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Wikipedia-Version zuletzt aktualisiert am 22.05.19.

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis (englisch operating income, operating result) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den in einer Rechnungsperiode erzielten Erfolg eines Unternehmens in dessen Kerngeschäft ausdrückt.

Allgemeines

Das Kerngeschäft eines Unternehmens kommt in seinem Betriebsergebnis zum Ausdruck.[1] Das Betriebsergebnis ist in der Regel jedoch eine unternehmensinterne Erfolgsgröße, die nicht mehr veröffentlicht wird. Die Erfolgsspaltung in der veröffentlichten Gewinn- und Verlustrechnung unterschied früher zwar zwischen dem „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ (§ 275 Abs. 2 Nr. 14 HGB a. F.) und dem „außerordentlichen Ergebnis“ (§ 275 Abs. 2 Nr. 17 HGB a. F.), doch ist das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ nicht mit dem betriebsinternen, auf der Grundlage von kalkulatorischen Größen ermittelten Betriebsergebnis identisch.[2] Das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ reflektierte den operativ realisierten Betriebszweck. Das Betriebsergebnis ist wie das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ab Dezember 2005 durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz als Zwischengröße in der Gewinn- und Verlustrechnung entfallen (§ 275 Abs. 2 Nr. 14 HGB a. F.).

Inhalt

Das Betriebsergebnis erfasste das aus dem Betriebszweck resultierende Ergebnis aus Umsatzerlösen der verkauften Produkte oder Dienstleistungen, von denen die Herstellungskosten und Vertriebskosten abgezogen werden.[3] Daher gehören Zinserträge etwa aus der Geldanlage bei einem Produktionsunternehmen nicht zum Betriebsergebnis. Das Betriebsergebnis ergibt sich aus Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (§ 275 Abs. 2 Nr. 1–8 HGB).[4]

Ermittlung

Das Betriebsergebnis errechnet sich wie folgt:

    Umsatzerlöse
    +/- Bestandsveränderungen
    + aktivierte Eigenleistungen
    + sonstige betriebliche Erträge
    - Materialaufwand
    - Personalaufwand
    - Abschreibungen
    - sonstige betriebliche Aufwendungen
    = Betriebsergebnis (operatives Ergebnis)

Das Betriebsergebnis ist positiv, sobald der Gesamtdeckungsbeitrag über den Fixkosten liegt. Weitere Ergebnisbestandteile aus dem Zinsergebnis und Beteiligungsergebnis führen zur betriebswirtschaftlichen Kennzahl Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit:

    Betriebsergebnis
    + Zinserträge
    - Zinsaufwand
    + Erträge aus Beteiligungen
    - Verluste aus Beteiligungen
    + Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
    - Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
    = Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Die Differenz zwischen dem Betriebsergebnis und dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist das Finanzergebnis. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war erstmals für das Geschäftsjahr 2006 nicht mehr auszuweisen, weil das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz im Jahresabschluss nicht mehr zwischen betrieblichen und außerordentlichen Ergebnisbeiträgen unterscheidet. Während von den betrieblichen Ergebnissen erwartet werden kann, dass sie einen auf Dauer erzielbaren Bodensatz enthalten, kann bei betriebsfremden Ergebnissen von einer hohen Volatilität ausgegangen werden.[5]

Das Betriebsergebnis stellt die Ausgangsgröße zur Ermittlung von EBIT und EBITDA dar,[6] wenngleich in der Fachliteratur zuweilen Betriebsergebnis und EBIT als identisch angesehen werden.

Kennzahl

Aus dem Betriebsergebnis – hilfsweise auch aus Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit oder EBIT – kann die Rentabilität ermittelt werden. Dazu ist noch das betriebsnotwendige Vermögen zu ermitteln, das für externe Bilanzleser nur annähernd erkennbar ist. Dann ergibt sich:

Rentabilität=Betriebsergebnisbetriebsnotwendiges Vermögen{\displaystyle {\text{Rentabilität}}={\frac {\text{Betriebsergebnis}}{\text{betriebsnotwendiges Vermögen}}}}.

Das Betriebsergebnis vor Zinsaufwänden und AfA wird im Englischen Gross Operating Profit genannt.

International

Der IASB hat darauf verzichtet, das Betriebsergebnis (englisch operating profit, operating result) zu definieren, deshalb wird dessen Angabe in IAS 1 (IAS 1.91, 1.92) auch nicht verlangt,[7] darf aber freiwillig veröffentlicht werden. Die Streichung der Position „Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit“ (englisch results of operating activities) im Jahre 2003 begründete der IASB im IAS 1.BC12 damit, dass das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit im IAS 1 nicht definiert sei und der Ausweis von nicht definierten Positionen nicht gefordert werden könne.[8]

Einzelnachweise

  1. Ann-Kristin Achleitner/Oliver Everling/Karl A. Niggemann (Hrsg.), Finanzrating: Gestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Bonität, 2007, S. 183
  2. Ottmar Schneck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 1998, S. 96
  3. Hans-Ulrich Küpper, Artikel Betriebsergebnis, in: Wolfgang Lück (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 1983, S. 154
  4. Ann-Kristin Achleitne/Oliver Everling/Karl A. Niggemann (Hrsg.), Finanzrating: Gestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Bonität, 2007, S. 183
  5. Volker H. Peemöller, Bilanzanalyse und Bilanzpolitik, 2003, S. 378
  6. Birgit Felden/Armin Pfannenschwarz, Unternehmensnachfolge, 2008, S. 91
  7. Carsten Theile, Übungsbuch IFRS, 2007, S. 221
  8. Janina Bogajewskaja, Reporting Financial Performance, 2007, S. 200
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