Direkt zum Inhalt

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

(weitergeleitet von BIP)
Definition

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug aller Vorleistungen. Es ist in erster Linie ein Produktionsmaß. Das Bruttoinlandsprodukt errechnet sich als Summe der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich des Saldos von Gütersteuern und Gütersubventionen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Maß für die gesamte wirtschaftliche Leistung in einer Volkswirtschaft in einer Periode. Da das BIP Auskunft über die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug der Vorleistungen und Importe gibt, dient es als Produktionsmaß und damit als Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft (Inlandskonzept). Zur Herleitung und Darstellung wird zwischen Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung unterschieden.

    I. Entstehungsrechnung

    Summe der Produktionswerte
    – Vorleistungen

    = Bruttowertschöpfung

    + Gütersteuern
    – Gütersubventionen

    = Bruttoinlandsprodukt


    II. Verwendungsrechnung

    Private Konsumausgaben
    + Konsumausgaben des Staates
    + Ausrüstungsinvestitionen
    + Bauinvestitionen
    + Sonstige Anlagen
    + Vorratsveränderungen und Nettozugang an Wertsachen
    + Exporte von Waren und Dienstleistungen
    – Importe von Waren und Dienstleistungen

    = Bruttoinlandsprodukt
    + Saldo der Primäreinkommen mit der übrigen Welt

    = Bruttonationaleinkommen
    – Abschreibungen

    = Nettonationaleinkommen


    III. Verteilungsrechnung

    Nettonationaleinkommen (Primäreinkommen)
    – Produktions- und Importabgaben an den Staat
    + Subventionen vom Staat

    = Volkseinkommen
    – Arbeitnehmerentgelt

    = Unternehmens- und Vermögenseinkommen

    In der Entstehungsrechnung wird die Summe der Bruttowertschöpfungen der einzelnen Wirtschaftsbereiche ausgehend von den jeweiligen Produktionswerten nach Abzug der Vorleistungen gebildet. In der Verwendungsrechnung werden Konsumausgaben der privaten Haushalte, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck und des Staates, Bruttoanlageinvestitionen, Vorratsveränderungen und der Nettozugang an Wertsachen sowie der Außenbeitrag unterschieden. Die in der Übersicht gezeigte Verteilungsrechnung erfolgt erst, nachdem das BIP über die Entstehungs- und Verwendungsrechnung ermittelt wurde. Vom BIP gelangt man zum Bruttonationaleinkommen (BNE), indem der Saldo der Primäreinkommen gegenüber dem Ausland abgezogen wird. Die brutto ausgewiesenen Größen unterscheiden sich jeweils von den Nettogrößen durch die Berücksichtigung der Abschreibungen.

    Das BIP und die Teilgrößen der Entstehungsrechnung können zu aktuellen Preisen des Berichtsjahres (nominal) oder aus Gründen der intertemporalen Vergleichbarkeit zu Preisen eines Basisjahres (real) dargestellt werden.

    Zur Diskussion um das BIP als geeigneten Wohlstandsindikator ("Beyond GDP") siehe Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Bruttoinlandsprodukt (BIP) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bruttoinlandsprodukt-bip-27867 node27867 Bruttoinlandsprodukt (BIP) node31208 Abschreibung node27867->node31208 node47916 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) node27867->node47916 node32594 Erwerbspersonenpotenzial node39593 Inlandskonzept node32594->node39593 node32438 Grenzproduktivitätstheorie node30245 Arbeitsproduktivität node30245->node27867 node39173 Kapitalproduktivität node39173->node27867 node39173->node32438 node39173->node30245 node40716 Kapitalkoeffizient node39173->node40716 node28643 Bruttoinvestitionen node42236 privater Konsum node47677 Verwendungsrechnung node47677->node27867 node45778 reales Inlandsprodukt node45778->node27867 node45778->node28643 node45778->node42236 node45778->node47677 node37075 Inländerkonzept node28473 Anlagevermögen node31208->node28473 node41133 Konjunkturprognose node41133->node47916 node38052 Keynesianismus node38052->node47916 node39593->node27867 node39593->node37075 node39593->node47916 node39518 Instandhaltungskosten node39518->node31208 node33965 gebrochene Abschreibung node33965->node31208 node40716->node27867
      Mindmap Bruttoinlandsprodukt (BIP) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bruttoinlandsprodukt-bip-27867 node27867 Bruttoinlandsprodukt (BIP) node31208 Abschreibung node27867->node31208 node47916 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) node27867->node47916 node39593 Inlandskonzept node27867->node39593 node45778 reales Inlandsprodukt node45778->node27867 node39173 Kapitalproduktivität node39173->node27867

      News SpringerProfessional.de

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker
      Technische Universität München, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
      Ordinarius/Lehrstuhlinhaber
      Michael Horvath
      Technische Universität München, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Das ifo Geschäftsklima ist der wichtigste Indikator für die Konjunktur in Deutschland. 1993 wurde vom ifo Institut der zyklische Zusammenhang zwischen den beiden Komponenten des Geschäftsklimas – Geschäftslage und Geschäftserwartungen – ers…
      Seit der Revison 2005 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen verwendet das Statistische Bundesamt eine neue Deflationierungsmethode auf gleitender Preisbasis bei der Berechnung des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes. Welche
      In der Dezemberausgabe 2009 veröffentlichte der Wirtschaftsdienst ein Zeitgespräch mit dem Thema „Wie lässt sich Wohlstand messen?“. Dazu äußern sich Peter Michael von der Lippe und Claus Christian Breuer kritisch. Roland Zieschank und Hans Diefenbac…

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete

      Interne Verweise