Direkt zum Inhalt

elektronische Signatur

(weitergeleitet von elektronischer Rechts- und Geschäftsverkehr)

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Authentifikation des Urhebers eines in elektronischer Form vorliegenden Objekts. Das größte Problem elektronisch vorliegender Unterlagen besteht in der Ungewissheit ihrer Herkunft, die mithilfe der elektronische Signatur bestätigt werden soll. Zu diesem Zweck werden Verfahren der Kryptographie angewendet, indem mittels eines privaten, nur dem Sender bekannten Schlüssels algorithmisch festlegbare Teile der zu zertifizierenden Nachricht verschlüsselt werden. Zur Authentifizierung der Nachricht entschlüsselt der Empfänger mittels eines allg. bekannten, öffentlichen Schlüssels diese elektronische Signatur und kann so bei Gleichheit des entschlüsselten Teils mit der erhaltenen Nachricht von der Authentizität der Nachricht ausgehen.

    2. Rechtsvorschriften: a) Das Signaturgesetz (SigG) vom 16.5.2001 (BGBl. I 876) hat den Zweck, Rahmenbedingungen für die elektronische Signatur zu schaffen. Die Verwendung der elektronischen Signatur ist freigestellt, sofern nicht bestimmte elektronische Signaturen durch Rechtsvorschrift vorgeschrieben sind. Es regelt die Anforderungen an Zertifizierungsdienste, deren Betrieb im Rahmen des Signaturgesetzes genehmigungsfrei ist. Danach darf einen Zertifizierungsdienst nur betreiben, wer die für den Betrieb erforderliche Zuverlässigkeit und Fachkunde sowie eine Deckungsvorsorge (je Schadensfall eine Mindestsumme von 250.000 Euro) nachweist und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen gewährleistet (§ 4 SigG). Die Aufnahme des Betriebs ist der zuständigen Behörde unter Darlegung der Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen anzuzeigen. Die Zertifizierungsdiensteanbieter können sich von den zuständigen Behörden akkreditieren lassen, wofür sie ein Gütezeichen erhalten, mit dem der Nachweis der umfassend geprüften technischen und administrativen Sicherheit zum Ausdruck gebracht wird. Die Zertifizierungsdiensteanbieter können Zertifikate für qualifizierte elektronische Signaturen ausstellen, deren Inhalte in § 7 SigG festgelegt sind. Die näheren Anforderungen an den Betrieb eines Zertifizierungsdienstes regelt die Signaturverordnung (SigV) vom 16.11.2001 (BGBl. I 3074).

    b) Sofern im Bürgerlichen Recht eine Willenserklärung gesetzlich der Schriftform bedarf, kann sie durch die elektronische Form ersetzt werden. In einem solchen Fall muss der Aussteller der Erklärung dieser seinen Namen hinzufügen und das elektronische Dokument mit einer qualifizierten elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz versehen (§ 126a BGB). Ähnliches sieht § 130a ZPO im Zivilverfahren für vorbereitende Schriftsätze, für Anträge, Aussagen, Gutachten und Erklärungen Dritter vor, sofern die entsprechenen Voraussetzungen, ein elektronisches Dokument, das mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen ist, bei Gericht entgegen zu nehmen, gegeben sind.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap elektronische Signatur Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/elektronische-signatur-33455 node33455 elektronische Signatur node40010 Kryptographie node33455->node40010 node27106 Algorithmus node40010->node27106 node30636 Daten node40010->node30636 node41448 Nachricht node40010->node41448 node33165 elektronischer Rechts- und ... node33165->node33455 node36563 elektronische Unterschrift node36563->node33455 node47475 Zertifizierungsdienste node47475->node33455
      Mindmap elektronische Signatur Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/elektronische-signatur-33455 node33455 elektronische Signatur node40010 Kryptographie node33455->node40010 node33165 elektronischer Rechts- und ... node33165->node33455 node36563 elektronische Unterschrift node36563->node33455 node47475 Zertifizierungsdienste node47475->node33455

      News SpringerProfessional.de

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Richard Lackes
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Universitätsprofessor
      Dr. Markus Siepermann
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die handschriftliche Unterschrift ist seit Jahrhunderten bewährt. Anders als in der elektronischen Welt sind bei einem Vertragsabschluss die Parteien zugegen und können den Vertragspartner persönlich einschätzen und überprüfen. Dies grenzt auf natürl…
      Rechtssicherheit beim Umgang mit elektronischen Dokumenten ist für alle Verfahrensbeteiligten im elektronischen Rechtsverkehr und beim E-Government unerlässlich und ebenso wichtig bei allen elektronischen Geschäftsprozessen. Die qualifizierte elektro…

      Sachgebiete