkehrswesens, der Arbeitsverhältnisse und des Geldwesens. Spätere Begriffserweiterung um die sittlichen und rechtlichen Determinanten des Wirtschaftsgeschehens (Hensel).

3. Im Rahmen des heute vorherrschenden systemtheoretischen Ansatzes der Sozialwissenschaften bildet das Wirtschaftssystem den analytischen Oberbegriff. Unter einem System werden eine Menge von Elementen, die in einem System- und Sinnzusammenhang stehen, die zwischen ihnen bestehenden Interdependenzen und die hieraus folgenden Abläufe verstanden (Systemtheorie). Das Wirtschaftssystem ist ein Teil des Gesellschaftssystems. Als Mindestklassifikation wird zwischen wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Teilsystem unterschieden.

Die Menschen, Grundelemente eines jeden Gesellschaftssystems, werden je nach Handlungszweck ihrer Aktivitäten den einzelnen Teilsystemen zugeordnet; sie sind gleichzeitig Mitglieder aller drei Teilsysteme und diese gegenüber ihrer Umwelt jeweils offen, sodass Interdependenzen zwischen diesen einzelnen gesellschaftlichen Teilstrukturen bestehen. Handlungszweck des Wirtschaftssystems ist die Produktion von Gütern und Dienstleistungen. Die von den Menschen in ihrer Eigenschaft als Produzenten und/oder Konsumenten durchgeführten Aktivitäten formen den Wirtschaftsprozess; dieser wird bestimmt durch
(1) die Wirtschaftsordnung, die die realisierte Form theoretisch möglicher Systemregelungen repräsentiert. Sie setzt sich zusammen aus der rechtlich fixierten Wirtschaftsverfassung und der gewachsenen kulturellen und sittlich-moralischen Ordnung;
(2) die Wirtschaftsfaktoren, die vorhandene Ressourcen, Humankapital und daneben wirtschaftsrelevante Daten (Klima, Größe eines Landes u.a.) umfassen.

II. Systemanalyse:

Ziel ist die Ableitung der relevanten Systemstrukturen bzw. der Bestandteile des Wirtschaftssystems, die Bestimmung der möglichen Ausprägungen dieser Strukturen bzw. Bestandteile und die Ermittlung der Interdependenzen zwischen ihnen sowie ihres Einflusses auf den Wirtschaftsprozess.

Ansätze: 1. Morphologischer Ansatz (von Eucken begründet): Die einzelnen Bestandteile der jedes Wirtschaftssystem determinierenden Rahmenordnung werden ermittelt. Diese als Hauptformen genannten Teilordnungen (Ordnung der Planung, des Eigentums, der Märkte, des Wettbewerbs etc.) können in unterschiedlichen Ausprägungen (Elementarformen) realisiert werden. Jedes Wirtschaftssystem lässt sich so als Kombination unterschiedlicher Elementarformen klassifizieren; hinzu treten die rechtlichen und sittlich-moralischen Rahmenbedingungen.

Weitere Erkenntnisse können gewonnen werden: Welche theoretisch möglichen unterschiedlichen Elementarformen miteinander vereinbar bzw. unvereinbar sind; Folgerungen über die Legitimation (Konsensnorm, Konstitutionenökonomik) und Effizienz realisierter Wirtschaftssystemen und die Systemkonformität wirtschaftspolitischer Maßnahmen ausgehend von der Annahme, dass der Form der Planung (zentral oder dezentral) die wesentliche Bedeutung zukommt und sie die systemspezifische Festlegung der übrigen Elementarformen und deren Kombinationsmöglichkeiten determiniert.

2. Entscheidungstheoretischer Ansatz (von Neuberger und Duffy begründet): Eine Reihe von Grundproblemen, die in jedem Wirtschaftssystem gelöst werden müssen, werden abgeleitet. Jedem dieser Aufgabenbereiche entspricht eine Teilstruktur des Wirtschaftssystem. Zu bestimmen sind:
(1) Entscheidungsstruktur: Wie wird die Macht, wirtschaftlich relevante Entscheidungen treffen zu können, auf die Gesellschaftsmitglieder verteilt;
(2) Informationsstruktur: Wie werden die wirtschaftlich relevanten Informationen gesammelt, gespeichert, bearbeitet und übermittelt;
(3) Motivationsstruktur: Wie werden die Menschen zu Aktivitäten, die die gesamtwirtschaftliche Knappheitsminderung ermöglichen, motiviert;
(4) Koordinationsstruktur: Abstimmung der einzelnen Aktivitäten;
(5) Kontrollstruktur: Sicherstellung, dass die tatsächlichen Handlungen den ökonomischen Anforderungen entsprechen.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Wirtschaftssystem
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Einführung Im Bereich der Informationstechnologie (IT) ermöglicht Cloud Computing neue Verfahren zur Bereitstellung von IT-Ressourcen, d.h. solchen Ressourcen, die Unternehmen bei der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) unterstützen. Beispiele hierfür sind Server oder Software-Anwendungen. Anstatt IT-Ressourcen in unternehmenseigenen Rechenzentren zu betreiben, können ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Christoph Fehling, Professor Dr. Frank Leymann
I. Grundlagen Die Aufgabe der Produktionsplanung und -steuerung (PPS) als Teilbereich des operativen Produktionsmanagements besteht darin, für einen reibungslosen und wirtschaftlichen Produktionsprozess bei gegebenen und (weitgehend) unveränderbaren Kapazitäten zu sorgen. Im Einzelnen ist dabei festzulegen, welche absatzbestimmten Produkte in welchen Mengen im ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Christoph Siepermann
I. Gegenstand Als Spezialgebiet der klassischen Unternehmensberatung beinhaltet die Strategieberatung die Unterstützung eines Unternehmens oder einer Organisation bei der Behandlung strategischer Fragestellungen. Diese betreffen die Überprüfung, Weiterentwicklung oder Neuentwicklung von Zielrichtungen, Konzepten und Maßnahmen einschließlich der Gestaltung gesamthafter Geschäftsmodelle. Strategieentwicklung ist ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Dr. Jörg Schneider