| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das Lexikon für Beruf und Studium definiert mehr als 2.000 Stichwörter zu Buchführung, Bilanzierung, Kostenrechnung und Controlling. Einfach und verständlich ... Vorschau
Statistik (von statista.com)
Gehalt im Controlling
Durchschnittlicher Brutto-Jahresverdienst von Controllern in Deutschland im Jahr 2011 (in Euro)
Statistik: Gehalt im Controlling Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
„Handel ist Wandel“ ist ein gefälliges Sprichwort, das von Führungskräften in Handelsunternehmen allzu gerne benutzt wird, wenn es darum geht, die andauernd notwendige Veränderungsbereitschaft in Handelsunternehmen in prägnante Worte zu fassen. Inhalt dieses Schwerpunktbeitrags sind die aktuellen Veränderungen in der ... mehr
von  Prof. Dr. Alexander Hennig, Prof. Dr. Willy Schneider
Unter dem Begriff Venture-Capital fasst man einen Teilbereich des Private-Equity-Geschäfts. Während Letzteres generell den Handel mit Eigenkapitalanteilen an nicht börsennotierten Unternehmen bezeichnet, handelt es sich beim Venture-Capital um zeitlich begrenzte Mittelüberlassungen in Form von Eigenkapital an das Spezialsegment der jungen ... mehr
von  Prof. Dr. Wolfgang Breuer

Zuschlagskalkulation

Definition

ANZEIGE

I. Kostenrechnung:

In der Praxis weit verbreitetes Verfahren der Kalkulation von Kostenträgern im Rahmen der Kostenträgerrechnung.

1. Vorgehensweise: Im ersten Schritt ordnet die Zuschlagskalkulation den Kostenträgern die für sie in der Kostenartenrechnung gesondert erfassten Einzelkosten zu. Im zweiten Schritt werden anteilige Gemeinkosten prozentual auf der Basis von Einzelkosten „zugeschlagen“ (Zuschlagssatz); vgl. Tabelle „Grundschema der Zuschlagskalkulation“. Die Zuschlagskalkulation ist damit ein Kalkulationsverfahren der Vollkostenrechnung (Vollkostenkalkulation). Dieses Grundschema

kann beliebig erweitert oder modifiziert werden, so z.B. für Handelsbetriebe oder für die Kalkulation öffentlicher Aufträge.

2. Schwächen: a) Die als Zuschlagsbasis der Fertigungsgemeinkosten verwendeten Fertigungslöhne verlieren angesichts steigender Automatisierung der Produktion im Verhältnis zu den Anlagenkosten ständig an Bedeutung; Zuschlagssätze von mehr als 1.000 Prozent sind somit nicht unüblich. Zur Kalkulation der Fertigungskosten wird die Zuschlagskalkulation deshalb zunehmend durch die Maschinenstundensatzrechnung abgelöst.
b) Die Zuschlagskalkulation ist mit der grundsätzlichen Problematik der Gemeinkostenschlüsselung verbunden.

II. Verteilungstheorie und -politik:

Wird angenommen, dass auf den Gütermärkten keine vollkommene Konkurrenz herrscht und die Produktionskapazitäten der Unternehmen nicht vollausgelastet sind, reagieren die Unternehmen bei Nachfrageänderungen bezüglich ihrer Güter mit Mengen- anstatt mit Preisanpassungen. Die Güterpreise sind demnach nicht nachfragebestimmt, sondern kostendeterminiert. Dabei bilden (unterschiedlich definierbare) Kosten die Kalkulationsgrundlage für einen Zuschlag.

In der Monopolgradtheorie der Verteilung von Kalecki sind die Basis für den Zuschlag (auch: Aufschlag, Mark-up) die variablen Stückkosten, d.h. die Lohnstück- und Materialkosten. Es wird angenommen, dass die variablen Durchschnittskosten unterhalb der Vollauslastung der Kapazitäten in etwa konstant bleiben. Der Zuschlag hat dann die Gemeinkosten (zu denen im Modell von Kalecki auch die Gehälter der Angestellten gehören, da ihre Anzahl unabhängig von der Produktionsmenge ist) zu decken und umfasst zusätzlich den eigentlichen Gewinn. Der Gewinn und damit der Zuschlagsatz fällt bei Kalecki umso höher aus, je geringer die Wettbewerbsintensität auf dem Gütermarkt ist; der Monopolgrad kann daher auch als Maß der Unternehmenskonzentration ("degree of monopoly") angesehen werden. Außerdem hat die relative Verhandlungsstärke der Gewerkschaften einen Einfluss auf den Zuschlagssatz. Ist z.B. die Arbeitslosigkeit hoch (gering), ist die relative Konfliktstärke der Arbeiter und ihrer Gewerkschaften gering (hoch) und der Zuschlagsatz fällt entsprechend größer (kleiner) aus.

Eine Zuschlagskalkulation im Rahmen der Monopolgradtheorie der Verteilung kann dann z.B. folgendermaßen aussehen. Der Güterpreis bildet sich aus den durchschnittlichen Lohn-, Material-, Gemeinkosten und dem Gewinn pro Stück:

P=(\frac{W_n}{x})+(\frac{M}{x})+(\frac{G}{x})

Dabei bezeichnet Wn die nominalen Lohnstückkosten, M/x die Materialstückkosten und G/x den Brutto-Gewinn pro Stück, der außer den Gemeinkosten (Abschreibungen, Gehälter der Verwaltungsmitarbeiter) auch den eigentlichen Netto-Gewinn enthält. Der Preis kann unter den gemachten Voraussetzungen durch einen Zuschlag auf die variablen Stückkosten (Lohn- und Materialstückkosten) bestimmt werden:

 P=(1+m)(\frac{W_n}{x}+\frac{M}{x})

Wie sich aus den beiden vorherigen Gleichungen ergibt, kann der Zuschlagssatz (Mark-up) als das Verhältnis des Brutto-Gewinns zur Summe aus Lohn- und Materialkosten dargestellt werden.

m=\frac{G}{W_n+M}

Vgl. Monopolgradtheorie der Verteilung.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Zuschlagskalkulation
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das interne Rechnungswesen ist wie die externe Rechnungslegung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Planungsrechnung Teil des betrieblichen Rechnungswesens und somit ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.––Die Adressaten des internen Rechnungswesens sind primär die Unternehmensleitung und andere unternehmensinterne Personen oder Stellen, nur in ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
Seinen Ursprung besitzt der Controllingbegriff in der Praxis. Er wurde von Deyhle in Analogie zum Begriff des Marketings gebildet und hat einen engen Bezug zu den Aufgaben von Controllern. Die wissenschaftliche Diskussion des Begriffs Controlling begann in breiterem Umfang in den ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
I. Begriff und Konzepte Unter Plankostenrechnung wird ein Kostenrechnungssystem verstanden, in dem die Gesamtkosten einer Unternehmung für eine bestimmte Planungsperiode im Voraus nach Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern differenziert geplant werden. Plankosten sind das Produkt aus geplanten Faktormengen und geplanten Faktorpreisen. Die ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Jochen R. Pampel, Prof. Dr. Kurt Vikas
I. Begriff Prozesskostenrechnung ist ein Begriff, der in der jüngeren Vergangenheit die Kostenrechnungsdiskussion und -gestaltung maßgeblich beeinflusst hat. Prozesskostenrechnung wird in Deutschland z.T. auch als Vorgangskalkulation bezeichnet. In den USA werden - bei gleichem Inhalt - die Begriffe Activity Based Costing ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber