| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Das Lexikon für Beruf und Studium definiert mehr als 2.000 Stichwörter zu Buchführung, Bilanzierung, Kostenrechnung und Controlling. Einfach und verständlich ... Vorschau
29.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Länder mit relativ gleicher Einkommensverteilung
Länder mit der größten Gleichheit bei der Einkommensverteilung im Jahr 2010 auf Basis des Gini-Index
Statistik: Länder mit relativ gleicher Einkommensverteilung
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Seit dem Frühjahr 2007 ließ sich auf dem US-Markt für Hypothekenkredite mit geringer Bonität (Subprime) ein drastischer Anstieg von Zahlungsausfällen beobachten, der in der Folgezeit zu erheb­lichen Neubewertungen von Krediten, Auflösungen von Kredit­porte­feuilles, Not­finan­zierun­gen von Spezialinstituten bis hin zum Zusammenbruch ... mehr
von  Prof. Dr. Oliver Budzinski, Prof. Dr. Albrecht F. Michler
Mit der Plankostenrechnung lassen sich einerseits zukünftige Kosten für das Unternehmen, die Unternehmensbereiche, Prozesse und Produkte bestimmen. Plankosten erlauben andererseits im nachhinein Soll-Ist-Vergleiche für Kostenstellen und Kosten für erbrachte Leistungen. Sie dienen damit der Steuerung von Ergebnissen, Gemeinkostenbereichen und Projekten ... mehr
von  Prof. Dr. Jochen R. Pampel, Prof. Dr. Kurt Vikas

Zuschlagskalkulation

Definition

ANZEIGE

I. Kostenrechnung:

In der Praxis weit verbreitetes Verfahren der Kalkulation von Kostenträgern im Rahmen der Kostenträgerrechnung.

1. Vorgehensweise: Im ersten Schritt ordnet die Zuschlagskalkulation den Kostenträgern die für sie in der Kostenartenrechnung gesondert erfassten Einzelkosten zu. Im zweiten Schritt werden anteilige Gemeinkosten prozentual auf der Basis von Einzelkosten „zugeschlagen“ (Zuschlagssatz); vgl. Tabelle „Grundschema der Zuschlagskalkulation“. Die Zuschlagskalkulation ist damit ein Kalkulationsverfahren der Vollkostenrechnung (Vollkostenkalkulation). Dieses Grundschema

kann beliebig erweitert oder modifiziert werden, so z.B. für Handelsbetriebe oder für die Kalkulation öffentlicher Aufträge.

2. Schwächen: a) Die als Zuschlagsbasis der Fertigungsgemeinkosten verwendeten Fertigungslöhne verlieren angesichts steigender Automatisierung der Produktion im Verhältnis zu den Anlagenkosten ständig an Bedeutung; Zuschlagssätze von mehr als 1.000 Prozent sind somit nicht unüblich. Zur Kalkulation der Fertigungskosten wird die Zuschlagskalkulation deshalb zunehmend durch die Maschinenstundensatzrechnung abgelöst.
b) Die Zuschlagskalkulation ist mit der grundsätzlichen Problematik der Gemeinkostenschlüsselung verbunden.

II. Verteilungstheorie und -politik:

Wird angenommen, dass auf den Gütermärkten keine vollkommene Konkurrenz herrscht und die Produktionskapazitäten der Unternehmen nicht vollausgelastet sind, reagieren die Unternehmen bei Nachfrageänderungen bezüglich ihrer Güter mit Mengen- anstatt mit Preisanpassungen. Die Güterpreise sind demnach nicht nachfragebestimmt, sondern kostendeterminiert. Dabei bilden (unterschiedlich definierbare) Kosten die Kalkulationsgrundlage für einen Zuschlag.

In der Monopolgradtheorie der Verteilung von Kalecki sind die Basis für den Zuschlag (auch: Aufschlag, Mark-up) die variablen Stückkosten, d.h. die Lohnstück- und Materialkosten. Es wird angenommen, dass die variablen Durchschnittskosten unterhalb der Vollauslastung der Kapazitäten in etwa konstant bleiben. Der Zuschlag hat dann die Gemeinkosten (zu denen im Modell von Kalecki auch die Gehälter der Angestellten gehören, da ihre Anzahl unabhängig von der Produktionsmenge ist) zu decken und umfasst zusätzlich den eigentlichen Gewinn. Der Gewinn und damit der Zuschlagsatz fällt bei Kalecki umso höher aus, je geringer die Wettbewerbsintensität auf dem Gütermarkt ist; der Monopolgrad kann daher auch als Maß der Unternehmenskonzentration ("degree of monopoly") angesehen werden. Außerdem hat die relative Verhandlungsstärke der Gewerkschaften einen Einfluss auf den Zuschlagssatz. Ist z.B. die Arbeitslosigkeit hoch (gering), ist die relative Konfliktstärke der Arbeiter und ihrer Gewerkschaften gering (hoch) und der Zuschlagsatz fällt entsprechend größer (kleiner) aus.

Eine Zuschlagskalkulation im Rahmen der Monopolgradtheorie der Verteilung kann dann z.B. folgendermaßen aussehen. Der Güterpreis bildet sich aus den durchschnittlichen Lohn-, Material-, Gemeinkosten und dem Gewinn pro Stück:

P=(\frac{W_n}{x})+(\frac{M}{x})+(\frac{G}{x})

Dabei bezeichnet Wn die nominalen Lohnstückkosten, M/x die Materialstückkosten und G/x den Brutto-Gewinn pro Stück, der außer den Gemeinkosten (Abschreibungen, Gehälter der Verwaltungsmitarbeiter) auch den eigentlichen Netto-Gewinn enthält. Der Preis kann unter den gemachten Voraussetzungen durch einen Zuschlag auf die variablen Stückkosten (Lohn- und Materialstückkosten) bestimmt werden:

 P=(1+m)(\frac{W_n}{x}+\frac{M}{x})

Wie sich aus den beiden vorherigen Gleichungen ergibt, kann der Zuschlagssatz (Mark-up) als das Verhältnis des Brutto-Gewinns zur Summe aus Lohn- und Materialkosten dargestellt werden.

m=\frac{G}{W_n+M}

Vgl. Monopolgradtheorie der Verteilung.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Zuschlagskalkulation
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Das interne Rechnungswesen ist wie die externe Rechnungslegung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Planungsrechnung Teil des betrieblichen Rechnungswesens und somit ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.––Die Adressaten des internen Rechnungswesens sind primär die Unternehmensleitung und andere unternehmensinterne Personen oder Stellen, nur in ... mehr
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff und Bedeutung Der Begriff Krisenmanagement entstand im politischen Bereich, wobei dessen erstmalige Verwendung dort umstritten ist, mehrheitlich aber Kennedy im Zusammenhang mit der Kuba-Krise 1962 zugeschrieben wird. In der Betriebswirtschaftslehre findet der Begriff Krisenmanagement erst seit den 1970er-Jahren Verwendung, wenn ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Ulrich Krystek
I. Begriff und Wesen Bei wenig flexiblen Löhnen oder sogar Lohnrigidität nach unten vorübergehend oder dauerhaft fehlende Beschäftigungsmöglichkeit für einen Teil der arbeitsfähigen und beim herrschenden Lohnniveau arbeitsbereiten Arbeitnehmer (lohnniveaubedingtes aggregiertes Arbeitsmarktungleichgewicht). Dieses nicht vollbeschäftigungskonforme Reallohnniveau kann z.B. durch gesetzliche oder ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Privatdozent Dr. Fred Henneberger, Prof. Dr. Berndt Keller
I. Begriff Beim Venture-Capital (Risikokapital, Wagniskapital) handelt es sich um zeitlich begrenzte Kapitalbeteiligungen an jungen, innovativen, nicht börsennotierten Unternehmen, die sich trotz z.T. unzureichender laufender Ertragskraft durch ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial auszeichnen. Das Venture-Capital-Geschäft stellt einen Teilbereich des Private-Equity-Geschäfts dar, worunter man ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Wolfgang Breuer