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Wissenswertes zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz EÜR) ist eine vereinfachte Gewinnermittlungsmethode, die im § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gesetzlich geregelt ist. Aus diesem Grund wird sie häufig auch 4/3-Rechnung genannt. Die EÜR stellt eine Möglichkeit dar, wie man als Unternehmer seine Bücher führen kann. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick, wie die EÜR angewendet wird, wie sie aufgebaut ist und was man dabei in der Einkommensteuererklärung beachten muss.
Die Umsatz- und Gewinngrenzen im Überblick

Der Einsatz der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist - wie bereits erwähnt - an bestimmte Umsatz- bzw. Gewinngrenzen geknüpft. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten: 

Unternehmensart

Gewinngrenze/ Jahr

Umsatzgrenze/ Jahr

Besonderheiten

  • Gewerbliche Unternehmen
  • Ich-AGs
  • Vereine
60.000 € 600.000 € Keine Eintragung im Handelsregister erlaubt
  • Landwirtschaftliche Betriebe
  • Forstbetriebe
60.000 € - Nutzflächenwert von 25.000 € darf nicht überschritten werden
Freiberufler - - Für alle Unternehmer gilt: Auf Anwendung der doppelten Buchführung muss verzichtet werden

Im Jahr 2005 hat das Bundesfinanzministerium ein Formular eingeführt, durch das der Aufbau der EÜR bestimmt wird. Unternehmen sind dazu verpflichtet, dieses Formular für die Auflistung ihrer Einnahmen und Ausgaben zu verwenden. Lediglich kleine Betriebe und Freiberufler mit Einnahmen unter 17.500 Euro bilden eine Ausnahme: Sie müssen sich bei der EÜR an keine feste Umsatz- bzw. Gewinngrenze halten. Unter diesen Umständen genügt auch eine formlose Gewinnermittlung, bei der sie dem Finanzamt die Anlage EÜR nicht zukommen lassen müssen. Alle anderen steuerpflichtigen Körperschaften mit Betriebseinnahmen von über 17.500 Euro müssen ihrer Einkommensteuererklärung die Anlage EÜR beifügen.

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